Bestand 35 Schachtanlage Emscher-Lippe, Datteln



Laufzeit : 1902 - 1972



Inhalt : Die Gründung und Errichtung der Schachtanlage Emscher-Lippe - die Mutungsbohrungen gehen bis 1878 zurück - sind Ausdruck des nach Norden vorrückenden Steinkohlenbergbaus fast bis an den Rand des Münsterlandes um die Jahrhundertwende. Fried. Krupp in Essen und der Bremer Norddeutsche Lloyd gründeten 1902 die Gewerkschaft der Steinkohlenzeche Emscher-Lippe mit Sitz in Essen. Die Aufnahme der Kohleförderung erfolgte 1906, zwei Jahre später die Koks- und Nebenproduktengewinnung. Nach dem weiteren Ausbau der Schachtanlage, auch während des Ersten Weltkrieges, gingen 1925 500 Kuxe vom Norddeutschen Lloyd an die Phoenix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb, drei Jahre später dann in den Besitz von Fried. Krupp über. Während die Schachtanlage in den 30er Jahren sowohl technisch modernisiert als auch erweitert wurde, war sie vor allem gegen Ende des Zweiten Weltkrieges durch erhebliche Luftangriffe zerstört worden.

Auf Anordnung der Alliierten wurde 1953 die Gewerkschaft zunächst in eine selbstständige Einheitsgesellschaft überführt mit einer Beteiligungsoption für die Bergwerksgesellschaft Hibernia AG, die nach Umwandlung der Gewerkschaft in die Emscher-Lippe Bergbau-Aktiengesellschaft 1954 das gesamte Grundkapital übernahm. 1957 gingen 51 % der Aktien auf die Phoenix Rheinrohr AG Vereinigte Hütten- und Röhrenwerke (später Thyssen Röhrenwerke AG), Düsseldorf, über. August Thyssen-Hütte und Vereinigte Elektrizitäts- und Bergwerks-AG (VEBA) (nach Übernahme der Hibernia) brachten das Bergbauvermögen der Gesellschaft 1970 in die Ruhrkohle AG ein und übernahmen je zur Hälfte das übrige Vermögen der Gesellschaft.

Der Schachtanlage Emscher-Lippe war in ihrer vier Jahrzehnte währenden Zugehörigkeit zu Fried. Krupp sowie unter der Hibernia stets eine eigene Verwaltung belassen worden, was sich in der Überlieferung aus der Werksdirektion (Vorstandsakten) und der Zentralregistratur niedergeschlagen hat. Dieser Teil des Bestandes ist umfangreicher als der der technischen Betriebsakten, die sonst in anderen Beständen von Schachtanlagen überwiegen. Unternehmensleitung Gewerkschaft Emscher-Lippe 1902-1953
Grubenvorstand/Gewerkenversammlungen 1902-1970 (15)
Fried. Krupp Abteilung Bergbau 1913-1954 (15)
Militärregierung 1945-1961 (16)
Deutsche Kohlenbergbau-Leitung 1945-1968 (8)
Unternehmensleitung Gewerkschaft Emscher-Lippe 1953-1970
Gründung/Neuordnung 1952-1958 (7)
Vorstand 1942-1969 (9)
Aufsichtsrat 1954-1969 (12)
Phoenix Rheinrohr AG/Ruhrkohle AG 1956-1970 (5)
Verwaltung/Betrieb
Berechtsame 1903-1970 (24)
Beteiligungen 1920-1968 (16)
Bilanzen/Finanzen 1909-1969 (42)
Geschäfts- und Jahresberichte 1928-1969 (42)
Personal- und Sozialwesen
Tarif- und sozialpolitische Angelegenheiten 1918-1970 (31)
Soziale Vorsorge 1920-1963 (4)
Belegschaftsvertretung 1917-1969 (26)
Ausbildung 1935-1966 (6)
Wohnungswesen 1911, 1943-1963 (18)
Rechtsfälle 1907-1949 (26)
Patentangelegenheiten 1945-1969 (8)
Betriebsführung über Tage/unter Tage 1902-1970 (15)
Tagesbetrieb/Kokerei 1902-1969 (22)
Zechenbahn 1909-1912, 1922-1964 (6)
Wasserwirtschaft 1932-1970 (6)
Grubensicherheit 1928-1964 (17)
Bergbehörde 1902-1943 (7)
Verbände 1904-1967 (26)
Bezirksjuristenbesprechungen in Dortmund 1949-1956 (7)
Presseberichte 1924, 1950-1972 (24)
Diplom-, Melde- und Assessorarbeiten/Gutachten (90)
Fotos


Umfang : 25 m

Verweis : Ergänzungsüberlieferungen im Bergbau-Archiv: Fried. Krupp Bergwerke AG (Bestand 20), Bergwerksgesellschaft Hibernia AG (Bestand 32)

Literatur : Fünf Jahre Emscher-Lippe Bergbau-Aktiengesellschaft 1954-1958, o. O. o. J.
Reinhold Grau: Fremdarbeiter, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene auf der Zeche Emscher-Lippe, Datteln, 1914-1918 und 1940-1945, Begleitbuch zur Ausstellung, o. O. o. J.
Carl Jantke: Bergmann und Zeche. Die sozialen Arbeitsverhältnisse einer Schachtanlage des nördlichen Ruhrgebiets in der Sicht der Bergleute, Tübingen 1953.
Gerhard Gebhardt: Ruhrbergbau. Geschichte, Aufbau und Verflechtung seiner Gesellschaften und Organisationen, Essen 1957, S. 129-132.
Paul Wiel: Wirtschaftsgeschichte des Ruhrgebietes, Essen 1970, S. 157, S. 175.
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