Bestand 11 Rheinpreußen AG für Bergbau und Chemie, Homberg (Niederrhein)



Laufzeit : 1876 - 1998



Inhalt : Die Gewerkschaften Rheinpreußen und Neumühl verdanken ihre Gründung dem Wirken von Franz Haniel (1779-1868), der 1857 mit dem Abteufen von Schacht 1 von Rheinpreußen begonnen hatte. Wegen großer bergtechnischer Schwierigkeiten berief Franz Haniel selbst noch 1863 den Obersteiger Heinrich Hochstrate zum technischen Leiter. Die Söhne von Franz Haniel dem Älteren gründeten 1868 die aus 1 000 Kuxen bestehende Gewerkschaft Rheinpreußen. Hugo Haniel war der erste Grubenvorstandsvorsitzende bis 1893, seine Brüder Julius und Friedrich Wilhelm waren gleichfalls im Grubenvorstand vertreten. 1894 übernahm Franz Haniel der Jüngere den Vorsitz des Grubenvorstands. Inzwischen hatte der spätere Generaldirektor Heinrich Pattberg die technische Betriebsleitung übernommen. Die Abteufung weiterer Schächte von Rheinpreußen in den Jahren 1900 bis 1905 ist mit seinem Namen verbunden, der u. a. das Compound-Verfahren dabei anwandte (Pattberg-Schächte).

1926 erfolgte im Rahmen von Grubenfelderaufteilungen die Gründung der Gewerkschaft Rheinland, deren Kuxe gleichsam in den Händen der Familie Haniel verblieben. Die Gründung der Gewerkschaft Neumühl im Jahr 1867 ging ebenfalls auf Franz Haniel den Älteren zurück. 1893 übernahm sein Sohn Franz - ebenso wie bei Rheinpreußen - den Grubenvorsitz. Seit 1933 wurden die Gewerkschaften Rheinpreußen und Neumühl in Personalunion geführt.

1951 erfolgte die Umwandlung der Gewerkschaft Rheinpreußen in die Rheinpreußen AG für Bergbau und Chemie. Durch Gewinn- und Verlustausschließungsverträge (Gewerkschaft Rheinland) und durch einen Organschafts- und Betriebsüberlassungsvertrag mit der Bergbau und Industrie AG Neumühl (offizielle Umwandlung der Gewerkschaft Neumühl) blieb die direkte Verbindung mit der Rheinpreußen AG für Bergbau und Chemie erhalten. 1960 wurde die Rheinpreußen AG für Bergbau und Chemie Tochter der Deutschen Erdöl AG (DEA), die im Jahr 1970 von der Deutschen Texaco AG übernommen wurde und ihren Bergwerksbesitz in die Ruhrkohle AG (RAG) einbrachte.

Im Jahr 1971 übergab die Deutsche Texaco AG, Betriebsstätte Homberg, dem Bergbau-Archiv 65 Protokollbücher über Grubenvorstandssitzungen mit Betriebs- und Geschäftsberichten der ehemaligen Gewerkschaften Rheinpreußen, Neumühl und Rheinland aus der Zeit von 1876 bis 1951. Die sehr gut erhaltenen Bücher waren über die DEA (seit 1960 Muttergesellschaft der Rheinpreußen AG für Bergbau und Chemie) an deren Nachfolgegesellschaft Deutsche Texaco AG gelangt und dort verblieben, als deren Bergwerksbesitz 1969 an die RAG abgegeben wurde. 1973 erfolgte eine weitere Abgabe von Akten und Geschäftsbüchern der Finanzbuchhaltung der Gewerkschaft Neumühl, die die Rheinpreußen AG veranlasst hatte. Schließlich wurden 1992 vom Bergwerk Rheinland der RAG sowohl Altakten der stillgelegten Schachtanlage Rheinpreußen als auch große Teile der Altregistratur der Rheinpreußen AG für Bergbau und Chemie der letzten vier Jahrzehnte übernommen. Gewerkschaft Rheinpreußen
Grubenvorstand 1876-1951 (54)
Feststellung Kriegsschäden 1949-1951 (10)
Patentsachen 1886-1915 (10)
Gewerkschaft Rheinland 1905-1938 (28)
Gewerkschaft Neumühl

Grubenvorstandsprotokolle 1893-1899, 1906-1942 (16)
Geschäftsbücher der Buchhaltung 1889-1948 (165)
Belegschaft 1902-1933, 1946-1954 (14)
Bergbau und Industrie AG Neumühl 1903-1967 (30)
Rheinpreußen AG für Bergbau und Chemie
Aufsichtsrat 1953-1970 (17)
Vorstand 1951-1972 (24)
Hauptversammlungen/Eingliederung der Gesellschaft in die DEA/Texaco 1951-1977, 1983 (41)
Verhandlungen über den Verkauf der Gesellschaft an den Eschweiler Bergwerks-Verein 1968-1969 (4)
Bildung der Ruhrkohle AG 1967-1970 (13)
Finanzfragen/Rationalisierungsmaßnahmen 1902-1927, 1954-1970 (30)
Belegschaft/Wohnungswesen 1886-1981 (83)
Bergschäden/Prozess Rheinhausen 1952-1968 (10)
Rheinpreußen GmbH 1943, 1957-1973 (24)
Rheinpreußen GmbH 1970-1990

Führung der Schachtanlagen durch die Ruhrkohle AG 1968-1990 (15)
Belegschaft 1970-1990 (6)
Beteiligungen
Unternehmen 1960-1971 (57)
Verbände 1925-1945 (52)
Gemeinschaftsunternehmen 1905-1969 (31)
Öffentlichkeitsarbeit/Unternehmensgeschichte 1902-1998 (57)
Fotos
Grubenbilder/Pläne


Umfang : 18 m

Literatur : Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks Rheinpreußen - Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks Rheinland, o. O. o. J.
Wilhelm Cleff: Zeche Rheinpreußen. Ein deutsches Steinkohlenbergwerk, Berlin 1932.
Hundert Jahre Bergbau am linken Niederrhein, 1857-1957. Aus der geschichtlichen Entwicklung der Rheinpreußen AG für Bergbau und Chemie, Darmstadt 1957.
Hermann Schwieren: Leben und Arbeit in Neumühl, 2 Bde., Duisburg 1995/1998.
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