Bestand 124 Oberbayerische Aktiengesellschaft für Kohlenbergbau, München



Laufzeit : 1934 - 1976



Inhalt : Die Oberbayerische AG für Kohlenbergbau (Oberkohle) ist 1870 aus der Miesbacher Steinkohlen-Gewerkschaft hervorgegangen. Im Jahr 1847 wurde dem Fabrikanten Carl Martin Ritter von Stegmayer ein privilegiertes Distriktfeld, das so genannte Miesbacher Feld, im Raum Miesbach verliehen, um die dort anstehende Pechkohle abzubauen. Stegmayer gründete daraufhin den Oberbayerischen Bergwerksverein, der kurze Zeit später in Königlich-Bayerische privilegierte Steinkohlen-Gewerkschaft umbenannt wurde. 1871 besaß die Gesellschaft die vier Gruben Hausham, Plutzer (Miesbach), Au und Remberg. 1876 kamen noch Tölz und Bregenz hinzu. Bis zum Jahr 1966, als der Grubenbetrieb endgültig eingestellt wurde, standen die Gruben Hausham und Penzberg in Förderung. Die übrigen Gruben waren schon vor dem Ersten Weltkrieg stillgelegt worden.

Die Aktienmehrheit der Oberkohle wechselte mehrfach, bevor sie 1936 an die Bergwerksgesellschaft Hibernia mit Sitz in Herne überging und im Jahr 1970 von der Vereinigte Elektrizitäts- und Bergwerks-AG (VEBA) übernommen wurde. Aufgelöst wurde die Gesellschaft im Jahr 1979.

Die Oberkohle besaß Geschäftsanteile an der Oberbayerischen Kohlenvertriebs GmbH, der Bayernkessel GmbH (seit 1955 Beratungsstelle für Oberbayerische Pechkohle GmbH), der Notgemeinschaft Deutscher Kohlenbergbau, dem Süddeutschen Bergbaukontor, das 1948 die Aufgaben des von der Oberkohle und dem Bergwerk Marienstein gegründeten Zentraleinkaufs der bayerischen Kohlenbergwerke und Salinen übernahm und der Wohnungsbau-Gesellschaft bayerischer Kohlenbergwerke mbH. 1964 gründeten die Oberkohle und die Hibernia die Oberbayerische Kraftwerke GmbH.

Bei diesem Bestand handelt es sich lediglich um einen ergänzenden Teilbestand der Oberkohle, deren Überlieferung sich im Staatsarchiv München befindet. Der im Bergbau-Archiv vorhandene Bestand gehörte zur Übergabe der Hibernia-Akten 1971, Restteile wurden zwischen 1985 und 1992 von der VEBA, Gladbeck, übergeben. Der Bestand setzt sich zum einen aus geologischen Unterlagen und zum anderen aus Geschäftsunterlagen zusammen. Im Einzelnen sind Geschäftsberichte der Jahre 1934 bis 1963 sowie Revisionsberichte der Hibernia über die wirtschaftliche Lage und die Geschäftsabschlüsse der Oberkohle für die Jahre 1937 bis 1963 vorhanden, außerdem Unterlagen und Schriftwechsel über die Stilllegung.

Die geologischen Unterlagen umfassen Untersuchungen der Kohlenlagerstätten zwecks Erweiterung des Abbaus, Untersuchungsberichte und verschiedene Grubenbilder. Betriebsberichte für die Gruben Penzberg, Peissenberg und Hausham sind ebenfalls im Bestand. Geschäftsführung 1934-1967 (10)
Geologische Untersuchungen der Lagerstätten 1950-1965 (13)
Betriebsberichte 1957-1967 (4)
Betriebsgeschichte 1981-1982 (1)
Stilllegung der Gruben/Auflösung der Gesellschaft/Abwicklung 1955-1976 (5)
Grubenbild Hausham
Karten/Pläne

Umfang : 3 m

Verweis : Ergänzungsüberlieferung im Bergbau-Archiv: Bergwerksgesellschaft Hibernia (Bestand 32)
Die Hauptüberlieferung befindet sich im Staatsarchiv München (Bestand Oberkohle, Findbuch im Bergbau-Archiv vorhanden)

Literatur : Anton Weithofer (Hrsg.): Das Pechkohlengebiet des bayerischen Voralpenlandes und die Oberbayerische Aktiengesellschaft für Kohlenbergbau. Denkschrift aus Anlass des 50-jährigen Bestehens dieser Gesellschaft 1870-1920, München 1920.
Ders.: Der bayerische Kohlenbergbau, in: Die deutsche Bergwirtschaft der Gegenwart. Festgabe zum Deutschen Bergmannstag, hrsg. von Wilhelm Hölling/Friedrich August Pinkerneil, Berlin 1928, S. 81 ff.
Karl Balthasar: Geschichte und Bergtechnik der Kohlenbergwerke Penzberg und Hausham, in: Geologica Bavarica 73, 1975, S. 7 ff.
Eberhard Zorn: Die Oberbayerische Aktiengesellschaft für Kohlenbergbau. Geschichtlicher Abriss und Bestandsbeschreibung, in: Mitteilungen für die Archivpflege in Bayern 27/28, 1981/1982, S. 32 ff.
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