Bestand 79 Wilfrid Funcke, Castrop-Rauxel - Bergrat a. D., Betriebsdirektor



Laufzeit : 1911 - 1931, 1948 - 1971



Inhalt : Geboren am 11. September 1921 in Oberhausen - gestorben am 16. Oktober 1995 in Selm
Wilfrid Funcke wurde 1921 als Sohn des Bergwerksdirektors Bergassessor Dr.-Ing. Wilhelm Funcke in Oberhausen geboren. Infolge der vorzeitigen Einberufung zum Militär hat er die höhere Schule mit einem Reifevermerk verlassen.

Nach militärischer Grundausbildung nahm er am Russlandfeldzug teil und wurde am 29. August 1941 schwer verwundet (Verlust des linken Unterkiefers). Es folgte eine 3-jährige Lazarettbehandlung mit insgesamt acht Operationen. Während der Behandlungspausen wurde er von der Wehrmacht zum Bergbaustudium beurlaubt, so dass er das Studium im Wintersemester 1942/1943 an der Technischen Hochschule in Aachen aufnehmen konnte. Trotz seiner schweren Verwundung wurde er am 1. April 1945 wieder einem Truppenteil zugeteilt und geriet am 11. April 1945 in der Nähe von Magdeburg in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach fast vier Monaten Haft in den Lagern Büderich und Rheinberg bei Wesel erhielt er Mitte Juli 1945 seine Entlassung aus der Gefangenschaft.

Das Diplomexamen bestand Funcke am 22. Dezember 1948 mit dem Prädikat "Ziemlich gut". Am 3. Januar begann er mit der Steigertätigkeit auf der Zeche Concordia IV/V in Oberhausen seine Ausbildung für den höheren Staatsdienst als Bergreferandar. Die weiteren Ausbildungsstationen umfassten die betriebswirtschaftliche Ausbildung auf der Zeche Jacobi der Gutehoffnungshütte in Oberhausen, die kaufmännische Ausbildung bei der Gruppenverwaltung der Gelsenkirchener Bergwerks-AG, Gruppe Hamborn und eine 3-monatige Reisezeit. Die bergbehördliche Ausbildung führte ihn zu den Bergämtern Dinslaken-Oberhausen und Bochum I und anschließend zum Oberbergamt Dortmund. Am 12. Februar 1952 wurde Funcke zum Bergassessor ernannt. Anschließend war er beim Bergamt Essen I in Mülheim-Heißen tätig. Datiert vom 17. März 1952 wurde er durch den Minister für Wirtschaft und Verkehrdes Landes NRW zum Bergassessor ernannt und am 17. November 1953 zum Bergrat.

April 1953 verließ Funcke den Staatsdienst und trat am 1. Mai in die Dienste der Gelsenkirchener Bergwerks-AG, Gruppe Dortmund zunächst als Direktionsassistent auf der Schachtanlage Minister Stein ein. Zum 1. Dezember 1954 wurde er als Betriebinspektor zur Zeche Adolf von Hansemann versetzt. Ab 1957 arbeitete er auf der Zeche Erin, Castrop-Rauxel, wo er bis 1960 als Betriebsinspektor und von 1961 bis 1966 als Betriebsdirektor beschäftigt war. In derselben Funktion war er 1968 bis 1970 auf der Zeche Germania in Dortmund-Marten tätig, bevor er ab Mai 1981 das Amt des Leiters der Geschäftsstelle für Leistungsentlohnung, einer Einrichtung des paritätischen Tarifausschusses der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie, Bochum, und des Unternehmensverbands Ruhrbergbau, Essen, übernahm. Dieses Amt hatte Wilfrid Funcke bis 1980 inne. Funcke war in seiner Freizeit Dressurreiter. Er starb 1995 in Selm.

Der Bestand enthält im Wesentlichen Unterlagen sozial- und tarifpolitischer Art.

Umfang : 0,3 m
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