Bestand 170 Gerhard Lehmann, Bochum - Bergassessor a. D., Branddirektor



Laufzeit : 1880 - 1985



Inhalt : Geboren 1898 in Belgern (Sachsen) - gestorben am 30. November 1986 in Bochum
Gerhard Lehmann wurde 1898 in Belgern im Kreis Torgau als Sohn des Rechnungsrats Wilhelm Lehmann geboren. Seit 1907 besuchte er das Hennebergische Gymnasium zu Schleusingen in Thüringen und von 1909 an das Städtische Gymnasium in Haldensleben. 1915 bestand er das Not-Abitur und wurde anschließend als Marinebaueleve ausgebildet. Seit November 1917 nahm er als Leutnant zur See der Reserve und erster Wachoffizier auf verschiedenen Torpedobooten am Ersten Weltkrieg teil.

Nach Kriegsende 1918 studierte Lehmann an der Technischen Hochschule Berlin und seit 1919 an den Bergakademien in Clausthal und Berlin-Charlottenburg. Im Jahr 1919 absolvierte er seine Ausbildung als Bergbaubeflissener beim Oberbergamt Halle. Das Bergreferendarexamen bestand er 1922 mit Auszeichnung und legte im selben Jahr auch die Prüfung als Dipl.-Bergingenieur mit Auszeichnung ab. Im Dezember 1922 war er als Bergreferendar und nach dem Bergassessorexamen 1925 als Bergassessor im Oberamtsbezirk Halle tätig. Von August 1925 bis Dezember 1936 war Lehmann Mitarbeiter bei der Berggewerkschaftlichen Versuchsstrecke der Westfälischen Berggewerkschaftskasse in Dortmund-Derne.

1937 wurde Lehmann Betriebsdirektor der Saargruben AG in Friedrichsthal und Leiter der dortigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen sowie ab 1938 der Silikosebekämpfungsstelle. Unterbrochen durch den Kriegsdienst bei der Marine als Kapitänleutnant zur See von 1939 bis 1942 blieb er bis zum Jahr 1947 im Dienst der Saargruben AG. Ab 1942 war ihm zudem die Leitung der Abteilung Feuer- und Luftschutz anvertraut. Das Einsatzgebiet der Hauptrettungsstelle wurde auf Elsass und Lothringen sowie Süd- und Südwestdeutschland ausgeweitet. 1945 war er auch als Leiter der Wetterwirtschaftsstelle und Gutachter in Fragen des Sprengstoffwesens tätig. Im Juni 1947 wiesen die französischen Militärbehörden Lehmann ausdem Saargebiet aus. Seit Herbst 1947 stand er als stellvertretender Leiter und ab 1949 als Leiter und Branddirektor der Berufsgruben- und Feuerwehr im Dienst der Rheinelbe Bergbau AG. Im April 1963 trat Lehmann in den Ruhestand.

Gerhard Lehmann war Mitglied im Fachausschuss Grubenrettungswesen des Steinkohlenbergbauvereins und im Deutschen Ausschuss Grubenrettungswesen. Er gehörte 1949 zu den Mitbegründern des Werksfeuerwehrverbands, war Mitglied des Vorstands und seit 1958 stellvertretender Vorsitzender. Er war weiterhin Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Betrieblicher Brandschutz und Vorstandsmitglied der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (VFDB), dem Dachverband der Landesorganisationen des Werksbrandschutzes. Er war ständiger Mitarbeiter der Arbeitsausschüsse 4 und 8 (Werksbrandschutz) des Fachnormenausschusses Feuerlöschen im Deutschen Normenausschuss. Lehmann wurde mit dem Goldenen Grubenwehrehrenzeichen und dem Feuerwehrehrenzeichen ausgezeichnet. 1963 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft in der British Fire Association verliehen und 1972 erhielt er die Heinrich Henne-Medaille der VFDB für hervorragende Verdienste um die technisch-wissenschaftliche Entwicklung des Brandschutzes. Werdegang
Persönliche Unterlagen 1909, 1920-1965 (4)
Ausbildung/Fortbildung 1906-1927 (14)
Tätigkeit als Mitarbeiter von Bergassessor Carl Beyling bei der Berggewerkschaftlichen Versuchsstrecke 1927-1981 (15)
Leitung der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen der Saargruben AG 1935-1968 (18)
Leitung der Grubenwehr Rheinelbe und der Berufsfeuerwehr als Branddirektor/Zusammenarbeit mit der Hauptstelle 1890-1985 (33)
Grubensicherheit/Grubenbrände
Mitarbeit in Ausschüssen 1949-1972 (7)
Vorschriften/Veröffentlichungen 1907, 1922-1977 (24)
Grubenrettungswesen 1917, 1924-1980 (50)
Grubenbrände 1880-1980 (35)
Grubengas unter Tage 1885-1887, 1923-1965 (6)
Explosionen/Sonstige besondere Ereignisse 1885-1971 (10)
Umgang mit Sprengstoffen 1922-1966 (6)
Staubbekämpfung/Arbeitsmedizin 1925-1970 (20)
Feuerwehr
Allgemeines/Vorschriften 1933-1979 (9)
Feuerwehrführung/Ausbildung 1926-1976 (17)
Feuerwehrverbände 1925-1986 (53)
Fachliteratur/Firmenschriften 1928-1981 (11)
Technisches Wörterbuch
Schriftwechsel mit Verlagen und Mitarbeitern 1945-1969 (6)
Wörterbuch-Ausfertigungen 1949-1958 (9)
Wörterbuch-Materialien, wie andere Wörterbücher,Sprachlehren, Firmenunterlagen, Firmenschriften u.a. zu Geräten 1923-1967 (91)

Umfang : 14,6 m

Verweis : Ergänzungsüberlieferung im Bergbau-Archiv: Rheinelbe Bergbau AG (Bestand 41)
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