Bestand 121 Karl Lehmann, Essen - Professor Dr. phil., Bergwerksdirektor



Laufzeit : 1914 - 1983



Inhalt : Geboren am 24. Mai 1883 in Limbach (Pfalz) - gestorben am 17. Januar 1978 in Essen
Karl Lehmann wurde 1883 in Limbach in der Pfalz geboren. Er studierte an der Bergakademie Berlin Markscheidewesen und später Geologie an der Universität Bonn. Dort promovierte er zum Dr. phil.

Nach Abschluss seines Studiums arbeitete er zunächst als Mitarbeiter von Professor Dr. Dr. mont. h. c. Ludger Mintrop an der Bergschule der Westfälischen Berggewerkschaftskasse und nahm anschließend eine Anstellung als Markscheider bei der Rheinischen Stahlwerke AG in Essen an. Nach 13-jähriger Tätigkeit als Markscheider wurde er als Bergwerksdirektor in die Bergbau-Abteilung der Hauptverwaltung berufen und übernahm die Leitung einer Braunkohlengrube im Kölner Raum. 1944 trat Karl Lehmann in den Ruhestand.

Lehmanns Wirken zeichnet sich besonders durch seine zahlreichen bergbaulichen Veröffentlichungen aus. Neben Themenkreisen aus dem Markscheidewesen, der Bergschadenskunde und der Geologie beschäftigten ihn Probleme der Bergtechnik, der Kohleveredelung, der Betriebswirtschaft und der Normung. Zentrale Arbeiten Lehmanns sind die von ihm entwickelte "Trogtheorie", deren Erkenntnisse vor allem innerhalb der Bergschadenskunde der Bodenbewegungslehre zugute kamen und das "harmonische" Abbauverfahren, welches die Gewinnung von Kohle, die in Sicherheitspfeilern von Tagesschächten lagert, ermöglichen soll. Lehmann veröffentlichte außerdem Arbeiten über Raumordnung und Flächennutzung sowie Kohlenvorratsberechnungen.

Er war maßgeblich an der Entwicklung und Einführung des Meridianweisers beteiligt, der als Vermessungskreisel in der markscheiderischen Praxis eine besondere Bedeutung erlangte. 1942 wurde Lehmann zum Honorarprofessor an der Technischen Hochschule Berlin ernannt, der Deutsche Markscheiderverein wählte ihn zu seinem Ehrenmitglied.

Noch bis ins hohe Alter veröffentlichte Lehmann zahlreiche Artikel und Aufsätze,die sich vor allem mit der Neuordnung des Ruhrbergbaus in den 60er und 70er Jahren kritisch auseinander setzten. Seine Thesen riefen nicht selten Widerspruch hervor. Entwicklung des Meridianweisers/Kreiselkompass 1914-1983 (10)
Patentunterlagen 1939-1961 (6)
Bergtechnische und geologische Gutachten 1928, 1950-1958 (2)
Aufsätze zu verschiedenen Sachthemen 1920-1973 (7)
Preisausschreiben des Steinkohlenbergbauvereins 1956-1959 (2)
Zeitschriften/Zeitungsausschnittsammlung fremder Verfasser 1958-1971 (5)
Verschiedene Kohlevorkommen 1928-1954 (3)
Markscheidewesen/Verschiedenes 1951-1975 (7)

Umfang : 1,3 m

Literatur : Herbert Spickernagel: Professor Dr. phil. K. Lehmann zur Vollendung seines 90. Lebensjahres, in: Berg- und Hüttenmännische Monatshefte 118, 1973, S. 206 f.
Paul Hilbig: Karl Lehmann zum Gedächtnis, in: Mitteilungen aus dem Markscheidewesen 85, 1978, S. 149.
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