Bestand 210 Steinkohlenbergwerk Friedrich Heinrich AG, Kamp-Lintfort



Laufzeit : 1913 - 1977



Inhalt : Die Gründung der Steinkohlenbergwerk Friedrich Heinrich AG in Kamp-Lintfort, Kreis Moers, erfolgte 1906 durch eine französische Bankengruppe unter Führung der Société Générale de Crédit Industriel et Commercial in Paris. Das Gründungskapital belief sich auf 14 Mio. Mark. Schon 1909 konnte der (bisher aus den Grubenfeldern Friedrich Heinrich 1, 2 und 4 bestehende) Felderbesitz durch den Zukauf mehrerer Steinkohlenfelder - 1914 unter dem Namen Friedrich Heinrich 3 vereinigt - erweitert werden. Die Schächte 1 (Förderschacht) und 2 (Wetterschacht), beide unter Anwendung des Gefrierverfahrens abgeteuft, wurden 1912 fertiggestellt. Im selben Jahr begann die Kohleförderung. Anschließend baute die Gesellschaft die erste Koksofenbatterie mit Nebenproduktengewinnungsanlagen, die Kokerei nahm 1913 den Betrieb auf.

Nach Beginn des Ersten Weltkrieges wurde das Steinkohlenbergwerk aufgrund der Verordnung des Bundesrats betreffend ausländische Gesellschaften unter Zwangsverwaltung gestellt. Dies bedingte auch den Beitritt der Gesellschaft zum Übergangs-Kohlensyndikat im Jahr 1916. In einem 1917 verfügten Liquidationsverfahren erwarb eine deutsche Industriegruppe unter Führung der Rheinischen Stahlwerke die Aktienmehrheit. Die Aktiengesellschaft Friedrich Heinrich wurde in die Gewerkschaft Friedrich Heinrich umgewandelt und als Betriebsabteilung in die Rheinischen Stahlwerke eingegliedert. 1921 wurde der in der Vorkriegszeit geltende Rechtszustand wieder hergestellt. Gleichzeitig trat die Gesellschaft aus dem Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndikat (RWKS) aus. 1924 erwarb die französische de Wendel-Gruppe die Mehrheit der Aktien der Friedrich Heinrich AG. 1926 trat die Gesellschaft erneut dem RWKS bei. 1928 erfolgte das Abteufen des Schachtes 3 im kurz zuvor erworbenen Feld Norddeutschland. 1939 wurden die Grubenfelder Humboldt 1 und 2 angekauft.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Gesellschaft dem Reichskommissar für dieBehandlung feindlichen Vermögens unterstellt. Nach vorübergehender Stilllegung des Betriebes im Frühjahr 1945, bedingt durch Kriegsschäden, begann der Wiederaufbau der Werksanlagen und Wohnungen. Die Einführung der Vollmechanisierung der Kohlengewinnung in allen Abbaubetrieben der Zeche Friedrich Heinrich datiert auf den 12. September 1958. Ein Jahr später erfolgte die Inbetriebnahme des Schachtes 4.

1970 brachte die Friedrich Heinrich AG ihren Bergwerksbesitz in die 1968/1969 gegründete Ruhrkohle AG ein. Die Kokerei Friedrich Heinrich stellte ihren Betrieb in den Jahren 1977 und 1978 schrittweise ein. Im Jahr 1993 wurden die Bergwerke Friedrich Heinrich und Rheinland zu dem Verbundbergwerk Friedrich Heinrich/Rheinland zusammengeführt. Geschäftsberichte 1910-1970
Belegschaftsmitteilungen 1962-1969
Ansprache an die Jubilare der Friedrich Heinrich AG 1962
Beschreibung des Steinkohlenbergwerks 1951
Broschüren/Fotoalben
Presseausschnittsammlung/Pressenotizen
Bauzeichnungen für die Errichtung von Beamtenwohnhäusern

Umfang : 1,3 m (unverzeichnet)

Literatur : Erwin Anderheggen: Der Ausbau der Zeche Friedrich Heinrich für eine Jahresförderung von drei Millionen Tonnen, in: Glückauf 93, 1957, S. 1373-1393.
Gerhard Gebhardt: Ruhrbergbau. Geschichte, Aufbau und Verflechtung seiner Gesellschaften und Organisationen, Essen 1957, S. 188-193.
Dietrich Stroemer: Steinkohlenbergwerk Friedrich Heinrich. Seine Geschichte 1906-1993, Kamp-Lintfort 1993.
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