Bestand 72 Schachtanlage Waltrop, Waltrop



Laufzeit : 1902 - 1981



Inhalt : Das Bergwerk Waltrop entstand 1881 aus der Konsolidation von acht Feldern der Gewerkschaft Stempel. Im Mai 1882 wurde die Gewerkschaft Steinkohlenbergwerk Waltrop zu Waltrop im Kreis Recklinghausen gegründet.

Zur Vergrößerung des staatlichen Bergbaubesitzes in Westfalen kaufte die preußische Regierung im Jahr 1902 rund um die Gemeinde Waltrop Grubenfelder auf. Die Gewerkschaft Ver. Gladbeck in Gladbeck sowie die Felder Bergmannsglück in Buer, Potsdam in Dorsten, Waltrop in der Gemeinde Waltrop und Friedrich in der Gemeinde Ahsen wechselten aus dem Besitz von August Thyssen zum Fiskus. Zur Verwaltung der staatlichen Steinkohlenbergwerke in Westfalen wurde 1903 die Preußische Bergwerksdirektion in Dortmund gebildet, welche 1905 ihren Sitz nach Recklinghausen verlegte. Für die Zeche Waltrop war die Berginspektion 4 in Waltrop zuständig.

1903 wurde mit dem Abteufen der Doppelschachtanlagen Bergmannsglück und Waltrop begonnen. 1905 nahm das Bergwerk Waltrop die Förderung auf. Die Kohle wurde bis zur Stilllegung der Zeche im Jahr 1979 mit Dampfkraft gefördert. 1909 entstand auf Waltrop eine Kokerei mit 90 Abhitzeöfen. In diesem Jahr kam die Förderung jedoch wegen nicht zu bewältigendem Wassereinbruch gänzlich zum Erliegen. 1911 wurde der westliche Teil des Felderbesitzes zum Bergwerk Im Vest Recklinghausen und der östliche Teil zum Bergwerk An der Haard konsolidiert. 1912 konnte die Förderung wieder aufgenommen werden. 1914 fand eine Erweiterung der Schachtanlage durch die Inbetriebnahme einer Zechenanschlussbahn und den Bau weiterer 45 Regenerativöfen statt. Zur erweiterten Kokerei wurde eine Benzolfabrik errichtet.

Bis 1925 war die Zeche Waltrop der Bergwerksdirektion Waltrop unterstellt. 1926 wurde sie in die zur Kapitalbeschaffung neu gegründeten Bergwerks-AG Recklinghausen zusammen mit dem anderen staatlichen Bergwerksbesitz eingebracht. Nach der Weltwirtschaftskrise 1929 wurde diese Gesellschaft mit derschon in fiskalischem Besitz befindlichen Bergwerksgesellschaft Hibernia 1935 zur Bergwerksgesellschaft Hibernia AG, Herne, vereinigt.

1945 zerstörte ein Bombenangriff teilweise die Tagesanlagen. Die Förderung konnte jedoch noch im selben Jahr wieder aufgenommen werden. Koks wurde erst wieder ab 1949 produziert. 1952 erfolgte eine Modernisierung der Fördereinrichtungen und der Aufbereitung. Außerdem wurde die Zeche an das Stromverbundnetz der Hibernia AG angeschlossen. 1956 wurde die Kokerei samt Nebenproduktengewinnung stillgelegt.

Die Einbringung der Schachtanlage Waltrop in die neu gegründete Einheitsgesellschaft Ruhrkohle AG erfolgte 1969. Die Zeche wurde der Betriebsführungsgesellschaft Bergbau AG Dortmund zugeordnet. 1977 entstand aus der Zusammenlegung der Betriebsführungsgesellschaft Bergbau AG Dortmund mit der Bergbau AG Westfalen die Bergbau AG Westfalen, Dortmund. 1979 wurde das Bergwerk Waltrop aufgrund Erschöpfung der abbaufähigen Kohlenvorräte stillgelegt. Verwaltung
Allgemeine Verwaltungsangelegenheiten 1910-1965 (20)
Verzeichnis der Posteingänge 1941-1950 (17)
Bau eines Berginspektionsgebäudes 1904-1925 (3)
Personal- und Sozialwesen
Betriebsberichte 1922-1945 (4)
Statistiken zur Zeche Waltrop 1926-1968 (37)
Statistiken über alle Zechen der Hibernia/Bergwerks-AG Recklinghausen 1924-1968 (32)
Kassen- und Rechnungswesen/Spendengesuche 1926-1944 (6)
Steuern/Abgaben/Zölle 1902-1935 (33)
Ein- und Verkauf 1921-1957 (15)
Materialwirtschaft 1902-1945 (16)
Allgemeine Personalangelegenheiten 1903-1959 (17)
Belegschaftsstand/Belegschaftswechsel 1923-1945 (13)
Wehrdienst/Kriegseinsatz 1936-1947 (9)
Arbeitseinsatz von Fremdarbeitern und Kriegsgefangenen 1940-1945 (10)
Befugnisanerkennungen durch den Revierbeamten 1905, 1924-1933 (4)
Arbeitszeitbestimmungen 1925-1940, 1966 (10)
Schichtenzettel 1913-1925, 1937 (155)
Ausbildung 1926-1938 (7)
Versicherungsangelegenheiten 1912-1935 (19)
Löhne/Gehälter 1920-1964 (24)
Sozialleistungen/Sozialeinrichungen 1906-1953 (53)
Arbeitnehmervertretung 1918-1935, 1947-1948 (9)
Arbeitskämpfe 1905-1953 (6)
Rechtsangelegenheiten 1900-1935, 1947-1948 (52)
Wohnungwirtschaft 1949-1951 (74)
Betriebsführung

Allgemeine Betriebsangelegenheiten 1903-1954 (11)
Bau- und Reparaturmaßnahmen 1905, 1926-1935 (7)
Versuche/Verbesserungen 1903-1946 (5)
Ruhrbesetzung 1923-1927 (6)
Werksluftschutz 1926-1945 (8)
North German Coal Control 1945-1947 (3)
Kohle- und Koksproben 1910-1935 (6)
Grubenbetrieb 1902-1952 (126)
Tagesanlagen 1902-1936 (139)
Kokerei/Nebenproduktengewinnung 1908-1936 (27)
Ziegelei 1905-1925, 1945 (8)
Gemeinschaftsorganisationen/Verbände 1903-1945 (66)
Werksgeschichte 1946-1981 (4)
Dissertationen/Diplom-, Assessor-, Melde- und Oberklassenarbiten (61)
Fotos
Baupläne
Karten/Risse


Umfang : 56 m

Verweis : Ergänzungsüberlieferung im Bergbau-Archiv: Hibernia AG (Bestand 32)

Literatur : Steinkohlenbergwerk Waltrop 1903-1953, Festschrift, o. O. [1953].
Gerhard Gebhardt: Ruhrbergbau. Geschichte, Aufbau und Verflechtung seiner Gesellschaften und Organisationen, Essen 1957, S. 337 f.
Friedrich-Joachim Wirths: Schachtanlage Waltrop, unveröffentlichtes Manuskript, o. O. 1981.
Dietmar Bleidick: Die Hibernia-Affäre. Der Streit um den preußischen Staatsbergbau im Ruhrgebiet zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Bochum 1999 (= Schriften des Bergbau-Archivs. 9).
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