Bestand 131 Ruhrkohle AG, Essen



Laufzeit : 1968 - 1998



Inhalt : Durch billige Importkohle, preisgünstiges Erdöl und verringerten Einsatz bei Strom- und Stahlerzeugung hatten sich in den 60er Jahren die Probleme des Steinkohlenbergbaus im Ruhrgebiet erneut zugespitzt. Erklärtes Ziel der in Bonn regierenden Großen Koalition war eine geordnete Rückführung der Bergbaukapazitäten. Zu diesem Zweck trat im Mai 1968 das "Gesetz zur Anpassung und Gesundung des deutschen Steinkohlenbergbaus und der deutschen Steinkohlengebiete" (Kohlegesetz) in Kraft. Auf seiner Basis folgten im November des Jahres die Gründung der Ruhrkohle AG (RAG) als zukünftige Gesamtgesellschaft des Ruhrbergbaus sowie im Februar 1969 die Eintragung der neuen Gesellschaft ins Handelsregister. Am 18. Juli 1969 unterzeichnete dann die Bergbaugesellschaften ("Altgesellschaften"), die Bundesrepublik Deutschland und die Ruhrkohle AG den Grundvertrag. Dr. Hans-Helmut Kuhnke wurde erster Vorstandsvorsitzender der Ruhrkohle AG (bis 1973).

1969 kam es auch zum Abschluss des Hüttenvertrages zwischen RAG und Stahlindustrie, der eine Laufzeit bis Ende 1988 hatte. 1970 wurden für das operative Geschäft sieben Bergbau-Aktiengesellschaften als Betriebsführungsgesellschaften gegründet: Bergbau AG Niederrhein, Bergbau AG Oberhausen, Bergbau AG Gelsenkirchen, Bergbau AG Herne/ Recklinghausen, Bergbau AG Essen, Bergbau AG Dortmund und Bergbau AG Westfalen. Bereits 1976 konzentrierte sich die Organisation auf drei neue Betriebsführungsgesellschaften: Bergbau AG Niederrhein, Bergbau AG Lippe, Bergbau AG Westfalen.

1980 wurde der so genannte Jahrhundertvertrag zwischen Steinkohlenbergbau und Kraftwirtschaft mit einer Laufzeit bis Ende 1995 abgeschlossen. Im Verlauf der 80er Jahre folgten mehrere Anpassungsprogramme zur Verringerung der Förderkapazität. 1989 wurde der Eschweiler Bergwerks-Verein von der RAG übernommen, 1999 erfolgte die Konzentration auf nur noch zwei Betriebsführungsgesellschaften: Ruhrkohle Niederrhein AG und Ruhrkohle Westfalen AG; die Bergwerksgesellschaft Sophia-Jacoba wurde übernommen, ein Jahr später auch die Gewerkschaft Auguste Victoria. Zum 1. März 1996 löste die Ruhrkohle Bergbau AG die beiden Betriebsführungsgesellschaften ab.

Ein neues Kohlegesetz von 1997 schuf die Voraussetzung dafür, dass ein alle Reviere umfassendes deutsches Steinkohlebergbauunternehmen entstehen konnte. So wurde am 1. Januar 1998 die Deutsche Steinkohle AG (DSK) als hundertprozentige Tochter der RAG mit Zustimmung des Bundeskartellamtes und der Europäischen Kommission gegründet. Die RAG hat sich in den 90er Jahren vom Bergbau-Unternehmen zu einem international agierenden Energie-, Handels- und Technologiekonzern entwickelt. Die DSK betreibt gegenwärtig 14 Bergwerke in Deutschland, davon neun im Ruhrgebiet, zwei im Saarland und eins in Ibbenbüren. Grundsatzerklärungen der Altgesellschaften über den Beitritt zur Ruhrkohle AG
Vorbereitung der Verträge zur Gründung der Ruhrkohle AG
Geschäftsberichte
Berichte über Jahresabschlussprüfungen
Belegschaftsberichte
Aufsichtsratssitzungen der Gelsenkirchener Bergwerks-AG
Direktionssitzungen der Bergbau AG Lippe
Sitzungen der Notgemeinschaft Deutscher Kohlenbergbau GmbH
Sitzungen des Beirats der Ruhrkohlen-Export GmbH
Sitzungen der Bauausschüsse verschiedener Bauvorhaben
Vorstandssitzungen Technik
Werksleitersitzungen
Stabsleiterbesprechungen
Ressortgespräche
Arbeitskreis Einheitsstreb
Ruhrkohlen-Export GmbH
Ruhrkohle-Treuhand GmbH
Planungsberichte
Berichte über abgeschlossene Vorhaben
Jahresberichte
Berichte des Vorstands
Wirtschafts- und Sozialberichte
Ausbaubericht Bergbau AG Lippe
Statistische Zahlen und Kennzahlen
Beschreibungen von Zechen/Schachtanlagen/Lagerstättenbewertungen
Betriebsanalysen Grubenbetriebe
Beschreibung und Bewertung der Kokereibetriebe
Aufschluss neuer Abbaubereiche im Raum Haard/Haltern
Stilllegung der Schachtanlage Mathias Stinnes (Schriftwechsel/Bauzeichnungen)
Vortragsmanuskripte
Berichte über Auslandsdienstreisen
Berichte über sozialwissenschaftliche Studien (im Auftrag der RAG)
RAG-Broschüren
Veröffentlichungen/Presseausschnittsammlung
Werkzeitschriften
Fotos
Bauzeichnungen/Lagepläne

Umfang : 12 m (unverzeichnet)

Literatur : Lothar F. Neumann (Hrsg.): Die Ruhrkohle AG. Sozialökonomische Unternehmensbiographie eines Konzerns, Bochum 1987.
RAG (Hrsg.): Rückblicke - Einblicke - Ausblicke, Essen 1996.
Umschau. Fachzeitschrift der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Heft August/September 1998.
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