Bestand 163 Theodor Klie, Berlin - Bergassessor a. D.



Laufzeit : 1900 - 1959



Inhalt : Geboren am 30. Dezember 1879 - gestorben am 27. Mai 1968
Theodor Klie wurde 1879 als Sohn des Amtsrentmeisters und späteren Domänenrats Emil Klie und seiner Frau Luise geboren. Nach dem Abitur 1900 begann er beim Oberbergamt Clausthal seine berufliche Ausbildung als Bergbaubeflissener, die in den Jahren 1901/1902 vom freiwilligen Militärdienst unterbrochen wurde. Nach Praktika auf verschiedenen niedersächsischen Erz-, Kali- und Kohlegruben und der Aufnahme des Studiums in München und Berlin erfolgte 1905 seine Ernennung zum Bergreferendar beim Oberbergamt Clausthal. Nach seiner Ernennung zum Bergassessor 1909 schied Klie aus dem Staatsdienst aus.

Mit seinem Wechsel in die Privatwirtschaft übernahm Klie im Auftrag der Erz- und Metallhandelsfirma Aron Hirsch und Sohn (Berlin und Halberstadt) ab 1910 zunächst stellvertretend, 1913 dann eigenverantwortlich die Leitung der ostsibirischen Blei-, Zink- und Erzgrube Tetjuche. Im Verlauf des Ersten Weltkriegs erfolgten Gefangenschaft und Flucht nach Deutschland, wo er von Juni 1918 bis Kriegsende als Beauftragter des Reichskommissars bei der Deutschen Kriegskohlenstelle im deutsch besetzten Donjetz-Kohlebecken (Ukraine) eingesetzt wurde.

Ab 1919 war Klie als Gutachter und Berater bei der Firma Hirsch und Sohn beschäftigt. Nach der Zwangsauflösung des Unternehmens 1931 war er freiberuflich tätig bei der Aufsuchung und Erschließung neuer Erzlagerstätten sowie der Überwachung von Bergwerken im In- und Ausland. Nach Einsätzen in Ost- und Westeuropa, der Türkei, Afrika und Mexiko gelangte er im Zweiten Weltkrieg aufgrund seiner Sprachkenntnisse im Auftrag der Berliner Reichsvereinigung Kohle und ab 1942 als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Reichsamts für Bodenforschung abermals in die Ukraine, wo er 1945 in Kriegsgefangenschaft geriet.

Die 1946 angetretene Stelle als Übersetzer für Russisch und späterer wissenschaftlicher Mitarbeiter der Geologischen Landesanstaltin Ost-Berlin endete 1951 wegen der Übersiedlung der Familie Klie ins Ruhrgebiet. Ab 1954 erfolgten weitere Reisen nach Übersee, so z. B. im Auftrag der venezuelanischen Regierung, um gemeinsam mit einem internationalen Konsortium in Caracas eine Schachtanlage zu planen.

Theodor Klie starb 1968.

Der Bestand, der vorwiegend aus Tagebucheintragungen seiner sibirischen Zeit, Berichten und Gutachten über überseeische Erzlagerstätten, Reiseberichten, Briefen und vor allem einer umfangreichen Fotosammlung besteht, wurde 1993 von der Tochter Theodor Klies, Dr. Barbara Klie, dem Bergbau-Archiv übergeben. Besondere Bedeutung kommt dem zuvor im Privatbesitz der Familie befindlichen Nachlass Klies dadurch zu, dass das bislang weitgehend unbekannte Kapitel des deutschen Bergbaus in Sibirien durch die Berichte und vor allem die Fotosammlung eines direkt Beteiligten der Forschung nunmehr zugänglich ist. Persönliche Unterlagen 1900-1959 (5)
Fotoalben zum sibirischen und ausländischen Bergbau 1910-1919 (9)

Umfang : 0,3 m
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