Bestand 85 Schachtanlage Prosper, Bottrop



Laufzeit : 1863 - 1972



Inhalt : 1861 wurde auf dem 1856 von der neu gegründeten Arenberg''schen Actien-Gesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb im Raum Bottrop gemuteten Feld Maximilian unter der Bezeichnung Prosper die Förderung aufgenommen. Weitere 1856 gemutete Felder (Prosper I-VI) erwarb man 1863. Im Zusammenhang mit Schacht 1, der 1891 mit einem eisernen Fördergerüst ausgestattet wurde, folgte 1866 die Inbetriebnahme einer Kokerei mit einer Kapazität von 72 Öfen. Mit der Konsolidation aller Felder zu Prosper im Jahr 1871 begann ein weiterer Betriebsausbau durch das Abteufen eines zweiten Schachtes unter der Bezeichnung Prosper II, der 1875 in Förderung ging. In den folgenden Jahrzehnten setzte sich der sukzessive Ausbau der Betriebsanlagen fort, sei es durch das Abteufen weiterer Schächte oder die Schaffung weiterverarbeitender Betriebe auf Grundlage der Kohlechemie.

Nach dem Ersten Weltkrieg änderte sich die Besitzstruktur des Unternehmens, nachdem die Rheinische Stahlwerke AG bis 1922 nach und nach das Vermögen der Arenberg''schen AG übernommen hatte. Ende der 20er Jahre wurde die Förderung auf Prosper I eingestellt. Für eine effektivere Betriebsführung nahm man unter gleichzeitiger Stilllegung der Kokereien auf Prosper I, Prosper II und Prosper III eine neue Zentralkokerei in Betrieb. Prosper war 1933 schließlich erstmals das größte Bergwerk im Ruhrrevier. Zusätzlich zum Steinkohleabbau kam es 1940 zum Aufschluss von Blei und Zink.

Nachdem im Jahr 1945 infolge der Kriegsschäden der Betrieb zeitweise völlig eingestellt werden musste, erreichten Mitte der 50er Jahre sowohl die Förderung als auch die Kokserzeugung annähernd wieder den Vorkriegsstand, mittlerweile erneut unter der Regie der Arenberg''schen Gesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb mbH, der die Rheinische Stahlwerke AG nach dem Krieg ihr Bergbauvermögen übertragen hatte. Eine weitere Feldübernahme (Nordlicht-West, 1957) und der kontinuierliche Vorstoß des Abbausin größere Teufen kennzeichneten den Betrieb in der Folgezeit, der sich nun mit Prosper I-IV in vier Anlagen gliederte. Als 1974 mit der Zeche Jacobi-Franz Haniel auf Prosper III der Durchschlag erfolgte, schuf man den Verbund Prosper-Haniel, auf dem 1990 mit der Realisierung neuer Abbauvorhaben begonnen wurde. 1996 war Prosper-Haniel mit einer Förderung von mehr als 3,7 Mio. t und mehr als 4 200 Beschäftigten das größte Bergwerk des Ruhrreviers. Berechtsame Prosper 1863-1890, 1972 (5)
Berechtsame Thyssen 1908-1911, 1957-1968 (4)
Rechtsstreit Werner/Matthaei (Patent für Bandverbindungen) 1932-1941 (8)
Arenberg-Bergbau GmbH, Essen/Arenberg''sche AG für Bergbau und Hüttenbetrieb 1898-1921, 1953-1956 (15)
Fotosammlung

Umfang : 8 m

Verweis : Ergänzungsüberlieferung im Westfälischen Wirtschaftsarchiv, Dortmund: Arenberg Bergbau-Gesellschaft mbH, Essen (Bestand F 35)

Literatur : Denkschrift zur Erinnerung an das 50jährige Bestehen der Arenberg''schen Actien-Gesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb zu Essen 1856-1906, Düsseldorf o. J.
Arenberg Bergbau 1856-1956, Essen o. J.
Joachim Huske: Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier. Daten und Fakten von den Anfängen bis 1997, 2. Aufl., Bochum 1998, S. 789-793.
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