Bestand 106 Gunther Schulze, Biebertal (Hessen) - Dr.-Ing., Betriebsdirektor



Laufzeit : 1864 - 1984



Inhalt : Geboren am 27. Dezember 1904 in Tharandt - gestorben am 18. September 1987 in Gießen
Schulze wurde 1904 als Sohn eines Apothekers in Tharandt bei Dresden geboren. Nach dem Besuch der Volksschulen in Jerichow an der Elbe und Bischofswerda sowie der Oberrealschule in Bautzen begann er 1924 sein Studium an der Bergakademie Freiberg. Seine Bergpraktika in der Zeit von 1924 bis 1927 absolvierte er auf den Freiherrlichen von Burgk''schen Steinkohlenwerken in Burgk bei Dresden, dem Oberlausitzer Braunkohlewerk Olba in Kleinsaubernitz bei Bautzen, der Grube Vereinigt Feld in Fastenberge bei Johanngeorgenstadt, der Silbergrube Alte Hoffnung Gottes in Kleinvoigtsberg bei Freiberg, den Staatskohlenwerken in Pernik (Bulgarien) und der Grube Ruda 12 Apostoli in Brad (Rumänien). Nach dem Diplom als Bergingenieur 1929 arbeitete Schulze ab 1931 zunächst als Oberhauer auf der Grube Eschweiler Reserve des Eschweiler Bergwerks-Vereins in Nothberg. 1932 promovierte er mit dem Thema "Kohlenpetrographische Untersuchungen über Brandschiefer".

1933 übernahm Schulze die Leitung der Bergvorschule Nothberg. 1935 wechselte er als Assistent des Werksdirektors zur Mansfeld AG für Bergbau und Hüttenbetrieb. 1940 wurde Schulze Betriebsleiter bei den Ton- und Brauneisengruben und der Schwefelkiesgrube Staszic (Polen), die zu den Reichswerken, Abteilung Erzbergbau Ost, gehörten. 1941 war Schulze beim Generalbeauftragten für Eisenerzgewinnung und Verteilung in den Gebieten Luxemburg, Lothringen und Meurthe-Moselle in Frankreich tätig. Mitte 1943 wurde er dort Betriebsdirektor der Gruben Hayingen und Mövern. 1944 war er zunächst bei der Ersten-Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft in Wien und danach bei der Prager Eisen-Industrie-Gesellschaft beschäftigt.

Anfang 1946 wurde Schulze Direktionsassistent bei der Erzbergbau Salzgitter AG und Ende 1947 Betriebsleiter von elf Eisenerzgruben im Lahngebiet und in Oberhessen der TreuhandverwaltungBuderus, Wetzlar. 1950 wurde er Wirtschaftsingenieur für die Steinkohlenzechen Heinrich und Theodor in Essen und ab 1951 auch Betriebsführer der Zeche Alter Hellweg in Unna. 1957 wechselte Schulze zur Altenessener Bergwerks-AG und wurde 1959 Betriebsdirektor der Zeche Fritz-Heinrich in Essen-Altenessen. Nach seiner Pensionierung Ende 1966 leistete Schulze mit viel Initiative Vorarbeiten zur Gründung des Bergbau-Museums Weilburg (Lahn).

1984 übergab Dr.-Ing. Gunther Schulze seinen gesamten schriftlichen Nachlass dem Bergbau-Archiv. Durch seine vielfältigen Tätigkeiten in den unterschiedlichsten Bergrevieren enthält der Bestand ein breites Spektrum von Unterlagen darüber, zum Teil mit interessanten historischen Zusammenstellungen und Fotos. Goldbergbau Siebenbürgen 1912-1927, 1964 (2)
Mansfeld AG für Bergbau und Hüttenbetrieb 1928-1983 (7)
Eisenerzbergbau Polen 1940-1941 (3)
Eisenerzbergbau Lothringen 1940-1943 (4)
Eisenerzbergbau Salzgitter 1939, 1947-1956 (6)
Eisenerzbergbau Hessen 1864-1984 (6)
Steinkohlenbergbau Ungarn 1943, 1961 (1)
Heinrich Bergbau AG 1929-1962 (2)
Persönliche Unterlagen 1929-1969 (4)
Materialsammlung zu weiteren Bergbaurevieren 1924-1984 (7)
Fotos
Karten/Pläne/Risse

Umfang : 0,6 m
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