Bestand 200 Berggewerkschaftliche Versuchsstrecke, Dortmund-Derne



Laufzeit : 1894 - 1994



Inhalt : Als sich im Steinkohlenbergbau seit der Einführung des durch Alfred Nobel erfundenen Dynamits die Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosionen häuften, berief der preußische Staat 1881 die Schlagwetterkommission. Für die in diesem Zusammenhang notwendigen Explosionen wurde im Saarland eine Versuchsstrecke auf der Grube König in Neuenkirchen eingerichtet. Weitere Versuchsstrecken wurden in Zwickau und Ostrau eingerichtet. Im Ruhrbergbau baute die Westfälische Berggewerkschaftskasse (WBK) auf der Halde der Gelsenkirchener Zeche Consolidation 1 1894 die erste 25 m lange Versuchsstrecke. Unter ihrem neuen Leiter Carl Beyling untersuchte die Versuchsstrecke ab 1902 getrennt die Sprengstoffsicherheit in Bezug auf Kohlenstaub und Schlagwetter. Nach dem schweren Grubenunglück auf der Zeche Radbod 1908 und dem daraus resultierenden Bedürfnis, Entstehung und Verlauf von reinen Kohlenstaubexplosionen zu untersuchen, kam es zwischen 1909 und 1911 zur Einrichtung von zwei Versuchsstrecken auf dem Gelände in Dortmund-Derne. Die Forschungsschwerpunkte erstreckten sich in der folgenden Zeit auf die Explosionsfähigkeit von Kohlenstaub sowie auf die Entwicklung von Mitteln zur Verhütung und Bekämpfung von Explosionen.

1921 begann die Bergschule Bochum mit der Schulung so genannter Lehrschießmeister. Ab 1927 erfolgte die Prüfung schlagwettergeschützter elektrischer Maschinen, Transformatoren und Geräte für das gesamte Reichsgebiet. Nach Gründung der Versuchsgrubengesellschaft durch die Knappschafts-Berufsgenossenschaft im Jahr 1927 ging die Versuchsstrecke 1937 in das gemeinschaftliche Eigentum von Knappschafts-Berufsgenossenschaft und WBK über.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Arbeitsgebiete der Versuchsstrecke von der WBK erheblich ausgeweitet. So kam u. a. die Prüfung elektrostatischer Aufladungen hinzu, die Einrichtungen zur Sprengstoffprüfung wurden modernisiert. Die Versuchsstrecke wurde deutsche Prüfstelle für staubexplosionsgeschützte elektrische Betriebsmittel und für alle in der Bundesrepublik zugelassenen gewerblichen Sprengmittel. Außerdem wurde sie EG-Prüfstelle für schlagwettergeschützte und explosionsgeschützte elektrische Betriebsmittel. Das Institut ist ferner Fachstelle für Ausbildung und Unterweisung im Sprengwesen. Gegenwärtig ist die ehemalige Berggewerkschaftliche Versuchsstrecke mit vier Fachstellen eine Einrichtung der DeutscheMontanTechnologie e. V. mit Sitz in Herne. Geschäftsführung
Eigentumsübertragung/Betriebspläne 1909-1991
Schrifttum/Geschichte
Instruktionsreisen der Leiter/Veröffentlichungen 1894-1952
Schießwesen im Bergbau
Sprengstoffprüfungen/Zündmitteltests und dergleichen 1895-1994
Tragbares Grubengeleucht
Lampenkonstruktionen/Brennstoffe 1899-1977
Explosionsgefahren durch Funken

Diesel-, Benzol- und Treibgaslokomotiven 1906-1976
Explosionen
Untersuchungsvorhaben der Versuchsstrecke zu Explosionsereignissen 1902-1989
Zusammenarbeit mit anderen Versuchsstrecken
Kongresse/internationale Zusammenarbeit 1914-1974

Umfang : 44 m (unverzeichnet)

Verweis : Ergänzungsüberlieferungen im Bergbau-Archiv: Hauptstelle für das Grubenrettungswesen (Bestand 17), Versuchsgrube Tremonia (Bestand 90), Westfälische Berggewerkschaftskasse (Bestand 120)

Literatur : Friedrich Schunder: Lehre und Forschung im Dienste des Ruhrbergbaus, Herne 1964, S. 203-213.
75 Jahre Berggewerkschaftliche Versuchsstrecke in Dortmund-Derne der Westfälischen Berggewerkschaftskasse 1894-1969, Herne 1969.
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