Bestand 27 Schachtanlage Gottessegen, Dortmund-Löttringhausen



Laufzeit : 1791, 1919 - 1971



Inhalt : Die Gewerkschaft Gottessegen war 1878 durch Konsolidation zahlreicher Längen- und Geviertfelder im Raum (Dortmund-) Löttringhausen entstanden. Im Grubenfeld wurden gleichzeitig Kohle und Eisenstein abgebaut. Im Jahr 1926 gelangte die Gewerkschaft nach wechselvollem Geschick in den Besitz der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen AG (VEW), die aus dem Zusammenschluss mehrerer kommunaler Elektrizitätswerke entstanden war. Um die Kohlenbasis der Stromerzeugung sicherzustellen, wurden von der VEW außer Gottessegen die Schachtanlagen Alte Haase in Sprockhövel, Kleine Windmühle in Obersprockhövel und Caroline in Holzwickede erworben. Die gemeinsame Bergwerksverwaltung wurde auf der Schachtanlage Alte Haase eingerichtet. Dort war auch der Dienstsitz des verantwortlichen Markscheiders. In den Jahren 1969/1970 bemühte sich das Bergbau-Archiv um die Übernahme der Akten der stillzulegenden Schachtanlage Alte Haase in Sprockhövel, die zur Bergwerksverwaltung der VEW gehörte. Es wurde dann aber entschieden, die Bergbauakten zusammen mit den Altakten der Muttergesellschaft VEW an das Westfälische Wirtschaftsarchiv in Dortmund abzugeben. Das Bergbau-Archiv übernahm lediglich einen kleinen Nebenbestand von Akten und Grubenbildern der Schachtanlage Gottessegen in Dortmund-Löttringhausen.

Auf der Schachtanlage Gottessegen wirkte nach dem Zweiten Weltkrieg der Vermessungssteiger Hampel, der für die Messungen auf der Schachtanlage und für die Verbindung zu den Betriebsbeamten zuständig war. Er führte die erforderlichen Grubenbilder. Im Rahmen seiner Tätigkeit führte Hampel Nebenakten der Werksverwaltung Gottessegen, die z. B. durch die Jahresbetriebspläne seit 1947, durch Gutachten und durch den Schriftwechsel mit den Kleinzechen einen guten Einblick in den Betriebsablauf der Schachtanlage vom Kriegsende bis zur Stilllegung 1963 vermitteln. Von Bedeutung sind weiterhin die Grubenbilder und Pläne aus der Markscheiderabteilung Gottessegen, die vor Erstellung des amtlichen Grubenbildes im Maßstab 1:2 000 geführt worden sind. Das amtliche Grubenbild ist bei der Stilllegung der Schachtanlage an das Oberbergamt Dortmund abgegeben worden. Betriebsakten der Zeche Gottessegen 1919-1963 (25)
Unterlagen der Zeche Alte Haase 1791 (1)
Aufsichtsrat der Zeche Alte Haase 1965-1971 (5)
Karten/Pläne/Risse

Umfang : 2,6 m

Verweis : Ergänzungsüberlieferung im Bergbau-Archiv: Georg Schotte (Bestand 23)
Ergänzungsüberlieferung im Westfälischen Wirtschaftsarchiv, Dortmund: Gewerkschaft Gottessegen (Bestand F 18), Gewerkschaft Alte Haase (Bestand F 29)

Literatur : Julius Nonne: Technische Mitteilungen des Vereins für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund, Berlin 1886, S. 13 ff.
Ludwig Achepohl: Das Niederrheinisch-Westfälische Bergwerks-Industrie-Gebiet, 2. Aufl., Berlin 1894, S. 182 f.
Jahrbuch der Deutschen Braunkohlen- und Steinkohlen-Industrie, 1906, S. 98; 1939, S. 14.
Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen Aktiengesellschaft, Dortmund-Bochum-Münster-Arnsberg, Dortmund 1930.
25 Jahre VEW 1925-1950, o. O. [1950], S. 125 f.
Gerhard Gebhardt: Ruhrbergbau. Geschichte, Aufbau und Verflechtung seiner Gesellschaften und Organisationen, Essen 1957, S. 471 f.
Arthur Mämpel: Bergbau in Dortmund. Von Pingen und Stollen bis zu den Anfängen des Tiefbaus, Bd. 1, Dortmund 1963.
Ders.: Bergbau in Dortmund. Die sechziger und siebziger Jahre bis zum Ende der Hochkonjunktur um 1876, Bd. 2, Dortmund 1965.
Ders.: Bergbau in Dortmund. Zwischen Krisen und Konjunkturen 1874-1882, Bd. 3, Dortmund 1969.
Kurt Pfläging: Die Wiege des Ruhrkohlenbergbaus, Essen 1978.
Joachim Huske: Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier. Daten und Fakten von den Anfängen bis 1997, 2. Aufl., Bochum 1998, S. 395 ff.
Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken