Bestand 197 Schachtanlage Heinrich Robert, Hamm-Herringen



Laufzeit : 1911 - 1983



Inhalt : Die französische Eisengesellschaft Les Petits Fils de Francois de Wendel & Cie., Paris, erwarb im Jahr 1899 zur Sicherung der Kohleversorgung ihrer Werke mehrere zusammenhängende Steinkohlenfelder bei Hamm (Westfalen), die eine Berechtsame von insgesamt 17,69 Mio. m2 umfassten. Im Jahr 1901 wurde begonnen, die Schächte 1 (Heinrich) und 2 (Wetterschacht Robert) abzuteufen. Der Bau der Tagesanlagen auf den zuvor unter dem Namen de Wendel konsolidierten Grubenfeldern datiert auf die Jahre 1903 bis 1907. Auf Schacht 1 begann 1904 die Kohleförderung; jedoch konnte erst 1906 die Förderung voll aufgenommen werden. 1908/1909 entstand eine Kokerei mit Nebenproduktengewinnung, die in der Folgezeit weiter ausgebaut wurde. 1914 wurde mit dem Bau eines eigenen Hafens am Datteln-Hamm-Kanal begonnen.

Während des Ersten Weltkrieges stand die Zeche als feindliches Eigentum unter der treuhänderischen Verwaltung eines Staatskommissars. 1916 erfolgte ihr Beitritt zum Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndikat. Nach dem Krieg gründete man eine eigene Handelsorganisation mit dem Namen Kohle & Erz Handelsgesellschaft mbH, Hamm. Für die Errichtung einer zweiten Schachtanlage wurde 1923 damit begonnen, Schacht 3 (Franz) abzuteufen, 1927 folgte Schacht 4 (Humbert) als Wetterschacht. Die neu entstandene Schachtanlage Franz-Humbert nahm 1928 die Förderung auf.

Die Wirtschaftskrise bedingte 1932 die Einstellung der Förderung auf der Schachtanlage Franz-Humbert, Jahre später wurde sie wieder aufgenommen. Im selben Jahr wurde die Zeche de Wendel, bisher eine Betriebsgruppe der Firma Les Petits Fils de Francois de Wendel & Cie., Paris, in die Steinkohlenbergwerk Heinrich Robert AG, Herringen bei Hamm (Westfalen) umgegründet. Das Grundkapital betrug 17 Mio. Reichsmark. Auch während des Zweiten Weltkriegs wurde die Gesellschaft treuhänderisch verwaltet. Mitte der 50er Jahre erfolgte ein weiterer Ausbau der Aufbereitungsanlagen und derKokerei. Da in den Schächten Heinrich und Franz 1969 die Förderung eingestellt wurde, wurde Schacht Robert zum Hauptförderschacht. 1973 erfolgte der Aufschluss des Feldes Monopol III sowie der Verbund mit der Zeche Werne. Zum 1. April 1998 erfolgte der Verbund mit Haus Aden/Monopol zum Bergwerk Ost. Geschäftsberichte
Unternehmensdokumentationen
Gutachten/Planungsberichte
Presseausschnittsammlung
Fotos

Umfang : 0,3 m (unverzeichnet)

Literatur : Gerhard Gebhardt: Ruhrbergbau. Geschichte, Aufbau und Verflechtung seiner Gesellschaften und Organisationen, Essen 1957, S. 327 ff.
Joachim Huske: Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier. Daten und Fakten von den Anfängen bis 1997, 2. Aufl., Bochum 1998, S. 463.
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