Bestand 209 Saarbergwerke AG, Saarbrücken



Laufzeit : 1954 - 1998



Inhalt : Die Gründung der Saarbergwerke AG erfolgte im September 1957 vor dem Hintergrund des 1956 unterzeichneten Saarvertrages, der eine Rückgliederung des Saarlandes an die Bundesrepublik Deutschland vorsah. Hauptanteilseigner wurden mit 74 % der Aktien die Bundesrepublik Deutschland sowie das Saarland mit 26 %, womit man insbesondere dem Abstimmungsverhalten der Bevölkerung in der Frage des Saar-Statuts Rechnung trug. Diese Besitzstruktur der Saarbergwerke AG setzte eine Tradition fort, die seit Mitte des 18. Jahrhunderts, nachdem die Gruben des Saarbrücker Steinkohlenbergbaus in landesherrlichen Besitz überführt worden waren, ein Charakteristikum des saarländischen Bergbaus bildete, zuletzt durch die seit Kriegsende bestehende, zunächst französische, anschließend französisch-saarländische Verwaltung der Bergwerke. Die Beziehungen zu Frankreich, zum lothringischen Revier, waren auch nach 1957 von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung der Saarbergwerke AG. Enge wirtschaftliche Kooperationsverhältnisse, etwa in Fragen der Absatzmärkte, wurden über Ländergrenzen hinweg geschaffen und machten die Saarbergwerke AG zu einem wichtigen Baustein im Rahmen der europäischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit.

Die sich gegen Ende der 50er Jahre abzeichnende Kohlenkrise, hervorgerufen durch billigere Importkohle und eine wachsende Bedeutung des Mineralöls, führte auch bei der Saarbergwerke AG zu Bestrebungen, einerseits durch Rationalisierungsmaßnahmen den Betrieb der bestehenden Gruben effektiver zu gestalten, andererseits die Gesamtkohleförderung zu reduzieren. Außerdem sollte die betriebliche Basis durch Diversifikationsmaßnahmen erweitert werden. Mitte der 60er Jahre nahm man daher den Handel mit Mineralölprodukten auf und errichtete im saarländischen Klarenthal eine eigene Raffinerie, wiederum in enger Zusammenarbeit mit französischen Partnern. Der Energiebereich des Unternehmens wurde ausgeweitet und Beteiligungen auf dem Gebiet der Werkzeugproduktion und der chemischen Industrie erworben. Nicht alle diese Unternehmungen sollten sich auf Dauer als erfolgreich erweisen, sodass insbesondere die petrochemischen Aktivitäten bis Mitte der 70er Jahre wieder aufgegeben wurden. Ohnehin hatte die rapide Ölpreiserhöhung zu Beginn der 70er Jahre eine erneute Besinnung auf den Kernbereich des Unternehmens, die Steinkohleförderung, die Strom- und Kokserzeugung, forciert. Daneben bildeten sich die Energie- und Umwelttechnik, die Erzeugung von Mineralölprodukten und Fernwärme und deren Vertrieb, abgerundet durch die Sparten Werkzeuge und Gummi, zu wesentlichen Aktivitätsbereichen des Unternehmens, einschließlich seiner Tochterunternehmen und Beteiligungen, heraus.

Anfang 1998 wurde die Saarbergwerke AG durch Übertragung des Aktienanteils des Saarlandes von 26 % an die Ruhrkohle AG (RAG) mit dieser fusioniert. Als wichtigste Voraussetzung hatten zuvor das Bundeskartellamt und die EU-Kommission ihre Genehmigung erteilt. Der Nichtbergbaubereich des Unternehmens wurde 1998 in der neu geschaffenen Saarberg AG konzentriert; ähnlich verfuhr man mit den Bergbau- und Kokereiaktivitäten des Unternehmens, die unter dem Dach der RAG in die Deutsche Steinkohle AG, Herne, überführt wurden. Ende der 90er Jahre beschränkte sich die saarländische Steinkohlenförderung auf die drei großen Verbundbergwerke Ensdorf, Warndt/Luisenthal und Göttelborn/Reden (Förderung 1997 über 3,7 Mio. t Steinkohle). Das Bergwerk Göttelborn/Reden wurde zum 1. September 2000 stillgelegt. Unternehmensdokumentation der Saarbergwerke AG sowie ihrer Tochterunternehmen
Satzungen
Geschäftsberichte
Sozialbilanzen
Tarifverträge
Wohnungsbau
Gutachten
Werkzeitschrift
Presseausschnittsammlung

Umfang : 1,3 m (unverzeichnet)

Verweis : Die Hauptüberlieferung der Saarbergwerke AG befindet sich als Depositum im Landesarchiv Saarbrücken

Literatur : Die Hauptverwaltung der Saarbergwerke AG, hrsg. von der Saarbergwerke AG, Hauptabteilung Allgemeine Dienste, Saarbrücken 1981.
25 Jahre Saarbergwerke Aktiengesellschaft. 1957-1982, hrsg. von der Saarbergwerke AG, Hauptabteilung Allgemeine Dienste, Saarbrücken 1982.
Saarberg Geschäftsberichte 1995-1998, hrsg. von der Saarbergwerke AG/Saarberg AG.
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