Bestand 100 Preußische Zechenbahn- und Hafenbetriebsgesellschaft, Gladbeck



Laufzeit : 1878 - 1959, 1976



Inhalt : Am 1. Mai 1913 wurde der Zechenbahnbetrieb im Grubenfeld Im Vest Recklinghausen durch die Königlich Preußische Bergwerksdirektion Recklinghausen zu einer besonderen Betriebsabteilung zusammengefasst. Das zunächst von den Zechen individuell betriebene Schienennetz verband zu dieser Zeit folgende staatliche Steinkohlenbergwerke: Möller und Rheinbaben mit ihrer Grubenanschlussbahn zum Staatsbahnhof Bottrop sowie die Bergwerke Zweckel, Scholven, Bergmannsglück und Westerholt. In den Orten Hassel und Gladbeck lagen die Sammelstellen zur Übergabe der Fracht an die Staatsbahnen.

Seit 1910 wurde am Ausbau des Gleisnetzes von Bottrop zu einem betriebseigenen Hafen am Rhein-Herne-Kanal gearbeitet. Mit der Inbetriebnahme dieses Teilstücks und des Hafens im Jahr 1914 änderte man den Verwaltungsnamen in Königliche Zechenbahn- und Hafenverwaltung um. Ihren Sitz hatte sie in Gladbeck. Die Zechenbahn- und Hafenverwaltung war ein selbstständiger Verwaltungszweig und ein besonderes Betriebsunternehmen unter der Leitung des Handelsdezernenten der Bergwerksdirektion. Die Gesellschaft kaufte Kohle und Koks von den Zechen zu festgelegten Preisen, beförderte das Gut zu den Bestimmungshäfen und brachte es zum Verkauf. Außerdem sorgte die Gesellschaft, gegen feste Tarife, für den Transport von Gütern zu den Übergabebahnhöfen und Zechen.

1917 kamen durch den Ankauf der Bergwerksgesellschaft Hibernia durch die Preußische Bergverwaltung noch die Schachtanlagen General Blumenthal und Schlägel & Eisen zum Gleisverbund. Schlägel & Eisen und General Blumenthal waren an die Staatsbahnhöfe Westerholt bzw. Recklinghausen (später Recklinghausen-Ost) angeschlossen. 1918 wurden beide Anlagen miteinander per Gleis verbunden. Von 1924 bis 1926 dauerte der Bau eines zweiten Anschlusses an den Rhein-Herne-Kanal, von General Blumenthal zum Hafen Wanne. Im April 1936 erfolgte erst die Eingliederung dieser Zechenbahn in den Gesamtbetrieb der Zechenbahn- und Hafenbetriebe. 1963 kam der Bahnbetrieb auf der Schachtanlage Shamrock 3/4 hinzu.

Die Transportleistung betrug 1982 42,3 Mio. t. Im Einzugsbereich der Zechenbahn- und Hafenbetriebe lagen 1983 elf fördernde Schachtanlagen. Allgemeine Verwaltung 1902-1959, 1976 (131)
Bergwerksdirektion Recklinghausen 1906-1918 (11)
Schachtanlage General Blumenthal 1885-1923 (4)
Schachtanlage Schlägel & Eisen 1878-1936 (26)

Umfang : 9 m

Verweis : Ergänzungsüberlieferung im Bergbau-Archiv: Hibernia AG (Bestand 32)

Literatur : Ruhrkohle-Werkszeitschrift, H. 5, 1983, S. 6 f.
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