Bestand 30 Bergbau-AG Neue Hoffnung, Oberhausen



Laufzeit : 1838 - 1973



Inhalt : Aktenbildend für diesen Bestand waren insgesamt drei Gesellschaften: die Gutehoffnungshütte (GHH), die Bergbau-AG Neue Hoffnung und die Hüttenwerke Oberhausen AG (HOAG). Nachdem die GHH, zu deren Teilhabern schon frühzeitig die Familie Haniel gehörte, bereits in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts Berechtsame im Lahn- und Dillgebiet erworben hatte, nahm 1857 die Schachtanlage Oberhausen die Steinkohleförderung auf. Sie gilt als erste werkseigene Zeche eines Hüttenwerks im Ruhrrevier. Zwischen 1873 und 1913 erfolgte die Errichtung der Anlagen Osterfeld, Hugo (später Hugo Haniel), Sterkrade, Vondern und Jacobi, zumeist in der Nähe der Hüttenbetriebe: Osterfeld 1879, Hugo 1904, Sterkrade 1904, Vondern 1904 und Jacobi 1913. 1921 begann die Errichtung der Zeche Franz Haniel, die Förderung wurde 1952 aufgenommen. In den 30er Jahren schloss sich eine Reihe von Rationalisierungs- und Konzentrationsmaßnahmen an, die mit der Errichtung von Großschachtanlagen verbunden war, beispielsweise der Zechen Jacobi und Osterfeld. Die Zechen Oberhausen und Hugo wurden 1931 und Sterkrade 1933 stillgelegt.

1952 wurde im Zuge der Entflechtung der deutschen Montanindustrie der gesamte Bergbaubesitz der GHH auf die neu gegründete Bergbau-AG Neue Hoffnung, Oberhausen, übertragen, die 1959 mit der 1947 ebenfalls im Zuge der Entflechtung gegründeten HOAG fusionierte. Seitdem wurde der ehemalige Zechenbesitz der GHH als Betriebsabteilung bei der HOAG verwaltet, deren Aktienmehrheit 1969 bei der August Thyssen-Hütte AG lag. Der Steinkohlenbesitz der HOAG kam 1970 zur Ruhrkohle AG (RAG) und wurde in deren Auftrag von der Bergbau-AG Oberhausen verwaltet.

Der Leiter des Historischen Archivs der GHH, Bodo Herzog, informierte 1970 das Bergbau-Archiv darüber, dass im Zuge der Räumung des Verwaltungsgebäudes der HOAG, Abteilung Bergbau, eine größere Menge Altakten vermutlich vor der Vernichtung stände. Verhandlungen mit der damaligen Bergbau-AG Oberhausen führten 1971 zur Übernahme dieses Bestandes, der schriftliche Quellen aus den ersten drei Jahrzehnten dieses Jahrhunderts über die ehemaligen GHH-Zechen Jacobi, Osterfeld, Sterkrade, Oberhausen, Ludwig, Vondern, Franz und Hugo Haniel sowie über Erzbergbaubetriebe der GHH in Baden, Schweden, im Westerwald, im Lahngebiet und in der Eifel enthält. Zahlreiche Betriebs- und Verwaltungsakten sind ebenso vorhanden wie Unterlagen über Planung, Verwaltung und Betriebsführung dieser Anlagen im Rahmen eines Hüttenkonzerns, der trotz aller montanindustriellen Konzentrationsbestrebungen in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts lange seine Eigenständigkeit zu wahren wusste. Geschäfts-, Jahres- und Betriebsberichte 1931-1973 (153)
Organisation der Bergwerksverwaltung 1909-1970 (51)
Belegschaft/Betriebsvertretung 1906-1970 (56)
Schriftwechsel mit den einzelnen Anlagen und der Bergbehörde 1902-1970 (120)
Berechtsame/Bergschäden 1838-1969 (42)
Forschung/Statistik 1939-1970 (30)
Rechtsstreit Werner-Matthaei 1932-1941 (8)
Gemeinschaftsorganisationen 1931-1970 (29)
Öffentlichkeitsarbeit 1950-1970 (15)
Gutachten/wissenschaftlich-technische Arbeiten/Berichte (übergreifend)
Allgemeines/Ruhrgebiet 1925-1968 (13)
Steinkohlenbergbau der Gutehoffnungshütte 1925-1966 (57)
Erzbergbau im Siegerland und in Hessen 1908, 1922-1942 (11)
Erzbergbau in Südwestdeutschland 1921-1949 (13)
Sonstiger Bergbau 1907-1908, 1922-1941 (7)
Hüttenwesen 1930-1941 (5)
Gutachten/wissenschaftlich-technische Arbeiten/Berichte (zechenbezogen)
Zeche Ludwig 1922-1932 (5)
Zeche Vondern o.D. (3)
Zeche Sterkrade 1920-1931 (4)
Zeche Hugo Haniel 1926-1957 (3)
Zeche Osterfeld 1924-1968 (19)
Zeche Jacobi 1927-1968 (15)
Zeche Oberhausen 1929, 1951-1959 (3)
Zeche Franz Haniel 1924-1965 (11)
Grubenanschlussbahn Bottrop Nord 1913-1969 (7)
Rheinhafen der Gutehoffnungshütte 1900-1910 (2)
Rohrleitungen/Kanäle/Kabel 1910-1941 (5)
Fotosammlung
Karten/Pläne/Risse

Umfang : 27 m

Verweis : Ergänzungsüberlieferung im Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchiv zu Köln: Gutehoffnungshütte Aktienverein (Bestand 130)

Literatur : Matthias Eich: Die Gutehoffnungshütte Aktienverein für Bergbau und Hüttenbetrieb, Oberhausen 1910.
Arnold Woltmann/Friedrich Fröhlich: Die Gutehoffnungshütte Oberhausen, Rheinland - Zur Erinnerung an das 100-jährige Bestehen - 1810-1910, Düsseldorf 1910.
Fritz Büchner: 125 Jahre Geschichte der Gutehoffnungshütte 1810-1935, Oberhausen 1935.
Gerhard Gebhardt: Ruhrbergbau. Geschichte, Aufbau und Verflechtung seiner Gesellschaften und Organisationen, Essen 1957, S. 440-449.
Irmgard Lange-Kothe: Eine Bergmannssiedlung und ihre Bewohner, in: Der Anschnitt 10, 1958, S. 12-15.
Günter B. Fettweis/Herbert Ossenbühl/Heinz Walter Wild: Die Entwicklung der Zeche Osterfeld zu einem neuzeitlichen Verbundbergwerk, in: Glückauf 103, 1967, S. 1-17.
Erich Maschke: Es entsteht ein Konzern. Paul Reusch und die GHH, Tübingen 1969.
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