Bestand 42 Diergardt-Mevissen Bergbau-AG, Rheinhausen



Laufzeit : 1897 - 1967



Inhalt : Die unternehmenspolitische Entwicklung der Gewerkschaften Diergardt I-IV und Mevissen und damit die Verwaltung der beiden Schachtanlagen sind durch eine Reihe von Umwandlungen und Vermögensübertragungen gekennzeichnet gewesen. Der 1909 gegründeten Gewerkschaft Diergardt folgte zwei Jahre später die Gewerkschaft Diergardt II, Carl Theodor Deichmann war Grubenvorstand beider Gewerkschaften. 1925 ging die Geschäftsführung beider Gewerkschaften auf eine GmbH über, deren Name 1927, nach Beitritt der 1903 gegründeten Gewerkschaft Wilhelmine Mevissen, in Bergwerksgesellschaft Diergardt-Mevissen mbH erweitert wurde. In ihren Händen lag die Verwaltung des gesamten Vermögens der Gewerkschaften und der beiden Schachtanlagen. Zugleich gab es im Bereich der Gewerkschaften folgende Umgründungen bzw. Umbenennungen

die Gewerkschaft Diergardt in Gewerkschaft Diergardt-Mevissen I
die Gewerkschaft Diergardt II in Gewerkschaft Diergardt-Mevissen II
die Gewerkschaft Wilhelmine Mevissen in Gewerkschaft Diergardt-Mevissen III und
die Gewerkschaft Fritz in Gewerkschaft Diergardt-Mevissen IV.

1932 kam die Gewerkschaft Diergardt-Mevissen V als Gründung der Niederrheinischen Kohlenhandelsgesellschaft mbH, Rheinhausen, und der Westdeutschen Schiffahrts-AG, Köln, hinzu.

Eine schon vor dem Krieg vorbereitete weitere unternehmensrechtliche Umstrukturierung erfolgte 1952, als die Gewerkschaft Diergardt-Mevissen III unter gleichzeitiger Übernahme des Vermögens der Gewerkschaft Diergardt-Mevissen I und Diergardt-Mevissen II schließlich in die Diergardt-Mevissen Bergbau-AG umgewandelt wurde. Sie führte die beiden Schachtanlagen Diergardt I-III und Wilhelmine Mevissen.

Die enge vermögensrechtliche Verbindung mit Stinnes - seit 1938 bestand auch ein Interessengemeinschaftsvertrag der Gewerkschaften Diergardt-Mevissen I-III mit den zu Stinnes gehörenden Gesellschaften Gewerkschaft Mathias Stinnes und Mülheimer Bergwerks-Verein- fand schließlich ihren Abschluss 1956 mit der Umwandlung der Diergardt-Mevissen Bergbau-AG auf die Steinkohlenbergwerke Mathias Stinnes AG, welche ihrerseits 1968 ihr Vermögen in die Hibernia AG einbrachte. Mit der Übertragung des Bergbauvermögens der Hibernia AG auf die Ruhrkohle AG (RAG) endete die wechselvolle Unternehmensgeschichte von Diergardt-Mevissen bzw. Mathias Stinnes als selbstständige Bergwerksgesellschaft im Jahr 1969.

Diesen Aktenbestand übernahm das Bergbau-Archiv 1974 von der RAG, nachdem die Schachtanlage Mevissen im Juli 1973 stillgelegt worden war, während die Zeche Diergardt bereits 1967 ihre Förderung eingestellt hatte.

Bei den Akten handelt es sich einerseits um einen umfangreichen Bestand an Geschäftsbüchern, andererseits um eine ganz vermischte Gruppe von Geschäftsakten der Grubenverwaltungen. Hervorzuheben sind die Akten, die die Entwicklung des Abbaus unter dem Rhein und der Wasserwirtschaft am linken Niederrhein dokumentieren. Die Verwaltung und Geschäftsführung des Bergwerksbesitzes lag von 1912 bis 1937 bei der Bergwerksgesellschaft Diergardt mbH, deren Gesellschafter die Gewerkschaften Diergardt-Mevissen I-IV waren. Offensichtlich wurden die wichtigsten Korrespondenzen zwischen den Geschäftsführern der GmbH und dem Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses geführt. Von 1938 bis 1952, Gründung der Aktiengesellschaft, lag die zentrale Verwaltung bei der Gewerkschaft Diergardt-Mevissen III. Berechtsame 1897, 1911-1942 (6)
Schriftwechsel der Grubenverwaltung 1934-1946 (4)
Geschäftsberichte/Finanzberichte an die Militärregierung 1910-1967 (16)
Bilanzen 1925-1955 (9)
Eigentums- und Vermögensverhältnisse 1935-1955 (4)
Gehälter/Löhne 1912-1940 (11)
Betrieb/Abbau
Betriebliche Anlagen 1898-1959 (5)
Kohlegwinnung unter dem Abflussgebiet des Rheins 1910-1957 (6)
Deichbau 1918-1960 (5)
Wasserwirtschaft 1908-1953 (5)
Belegschaftsfragen 1920-1966 (10)
Kohlenhandel 1904-1953 (22)
Rheinisch-Westfälisches Kohlen-Syndikat 1911-1943 (49)
Gewerkschaft Diergardt 1909-1927 (8)
Gewerkschaft Diergardt II 1912-1927 (3)
Bergwerksgesellschaft Diergardt mbH 1912-1928 (38)
Bergwerksgesellschaft Diergardt-Mevissen mbH 1913-1935 (27)
Spezifikationsbücher der Betriebskonten 1912-1947 (26)
Gewerkschaft Diergardt-Mevissen III 1910-1918, 1934-1943 (25)
Gewerkschaft Diergardt-Mevissen I-IV 1936-1943 (13)
Karten/Pläne/Risse


Umfang : 2,3 m

Verweis : Ergänzungsüberlieferung im Bergbau-Archiv: Steinkohlenbergwerk Mathias Stinnes AG (Bestand 119)

Literatur : Joseph Hansen: Gustav von Mevissen. Ein rheinisches Lebensbild 1815-1899, 2 Bde., Berlin 1906.
Der Bergbau in den Feldern der Gewerkschaften Diergardt-Mevissen I-V. Zur Erinnerung an das fünfundzwanzigjährige Bestehen des Steinkohlenbergwerks Diergardt in Rheinhausen (Ndrh.), Rheinhausen 1935.
40 Jahre Diergardt-Mevissen, Rheinhausen 1949.
Gerhard Gebhardt: Ruhrbergbau. Geschichte, Aufbau und Entflechtung seiner Gesellschaften und Organisationen, Essen 1957, S. 431-437.
Friedrich Albert Meyer: Von der Ruhr über den Rhein. Rheinhausens Schwerindustrie, Rheinhausen 1966.
Heinz-Theo Niephaus: Unternehmenskräfte bei den ehemaligen Gewerkschaften Diergardt, Diergardt II und Wilhelmine Mevissen, in: Heimatkalender für den Kreis Moers 25, 1968, S. 35-42.
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