Bestand 24 Heinrich Albert Jung, Thale (Harz) - Obersteiger



Laufzeit : 1865 - 1912



Inhalt : Geboren am 1. April 1849 in Littfeld (Siegerland) - Todesdatum unbekannt, nach 1935
Heinrich Albert Jung entstammt einer alten Siegerländer Familie, aus der seit dem 18. Jahrhundert eine Reihe von Berg- und Hüttenleuten hervorgegangen ist. Er war der Sohn des Obersteigers Johannes Georg Jung. Nach Absolvierung der Bergschule Siegen 1866/1867 und Ableistung eines Praktikums als Bergbaubeflissener war er seit 1870 auf verschiedenen Gruben im Siegerland und Sauerland, in der Eifel und in Silberhütte in Anhalt tätig, meist als Obersteiger und Betriebsführer. Sein besonderes Interesse galt Fragen der Aufbereitung und der Planung neuer Anlagen. Er war u. a. tätig bei der Meurerschen Berg- und Hüttengewerkschaft, der Société Anonyme des Mines et Fonderies de Zinc de la Vieille Montagne, dem Märkisch-Westfälischen Bergwerks-Verein. Den Hauptteil seiner beruflichen Tätigkeit verbrachte Jung im Dienst ausländischer Gesellschaften, die sich in einigen traditionellen deutschen Erzrevieren engagiert hatten, so bei der Bavarian Lead Company Ltd., Société des Coprolithes du Harz und Mines de l''Eifel V. Fournier.

Von 1890 bis 1898 war Jung Leiter der Erz- und Eisensteinaufbereitung der West Prussian Mining Company Ltd., London, doch sind seine Einsatzorte im Einzelnen nicht zu ermitteln. 1898 bis 1903 war er auf der Grube Niederfischbach tätig, die vermutlich der gleichen englischen Gesellschaft gehörte. Von 1903 bis 1910 fungierte Jung dann als Maschineningenieur bei den Anhaltinischen Blei- und Silberwerken in Silberhütte (Anhalt), die sich seit 1894 in englischem Besitz unter der Leitung von Wyndham W. Whynne befand. Mit diesem hat Jung offenbar in enger Verbindung gestanden, wie aus dem Schriftwechsel ersichtlich ist, in dem es vordringlich um technische Probleme der Kupfergewinnung geht. Whynne starb 1910, kurz darauf hat sich Jung beruflich nach Thale verändert. Sein Todesdatum ist nicht bekannt, aufgrund handschriftlicherNotizen hat er noch 1935 in Thale gewohnt.

Der Nachlass gelangte 1969 aus Familienbesitz in das Bergbau-Archiv. Er enthält eine Reihe von Dokumenten, aus denen nicht nur der berufliche Werdegang Jungs, sondern im Einzelnen auch seine Qualifikationen ersichtlich werden. Einige dienstliche Reiseberichte sowie Fotos geben interessante Aufschlüsse über verschiedene Erzgruben. Bemerkenswert bleibt Jungs enge Beziehung zu englischen Gesellschaften. Stammbaum der Familie 1868
Zeugnisse sowie Dienstbescheinigungen/Beurteilungen 1865-1910
Schriftwechsel mit Wyndham W. Whynne über Versuche zur Kupfergewinnung 1896-1912
Mitgliedskarten bergbaulicher Vereine 1869, 1901
Knappschaftsbuch der Eifeler Knappschaft 1887
Bergmännische Liederbücher 1895, 1898
Fotosammlung

Umfang : 0,3 m

Verweis : Ergänzungsüberlieferung im Bergbau-Archiv: Heinrich Stähler (Bestand 127)

Literatur : F. M. Simmersbach: Geschichte des Siegerländer Bergbaues, Berlin 1881.
Wilhelm Bennauer: Die Übererzeugung im Siegerländer Eisenbergbau und Hochofengewerbe von 1870 bis 1913, Jena 1935.
Paul Jung: Vom früheren Bergbau im ehemals anhaltinischen Harz, in: Unser Harz 1, 1965, S. 5-8, S. 23-27.
Alfred Lück: Heinrich Albert Jung, in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 10, Berlin 1974, S. 663 f.
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