Bestand 64 Schachtanlage Graf Schwerin, Castrop-Rauxel



Laufzeit : 1915 - 1974



Inhalt : 1872 wurde in Castrop die Gewerkschaft Graf Schwerin als Gewerkschaft der Steinkohlenbergwerke Novesium I-V, deren Felder bereits in den Jahren 1857/1858 verliehen worden waren, gegründet. Ein erster Schacht nahm 1875 die Förderung auf, die jedoch 1880, aufgrund erheblicher Wasserprobleme, starke Einbußen erfuhr und teilweise eingestellt werden musste. 1884 waren diese Probleme so weit behoben, dass hinsichtlich der Fördermenge wieder ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen war. Eine Kokerei mit einer Kapazität von 60 Öfen wurde Anfang 1887 in Betrieb genommen. 1892 fasste die Gewerkschaft den Entschluss, einen zweiten Schacht abzuteufen, der 1894, ein Jahr nach dem Beitritt zum Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndikat, die Förderung aufnahm. Ein dritter Schacht, der nach weiterem Felderwerb 1904 niedergebracht wurde, besaß ab 1906 zunächst die Funktion eines Seilfahrtschachtes und wurde dann ab 1910 auch zur Kohleförderung genutzt, wiederum gekoppelt mit dem Betrieb einer neuen Kokerei, deren Standort sich auf dem Zechengelände der Schächte 1 und 2 befand. Zur Verbindung dieser entfernter liegenden Betriebsteile kam eine Drahtseilbahn zum Einsatz.

1919 hatte die Bergbau-AG Lothringen die Anteilsmehrheit an der Gewerkschaft Graf Schwerin erworben und gleichzeitig deren Verwaltung übernommen. Im Jahr 1937 ging das Eigentum an Graf Schwerin vollständig auf die Bergbau-AG Lothringen über, die 1938 mit der Anlage eines vierten Schachtes den Betrieb ausdehnte. Nach zwischenzeitlichen kriegsbedingten Ausfällen und wieder aufgenommenem Normalbetrieb in den 50er Jahren erfolgte 1960 die Stilllegung der Kohlenwäsche. Die Kohle wurde nun über Tage zur Zeche Lothringen transportiert, mit der seit 1961 ein Verbund bestand. Die Zeche Lothringen wurde 1967 stillgelegt. Der Bestand wurde aus einer Aktenabgabe des Stadtarchivs Castrop-Rauxel aus dem Jahr 1984 gebildet. Es handelt sich zum überwiegenden Teil um Bauakten der Zeche Graf Schwerin aus der Registratur des zuständigen Bauordnungsamtes.

Umfang : 1,3 m

Verweis : Ergänzungsüberlieferung im Stadtarchiv Bochum: Bergbau-AG Lothringen (Bestand Flo 34, Findbuch im Bergbau-Archiv vorhanden)

Literatur : Joachim Huske: Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier. Daten und Fakten von den Anfängen bis 1997, 2. Aufl., Bochum 1998, S. 405 ff., S.634 f.
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