Bestand 49 Karl Reissacher, Böckstein (Österreich) - Bergverwalter



Laufzeit : 1740 - 1871



Inhalt : Geboren am 20. Juni 1820 in Salzburg - gestorben am 21. März 1871 in Eisenerz (Österreich)
Reissacher war von 1845 bis 1863 im Bereich des Goldbergbaus in den Tauern und danach als Bergmeister auf dem Erzberg in Eisenerz tätig. Die jüngsten Schriftstücke in seinem Nachlass stammen von 1866, sodass der Bestand Reissachers leitende Tätigkeit im österreichischen Bergbau von 1845 bis 1866 umfasst. Im Laufe dieser Tätigkeit hat Reissacher zahlreiche Unterlagen zur Geschichte des Gebietes und speziell des Goldbergbaus in den Tauern zusammengetragen, die bis in die Anfänge des Bergbaus zurückreichen.

Reissacher begann seine Aufsichtstätigkeit in Böckstein 1845 als Bergwesens-Kandidat. Sein Auftrag bestand darin, als Vorgesetzter der Hutleute auf dem Radhausberg die dort beschlossene betriebliche Neuordnung durchzusetzen. Seitdem hat er sich sehr intensiv mit den Einzelheiten der Bergtechnik befasst, wie aus den von ihm geführten Büchern, Berichten, Statistiken usw. zu ersehen ist. Im Jahr 1850 zeichnete Reissacher als stellvertretender Bergmeister in Rauris, ab 1851 erschien er als k. k. Bergverwalter für Böckstein und Rauris. 1853 wurde ihm die Verwaltung des Bades Gastein übertragen, die mit dem Verkauf des Bades 1863 endete. Im gleichen Jahr wurde Reissacher nach Eisenerz versetzt.

Die im Nachlass enthaltenen Schriftstücke sind vorwiegend handschriftliche Entwürfe Reissachers zu Berichten, Schreiben, Gutachten und Niederschriften im Bergamtsdienst sowie Aktenauszüge und Kopien von dienstlichen Unterlagen, die Reissacher verwaltete. Zum Teil befinden sich auch zeitlich weiter zurückreichende Originalunterlagen und Akten zwischen dem Schriftgut. Teilweise sind Schriftstücke von der Hand Sigmund Werkstätters in dem Bestand; Werkstätter - zuletzt Hüttenverwalter in Lend - war zeitweise als Bergverwalter in Böckstein Reissachers Vorgesetzter und außerdem als Ehemann von Reissachers Schwester dessen Schwager. Offensichtlich hat Reissacher Unterlagen seines Schwagers verwahrt.

Aus Reissachers Tätigkeit vor 1845 sind verschiedene Unterlagen erhalten, die Hinweise auf die theoretische und praktische Ausbildung für den höheren Dienst im österreichischen Bergwesen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts geben: zahlreiche Zeichnungen, technische und geologische Notizen und Berichte sowie die Nachschrift einer Bergbaukundevorlesung. Auf hohem Niveau war seine Ausbildung in Markscheidekunde sowie im Zeichnen, wie aus markscheiderischen, maschinen- und bautechnischen sowie geologischen Darstellungen und aus Landschaftsskizzen ersichtlich wird. Entsprechend der langen Ausbildungszeit wird der Ausbildungsbeginn um 1835 anzusetzen sein.

Im Jahr 1941 wurde dem Bergbau-Museum von österreichischer Seite dieser Nachlass zum Kauf angeboten. Der Bestand wurde 1976 aus dem Depot des Museums in das Bergbau-Archiv übernommen. Schriftwechsel des Bergamts Böckstein mit der Berg-, Salinen- und Forstdirektion Salzburg 1848-1863 (7)
Persönliche Unterlagen von Reissacher und Werkstätter 1833-1863 (3)
Bergbau im Böcksteiner Revier
Geologie und Geschichte 1740-1861 (6)
Bergbau 1840-1864 (8)
Aufbereitung 1834-1861 (5)
Bergbau im Rauriser Revier 1835-1863 (8)
Das Bad Gastein 1830-1863 (7)
Weitere Bergbaureviere und Gruben 1827-1867 (9)
Allgemeine Wissenschaften 1845-1871 (6)
Zeichnungen/Bilder (10)


Umfang : 1,3 m

Literatur : Evelyn Kroker: Die Tätigkeit des österreichischen Bergverwalters Karl Reissacher im Spiegel seines Nachlasses, in: Der Anschnitt 29, 1977, S. 16-23.
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