Bestand 91 Reinhard Wüster, Essen - Bergassessor a. D., Direktor



Laufzeit : 1933 - 1951



Inhalt : Zur Benutzung durch Dritte gesperrt
Geboren am 10. Februar 1892 in Elberfeld - gestorben am 17. Juli 1954 in Oberstdorf
Wüster wurde 1892 in Elberfeld als Sohn eines Fabrikanten geboren und besuchte das Realgymnasium in Kassel. Auf Gruben im Oberbergamtsbezirk Dortmund absolvierte er seine Bergbaubeflissenenzeit und studierte anschließend in München, Berlin und Clausthal-Zellerfeld das Bergfach. 1914 wurde Wüster zum Bergreferendar und 1920 zum Bergassessor ernannt. Von 1920 bis 1924 war er beim Bergbau-Verein in Essen beschäftigt und in der Schriftleitung der Zeitschrift "Glückauf" tätig. Anschließend war Wüster bei verschiedenen Unternehmen der Aufbereitungstechnik tätig: 1924 als Abteilungsleiter bei der Aufbereitungs AG in Dortmund, 1929 als Direktor der deutschen Vertretung der Birtley Co. Ltd. in Dortmund und 1935 bei der Westfalia-Dinnendahl-Gröppel AG in Bochum. Studienreisen führten ihn zu Kohleaufbereitungsanlagen u. a. nach England, Frankreich und Russland.

1940 wurde Wüster geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Vereins deutscher Bergleute, eines Verbandes, der alle bergmännischen und technischen Angestellten mit rund 10 000 Mitgliedern umfasste. Außerdem wurde er zum Leiter der Gruppe Technik bei der Reichsvereinigung Kohle bestellt und war ab 1. Januar 1945 offizieller Vertreter von Dr. Martin Sogemeier in der Leitung der Bezirksgruppe Steinkohlenbergbau und in der Geschäftsführung des Bergbau-Vereins. Anfang 1945 wurde er auch stellvertretender Geschäftsführer des Bergbau-Vereins.

Im April 1945 übertrug die britische Militärverwaltung Wüster die Geschäftsführung der neu gegründeten Versorgungszentrale des deutschen Bergbaus, die für die Versorgung der Bergleute mit Unterkunft, Kleidung und Nahrungsmitteln zuständig war und auch für die Bereitstellung von Materialien zur Instandsetzung der Betriebe Sorge zu tragen hatte. In dieser Funktion erwarb sich Wüster große Verdienste durch sein großes organisatorisches Geschick. Nach Gründung der Deutschen Kohlenbergbau-Leitung (DKBL) und Ablösung der Versorgungszentrale wurde er Anfang 1948 in das Direktorium der DKBL übernommen, musste aber 1953 aus Krankheitsgründen ausscheiden.

In der 1949 beim Bergbau-Museum gegründeten Vereinigung der Freunde von Kunst und Kultur e. V., Bochum, übernahm Wüster den stellvertretenden Vorsitz. Er starb 1954 in Oberstdorf.

Umfang : 0,6 m

Verweis : Ergänzungsüberlieferungen im Bergbau-Archiv: Deutsche Kohlenbergbau-Leitung (Bestand 12), Versorgungszentrale des deutschen Kohlenbergbaus (Bestand 190)

Literatur : Nachruf, in: Glückauf 90, 1954, S. 1499 f.
Nachruf, in: Der Anschnitt 6, 1954, Beilage.
Lebensbilder aus dem Rheinisch-Westfälischen Industriegebiet, Jgg. 1952-1954, Düsseldorf 1957, S. 114 f.
Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken