Bestand 34 Fritz Spruth, Recklinghausen - Bergassessor a. D. Dr.-Ing., Bergwerksdirektor



Laufzeit : 1902 - 1991



Inhalt : Geboren am 4. Februar 1895 in Siegen - gestorben am 13. August 1991 in Recklinghausen
Fritz Spruth wurde 1895 in Siegen geboren. Seine Tätigkeit im Bergbau begann 1919 auf einer Steinkohlengrube des Waldenburger Reviers im Oberbergamtsbezirk Breslau. 1920/1921 studierte er in Bonn und Berlin, anschließend war er bis 1923 Bergreferendar am Oberbergamt in Bonn. Danach stand er kurzzeitig als Direktor der Thüringer Kalischächte Hüpstedt, Beberstedt und Felsenfest im Dienst der Wintershall AG. Bis 1927 war er Hilfsarbeiter auf der Hibernia-Zeche General Blumenthal in Recklinghausen und bis 1933 in der Hauptverwaltung der Hibernia AG in Herne tätig. Im Anschluss arbeitete Spruth in Gelsenkirchen auf der Zeche Wilhelmine Victoria, deren Werksdirektor er 1935 wurde.

Nach Kriegsausbruch nahm Spruth an der Besetzung Norwegens teil. 1940 bis 1945 war er Bergwerksdirektor in der Hauptverwaltung der Reichswerke Hermann Göring in Kattowitz. 1946 promovierte er zum Dr.-Ing. in Aachen und arbeitete bis zum Erreichen des Ruhestandsalters in der Hauptverwaltung der Hibernia AG, zuletzt als Leiter der Abteilung Technik unter Tage. Bis 1974 leitete Spruth den Arbeitskreis der Ausbauingenieure im Dezernat Grubenausbau und Gebirgsmechanik des Steinkohlenbergbauvereins in Essen und arbeitete ehrenamtlich im Deutschen Bergbau-Museum Bochum. Spruth starb am 13. August 1991 in Recklinghausen.

Fritz Spruth war vielfach publizistisch tätig. Neben bergbautechnischen Handbüchern und Aufsätzen veröffentlichte er Beiträge zu bergbaubezogenen Themen der Numismatik, vor allem in den Zeitschriften "Der Anschnitt" und "Glückauf".

Der Bestand, zum Teil von ihm selbst zu Lebzeiten übereignet, zum Teil nach seinem Tod übernommen, besteht überwiegend aus Arbeitsunterlagen zu Tagungen und Grubenfahrten verschiedener Arbeitskreise und -ausschüsse des Steinkohlenbergbauvereins zu Themen des Grubenausbaus. Zusammen mit Firmenprospekten von Herstellern technischer Bergbauausrüstungen wird der Entwicklungsstand des Ausbaus von Förderstrecken und zum Strebausbau in Steinkohlenzechen des Ruhrbergbaus der 50er und 60er Jahre gut dokumentiert. Weiterhin enthält der Bestand eine Sammlung historischer Dokumente zum Bergbau im Kreis Altenkirchen sowie bergbaunumismatische Unterlagen. Persönliche Dokumente 1916-1991 (12)
Berufliche Tätigkeit 1922-1981 (10)
Mitarbeit in Gremien und Ausschüssen des Steinkohlenbergbauvereins 1948-1969 (64)
Veröffentlichungen und Materialsammlungen zu bergbautechnischen Themen 1930-1972 (12)
Veröffentlichungen und Materialsammlungen zu bergbaugeschichtlichen und bergbaunumismatischen Themen 1902-1986 (64)
Bergbaunumismatische Karte (1500 Karteikarten)
Fotosammlung
Karten/Pläne/Risse

Veröffentlichungen von Fritz Spruth (Auswahl)
Strebausbau in Stahl und Leichtmetall. Ein Handbuch für die Praxis, Essen 1963.
Die Bergbauprägungen der Territorien an Eder, Lahn und Sieg, Bochum 1974 (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum. 6).
Die Bergbauprägungen der rhein-pfälzischen Silbergruben, Bochum 1977 (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum. 12).
Die Hildesheimer Bergbautaler des Bischofs Jobst Edmund von Brabeck der Grube St. Antonius Eremita in Hahnenklee, Bochum 1981 (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum. 23).
Die Oberharzer Ausbeutetaler von Braunschweig-Lüneburg im Rahmen der Geschichte ihrer Gruben, Bochum 1986 (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum. 36).
Die Siegerländer Silber- und Kupferhütten, Bochum 1990 (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum. 47).

Umfang : 12 m

Literatur : Rainer Slotta: Bergmann - Historiker - Numismatiker. Fritz Spruth zum 95. Geburtstag, in: Der Anschnitt 42, 1990, S. 36.
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