Bestand 57 Schachtanlage Werne, Werne (Lippe)



Laufzeit : 1889 - 1975



Inhalt : Am 9. Mai 1856 wurde die Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein AG in Osnabrück gegründet. 1889 hatte sie das Anthrazitkohlenbergwerk Piesberg gekauft, dessen Betrieb im Jahr 1898 wegen immer wieder auftretender Wassereinbrüche eingestellt werden musste. So entschloss man sich, einen eigenen Bergbau in Westfalen zur Kohleversorgung der Eisenbetriebe zu betreiben. Die Gesellschaft war an der Gründung der Gewerkschaft Freiherr vom Stein im Jahr 1874 beteiligt. 1899 wurden Grubenfelder erworben, die Schächte Werne 1 und Werne 2 abgeteuft und 1902 bzw. 1903 in Betrieb genommen. 1905 wurde auf der Zeche eine Kokerei mit Kohlenwertstoffgewinnung aufgebaut. 1907 erfolgte die Zusammenlegung der Grubenfelder der Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein AG und der Gewerkschaft Freiherr vom Stein. 1912 begann man, den Schacht Werne 3 abzuteufen, der 1915 in Betrieb genommen wurde.

Am 15. Dezember 1920 wurde ein Betriebs- und Interessengemeinschaftsvertrag zwischen der Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein AG und der Lothringer Hütten- und Bergwerksverein AG abgeschlossen. Diese hatte ähnliche Verträge auch mit anderen Werken abgeschlossen, wie dem Hasper Eisen- und Stahlwerk in Hagen-Haspe, der Facon-Eisenwalzwerk Mannstaedt & Cie. AG und der Düsseldorfer Eisen- und Drahtindustrie AG. Am 9. Februar 1923 wurde die Fusion der genannten Gesellschaften beschlossen und ab dem 1. Juli 1922 das Vermögen der einzelnen Gesellschaften auf die Lothringer Hütten- und Bergwerksverein AG übertragen. Diese benannte sich in Klöckner-Werke AG um, der Aufsichtsratsvorsitzende war Geheimer Kommerzienrat Dr.-Ing. E. h. Peter Klöckner. Die Verwaltung der Zeche Werne lag bei der Bergbauverwaltung Rauxel der Klöckner-Werke AG. 1930 wurden im Zuge der Weltwirtschaftskrise die Förderung auf der Schachtanlage Werne 3 eingestellt und die Kokerei stillgelegt.

1951 gliederte man die Zeche Werne, zusammen mit Königsborn, aus dem Vermögen der Klöckner-Werke AG aus. Am 21. Dezember 1951 wurde aus beiden die selbstständige Bergwerksgesellschaft Bergwerke Königsborn-Werne AG gegründet. 1954 wurde deren Aktienmehrheit auf die Klöckner-Werke AG übertragen, wodurch die Zechen Königsborn und Werne wirtschaftlich und organisatorisch wieder mit den Klöckner-Werken verbunden waren. Daher erfolgte die Umbenennung in Klöckner-Bergbau Königsborn-Werne AG. 1969 wurde die Schachtanlage Werne in die Ruhrkohle AG eingebracht und am 31. Dezember 1974 stillgelegt. Verwaltung der Zeche Werne unter der Direktion der Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein AG
Allgemeiner Geschäftsbetrieb 1889-1918 (18)
Betrieb der Zeche Werne 1898-1926 (28)
Tagesanlagen 1901-1916 (10)
Verwaltung der Zeche Werne unter der Klöckner-Werke AG 1924-1974 (7)
Verwaltung der Zeche Werne unter der Ruhrkohle AG/Bergbau AG Westfalen 1960-1975 (11)
Betriebsplanung/Betriebsablauf 1954-1974 (19)
Belegschaft 1953-1975 (12)
Unfallverhütung 1945-1974 (6)
Elektrizitätswirtschaft/Wasserwirtschaft 1912-1934, 1957-1973 (5)
Stadt Werne/Stadt Bockum-Hövel 1959-1974 (4)
Presse/Geschichte 1924-1974 (6)


Umfang : 8 m

Verweis : Ergänzungsüberlieferungen im Bergbau-Archiv: Klöckner-Bergbau Victor-Ickern AG (Bestand 25), Schachtanlage Königsborn (Bestand 73)
Ergänzungsüberlieferung im Stadtarchiv Werne: Karten und Pläne, Zeche Werne (RAG), Findbuch Nr. 1 (Bestand K 1), RAG, Zeche Werne, Findbuch Nr. 2 (Bestand 4), Zeche Werne, Schacht IV, Findbuch Nr. 3 (Bestand 1)

Literatur : 50 Jahre Zeche Werne. Ein Abriss der Geschichte unserer Schachtanlage von 1899 bis 1949, Werne 1949, S. 5-24.
Gerhard Gebhardt: Ruhrbergbau. Geschichte, Aufbau und Verflechtung seiner Gesellschaften und Organisationen, Essen 1957, S. 376-382.
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