Bestand 116 Rudolf Stein, Recklinghausen - Bergassessor a. D., Hüttendirektor, Bergwerksdirektor



Laufzeit : 1955 - 1988



Inhalt : Besondere Benutzungsbedingungen
Geboren 1910 in Recklinghausen - gestorben am 23. August 1987 in Recklinghausen
Rudolf Stein wurde 1910 als Sohn des Bergassessors a. D. Paul Stein in Recklinghausen geboren. Nach Abschluss des humanistischen Gymnasiums in Recklinghausen und einem mehrmonatigen Englandaufenthalt leistete er ein Jahr praktische Arbeit als Bergbaubeflissener auf verschiedenen Gruben. Bis 1934 studierte Stein an den Technischen Hochschulen München und Berlin die Fachrichtung Bergbau. 1939 legte er die zweite Große Staatsprüfung zum Bergassessor ab.

Zunächst als Hilfsarbeiter angestellt, arbeitete er ab Juli 1939 bis 1943 als Grubeninspektor auf der Zeche Auguste Victoria. Ein 2-jähriger Fronteinsatz unterbrach diese Tätigkeit. Im Februar 1943 wurde Stein als Betriebsinspektor und Stellvertreter des Werksdirektors auf die Zechen Consolidation und Unser Fritz der Mannesmannröhren-Werke berufen.

Nach 2-jähriger französischer Kriegsgefangenschaft wurde Stein im Oktober 1947 Angestellter der staatlichen französischen Grubengesellschaft Houillers du Bassin du Nord et du Pas-de-Calais in Douai. Er war Verbindungsingenieur für den Einsatz deutscher und sonstiger ausländischer Arbeiter und später, krankheitshalber, technischer Übersetzer und Dolmetscher beim Neubau eines Marshall-Plan-Kraftwerks. Beendet wurde diese Tätigkeit 1951 durch Steins Ernennung zum technischen Geschäftsführer der Still-Coke GmbH, Saarbrücken, die Kokereien und Nebenproduktengewinnungsanlagen in Frankreich baute.
Von 1952 bis 1955 leitete Stein die Abteilung Bergbau in der Hauptverwaltung der Mannesmann AG, Düsseldorf. Im Jahr 1956 erfolgte seine Ernennung zum Direktor des Erzbergbaus (sechs Gruben, ein Ton- und ein Quarzitbetrieb) sowie der Rohstoffbetriebe (ein Kalkwerk und eine Fabrik für feuerfeste Steine) der Mannesmann AG. In dieser Eigenschaft führten ihn größere Reisen nach Brasilien, Kanada und in die USA, nach Südafrika, Zentralafrika, Mauretanien, Marokko, Algerien, Schweden und Norwegen als Verantwortlicher für die Beteiligungen, Untersuchungen und Interessen der Mannesmann AG an Auslandserzen.

Im Sommer 1962 wurde Stein in den Vorstand der Ilseder Hütte zur Leitung ihres Bergbaus berufen. Zu diesem Bereich gehörte auch die durch das Unglück bei Lengede betroffene Grube. Dort leitete er Ende 1963 die Rettungsaktionen und geriet so in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Rudolf Stein starb 1987 in Recklinghausen.

Unterlagen zum Grubenunglück von Lengede am 25. Oktober 1963 machen einen großen Teil des Bestandes aus. Es ist hauptsächlich durch Zeitschriften und Zeitungsartikel dokumentiert sowie durch persönliche Stellungnahmen und Schilderungen Steins. Hinzu kommt ein umfangreicher, sehr eindrucksvoller Schriftwechsel der Anteilnahme aus aller Welt, welcher an Stein gerichtet ist. Ergänzt wird dieser Themenbereich durch Prozessakten über die gerichtliche Untersuchung des Grubenunglücks.

Die Tätigkeit als Direktor des Erzbergbaus der Mannesmann AG wird durch seine Befahrungs- und Reiseberichte über verschiedene Lagerstätten in aller Welt dokumentiert. Ein Manuskript über Eisenerz, dessen Vorkommen und Verarbeitung, gibt Aufschluss über Steins wissenschaftliches Wirken. Artikel aus Illustrierten/Zeitschriften u. a. zum Grubenunglück von Lengede 1963-1988 (34)
Briefe und Anteilnahme zum Grubenunglück von Lengede 1963-1965 (9)
Prozessunterlagen zum Grubenunglück von Lengede 1965-1971 (17)
Befahrungsberichte über verschiedene Lagerstätten 1955-1961, 1970-1976 (10)
Manuskript Eisenerz - Rohstoff für Eisen und Stahl o.D. (7)
Aufsätze und Berichte zu in- und ausländischen Lagerstätten 1963-1978 (38)
Fotos

Umfang : 1,3 m

Literatur : Nachruf, in: Glückauf 123, 1987, S. 1136.
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