Bestand 150 Uranerzbergbau-GmbH & Co. KG, Bonn



Laufzeit : 1954 - 1991



Inhalt : Besondere Benutzungsbedingungen
Die Uranerzbergbau-GmbH & Co. KG war eine Gemeinschaftsgründung der Rheinischen Braunkohlenwerke AG (Tochter der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke AG) und der C. Deilmann AG, Bad Bentheim, zum Zweck der Uranaufsuchung, Erschließung, Gewinnung und Aufbereitung sowie des Uranan- und -verkaufs zur Versorgung der Kernkraftwerke der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke AG und als Dienstleistung für andere.

Die Gesellschaft betrieb die Exploration zunächst von ihrem Sitz in Bonn aus in Deutschland, in den europäischen Ländern sowie in Afrika, Asien und Süd- und Mittelamerika, teils allein, teils in Zusammenarbeit mit anderen Gesellschaften. Für die Aufsuchungs- und Erschließungsarbeiten in Österreich erwarb sie eine Beteiligung an der Bergbau- und Mineralgesellschaft Pryssak & Co. KG. Die Exploration in Australien erfolgte durch die Uranerz Australia PTY Ltd. in Perth (Westaustralien), in den Vereinigten Staaten von Amerika durch die Uranerz USA Inc. in Denver (Colorado) als 100 %ige Tochtergesellschaft. In Kanada wurde die Uranerz Canada Ltd. in Toronto gegründet, deren Anteile zu 90 % bei der Rheinischen Braunkohlenwerke AG und zu 10 % bei Deilmann lagen. Diese Gesellschaft hielt die bereits 1970 erworbene Beteiligung an dem Projekt Rabbit Lake. Als die Explorationsaktivitäten in der kanadischen Provinz Saskatchewan zu bedeutenden Ergebnissen führten, wurde die Tochtergesellschaft Uranerz Exploration and Mining Ltd. in Regina (Saskatchewan), später in Saskatoon (Saskatchewan) gegründet, die mit den staatlichen Gesellschaften Saskatchewan Mining and Development Corporation und Eldorado Nuclear Ltd. ein Joint Venture zur Erschließung der Lagerstätte bildete. Zur Durchführung der Erschließung und des Abbaus im Bereich Key Lake wurde die Betriebsführungsgesellschaft Key Lake Mining Corporation gebildet.

Eine Exploration beginnt im Allgemeinen mit der Zusammenstellung aller einschlägigen Informationen aus der Literatur. Die Untersuchung von daraus erkannten "höffigen" Gebieten erfolgt dann durch Messungen vom Flugzeug aus zur Beobachtung von Strahlungsanomalien, nachdem die Genehmigung zur Untersuchung von den zuständigen Landesbehörden erwirkt worden ist. Die Verhandlungen hierfür erwiesen sich, je nach Sicherheitsbewusstsein der Länder, meist als sehr langwierig. In vielen Ländern ist die Exploration durch ausländische Gesellschaften nur unter Beteiligung inländischer Gesellschaften möglich. Für die Gewinnung und Aufbereitung von Uran gelten überall sehr einschränkende Bestimmungen. Der Überfliegung folgt in interessanten Bereichen die Untersuchung vor Ort durch Begehung und Messungen. So erkannte höffige Gebiete müssen dann durch Bohrungen, Erz- und Gesteinsuntersuchungen u. a. hinsichtlich der Erstreckung, Mächtigkeit und des Erzgehaltes untersucht werden. Hierzu unterhielt die Uranerzbergbau-GmbH ein umfangreiches, leistungsfähiges Laboratorium in Bonn. Vom Beginn einer gezielten Exploration bis zur Erschließung einer Uranlagerstätte muss im Allgemeinen mit einem Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahren gerechnet werden.

1991 übergab die Uranerzbergbau-GmbH Akten des technischen Geschäftsführungsbereichs dem Bergbau-Archiv, nachdem aufgrund des Uranpreisverfalls weitere Uranexplorationen, über die bestehenden Rechte hinaus, eingestellt worden waren und die Gesellschaft ihren Sitz von Bonn nach Wesseling bei Köln verlegt hatte.

Der dem Bergbau-Archiv übergebene Aktenbestand von 1991 wurde nach Ländern geordnet und verdichtet, um Doppeldokumentationen zu vermeiden. An verschiedenen Stellen zeigten sich Lücken, besonders in den frühen Jahren. Die finanziellen Aufwendungen und Ergebnisse der Explorationen und des Handels sind nur in wenigen Fällen dokumentiert. Im Jahr 1995 erfolgte von der Deilmann-Haniel GmbH, Bad Bentheim, eine sehr umfangreiche Aktenübernahme, die bisher weder durchgehend bewertet noch verzeichnet werden konnte. Verwaltung der Gesellschaft 1967-1988 (16)
Prospektionen in Deutschland 1970-1982, 1990 (17)
Prospektionen in europäischen Ländern 1954-1984 (35)
Prospektionen in Afrika 1967-1983 (25)
Prospektionen in Asien 1978-1984 (3)
Prospektionen in Süd- und Mittelamerika 1977-1982 (21)
Prospektionen in Australien/Neuseeland 1972-1989 (38)
Prospektionen in den USA 1971-1990 (26)
Prospektionen in Kanada 1969-1991 (107)
Karten/Pläne/Risse

Umfang : 60 m (und unverzeichneter Nachtrag)

Literatur : Hans Engel: Zur Geschichte des Urans, in: Bergbau, 1956, H. 9, S. 188-191.
Peter Young/Rimbert Gatzweiler/Wilhelm Flöter: Die Entwicklung der Uranerzlagerstätte von Key Lake/Saskatchewan, Kanada, in: Erzmetall 35, 1982, S. 489-510.
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