Bestand 74 Heinrich K. Bock, Bonn - Dr. jur., Hauptgeschäftsführer



Laufzeit : 1910 - 1976



Inhalt : Besondere Benutzungsbedingungen
Geboren am 29. Mai 1909 in Essen - gestorben am 19. Juli 1978 in Bonn
Dr. Heinrich K. Bock war als Mitarbeiter bei der Deutschen Kohlenbergbau-Leitung (DKBL) und später als Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Bergbau (WVB) u. a. aktiv an der Neugestaltung des deutschen Steinkohlenbergbaus in der Nachkriegszeit beteiligt.

Nach Abschluss des Studiums der Rechts- und Staatswissenschaften arbeitete Bock 1932 als Gerichtsreferendar in Essen. Verschiedene juristische und verwaltungstechnische Tätigkeiten führten ihn u. a. als Oberregierungsrat nach Stettin, nachdem er 1936 die große Staatsprüfung für den höheren Verwaltungsdienst abgelegt hatte. Nach Wehr- und Kriegsdienst trat Bock nach seiner Rückkehr aus kanadischer Kriegsgefangenschaft 1947 als Angestellter in einen Großhandelsbetrieb ein.

Im April 1950 wurde Bock wissenschaftlicher Mitarbeiter der DKBL in Essen. Die drei Jahre zuvor von den Alliierten gegründete DKBL sollte die Beteiligung deutscher Stellen an der allgemeinen Wirtschaftsverwaltung gewährleisten. Weisungsbefugt für die Unternehmungen des Bergbaus wurde ihr die Aufgabe übertragen, für die Lenkung der Produktion, der Veredelung und des Versands Sorge zu tragen. Vordringlich war aber gerade in den ersten Nachkriegsjahren das Ziel der alliierten Kontrollmächte nach einer Entflechtung der großen Bergbaugesellschaften, wie es in den Gesetzen Nr. 75 (10. November 1948) und Nr. 27 (15. Juni 1950) über die Neugliederung des Kohlenbergbaus festgelegt war.

Nach der Liquidation der DKBL trat Dr. Heinrich K. Bock im Jahr 1953, er hatte 1951 zum Dr. jur. promoviert, bei der WVB ein, zuerst als Mitglied der Geschäftsführung, ab 1956 dann als stellvertretender Hauptgeschäftsführer. Die WVB, mit Sitz in Bad Godesberg, ist der Dachverband aller den Bergbau der Bundesrepublik Deutschland vertretenden Gesellschaften und Organisationen. Während seiner Tätigkeit bei der WVB - 1966 wurde er Hauptgeschäftsführer - hat sich Bock mit wirtschaftspolitischen, rechtlichen, steuerlichen und sozialpolitischen Fragen befasst. Seine Bemühungen erstreckten sich u. a. auf die Sicherung der Wirtschaftsordnung (Basisausschuss zur Sozialisierung) und eine ausgewogene Mineralrohstoffpolitik. Ziel seiner Tätigkeit war es, ein gutes Image der WVB, eine angemessene Vertretung des Bergbaus in Bonn sowie Harmonie unter den bergbaulichen Verbänden zu gewährleisten.

Ein Teil des dem Bergbau-Archiv 1979 von der WVB übergebenen Aktenbestands befasst sich mit der deutschen Kohlenwirtschaft der Nachkriegszeit und mit ihrer Geschichte bis 1945. Die Entstehungsgeschichte der DKBL wird hierbei ebenso berücksichtigt wie die Dezentralisierungspläne für den Ruhrbergbau und Probleme der Entflechtung. Ferner sind Unterlagen über die Gründung von Unternehmensverbänden des Bergbaus sowie vor allem der WVB, ihrer Geschichte und Organisation zusammengefasst. Zahlreiche Manuskripte Bocks mit Themen zur deutschen Kohlenwirtschaft der Nachkriegszeit sind in diesem Bestand vorhanden. Über die Rolle der bergbaulichen Verbände im öffentlichen Leben hat Bock 1958 im "Jahrbuch des deutschen Bergbaus" einen grundlegenden Beitrag veröffentlicht. Die deutsche Kohlenwirtschaft in der Nachkriegszeit (Stichworte und Materialien) 1971 (5)
Geschichte der Deutschen Kohlenbergbau-Leitung (Materialsammlung in 37 Anlagen) 1910-1971 (10)
Material zur Geschichte der Kohlenwirtschaft von 1919 bis 1945/Mitwirkung in der Deutschen Kohlenbergbau-Leitung/Organisation der Nachfolgeorganisationen 1919-1976 (15)
Unterlagen zu verschiedenen Problemkreisen 1951-1959 (4)
Mitwirkung in der Wirtschaftsvereinigung Bergbau 1950-1953 (6)
Geschichte der Deutschen Kohlenbergbau-Leitung/Biographie von Dr. Heinrich Kost Materialsammlung) 1970-1975 (17)

Umfang : 1,6 m

Verweis : Ergänzungsüberlieferung im Bergbau-Archiv: WirtschaftsvereinigungBergbau (Bestand 83)

Literatur : Evelyn Kroker: Heinrich Kost: Rationalisierung und Sozialbeziehungen im Bergbau, in: Paul Erker/Toni Pierenkemper (Hrsg.): Deutsche Unternehmer zwischen Kriegswirtschaft und Wiederaufbau. Studien zur Erfahrungsbildung von Industrie-Eliten, München 1999, S. 291-316.
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