Bestand 53 Wirtz''sche Bergwerke, Gruben Wohlfahrt und Schwalenbach GmbH, Bonn



Laufzeit : 1846 - 1940



Inhalt : Die Wirtz''schen Bergwerke, Gruben Wohlfahrt und Schwalenbach GmbH, Bonn, waren eine Familiengesellschaft, die den aus dem Besitz von Bernhard Augustin Wirtz († 1898) ererbten Bergwerksbesitz verwaltete. Die wichtigsten Gruben dieses Besitzes sind die zusammenhängenden Gruben Wohlfahrt und Schwalenbach bei Rescheid im Kreis Schleiden, Regierungsbezirk Aachen, Bergamtsbezirk Kommern-Gemünd, später Düren. In den sonstigen Konzessionen des Bernhard Augustin Wirtz ist über Schürfversuche hinaus kein Bergbau betrieben worden.

Im Bereich der Bleierzkonzession Wohlfahrt, die 1839 verliehen und 1847 erweitert wurde, sind bereits im 18. Jahrhundert Abbauversuche, u. a. von Baumeister de Berghes, unternommen worden, wovon zahlreiche Halden- und Pingenzüge zeugen.

In den Jahren 1823 bis 1828 haben die Bergleute Huttanus, Reinarz, Blenz und Huppertz Untersuchungsarbeiten durchgeführt und eine Haldenaufbereitung betrieben. Von 1839 bis 1847 hat der englisch-belgische Industrielle John Cockerill die Konzession auszubeuten versucht, jedoch ohne großen Erfolg. 1847 gelangte die Konzession in den Besitz von Barthold Suermondt in Aachen, der die Aufschlussarbeiten unter Leitung von Inspektor Wadsack und Direktor Kobe fortsetzte. Nach ihm wurde der Hauptschacht der Grube Wohlfahrt Barthold-Schacht benannt. 1857 pachteten Bernhard Augustin Wirtz und A. Odenthal gemeinsam die Grube, unternahmen weitere Untersuchungen und betrieben die Haldenaufbereitung. Am 28. Oktober 1861 kaufte Bernhard Augustin Wirtz die Konzession und die Betriebsanlagen, die er zunächst in eigener Regie betrieb, dann aber ab 1877 für 99 Jahre an die Continental Diamond Rock Boring Co., London, verpachtete. Unter der Betriebsleitung dieser Gesellschaft erbrachten zunächst bis in die 80er Jahre die Grube Wohlfahrt, danach die Grube Schwalenbach bis Ende des Ersten Weltkriegs gute Erträge. Der Abbau wurde bis in 400 m Teufe vorgetrieben. Die Vertaubung der Gänge und die Weltmarktlage der Erzpreise führten 1922 zur Stilllegung der Grube, die inzwischen vom Bankhaus Oppenheim, Köln, unter Eintritt in den Pachtvertrag von 1877 übernommen worden war.

In der Folgezeit haben die Erben Wirtz immer wieder Versuche zur Wiederbelebung unternommen, die schließlich im Zuge der Autarkiebestrebungen zu Untersuchungsarbeiten in den Jahren 1937 bis 1940 unter Führung der Kölner Firma Felten & Guilleaume, Carlswerk führten. Auf Grund der unbefriedigenden Aufschlüsse wurden die Arbeiten 1940 endgültig eingestellt.

Ein wesentlicher Teil des Bestandes betrifft den Schriftwechsel über die Geschäftsführung der Familiengesellschaft, Abrechnungen, Bilanzen, Verteilung der Tonnen-Prämie und Auseinandersetzungen zwischen den Erben. Geschäftsführer waren 1898 bis 1903 der älteste Schwiegersohn des Bergwerksbesitzers Bernhard Augustin Wirtz, Dehlhez in Aachen, dann von 1903 bis 1925 der jüngere Schwiegersohn, Notar Dr. Bremen, 1925 bis 1934 der Sohn der Erblasser Bernhard Augustin und Maria Wirtz, Sylvester Wirtz. Ab 1934 übernahm der Schwiegersohn von Dr. Bremen, Max Derstappen, die Geschäftsführung (bis 1950).

Der Bestand enthält zahlreiche Gutachten, Befahrungs- und Untersuchungsberichte über die geologische und betriebliche Lage des Bleierzvorkommens, außer auf den Gruben Wohlfahrt und Schwalenbach auch über die Konzessionen Barbara bei Cornelimünster, Glücksanfang und Adler bei Bleialf in der Eifel. Weiterhin sind Schriftwechsel und Verträge mit den Pächtern der Gruben enthalten.

Im Bestand sind außer einigen Übersichtskartenwerken auch Risse und Pläne der Gruben enthalten. Insbesondere von den Gruben Wohlfahrt und Schwalenbach liegen Risse der Tagessituation aus verschiedenen Jahren, Grubenbilder, Profile und Seigerrisse mit Nachtragungen bis zur Einstellung des Betriebes vor. Geschäftsführung der Wirtz''schen Bergwerke 1905-1950 (17)
Betrieb der Grube Wohlfahrt/Grube Schwalenbach 1847-1920 (4)
Grube Glücksanfang 1843-1916 (1)
Grube Barbara 1846-1921 (1)
Karten/Pläne/Risse

Umfang : 0,6 m

Literatur : Werner Kasig: Grube Wohlfahrt: Bleierz zum Anfassen. Zentrum des geologisch-montanhistorischen Wanderpfades, in: Jahrbuch des Kreises Euskirchen, Jg. 1990, S. 5 ff.
Bernd Hübinger: Geschichte des Bleierzbergwerks Gruben Wohlfahrt und Schwalenbach in Rescheid (Eifel) 1543-1940, Dissertation Bonn 1991.
Ende auf Spandau. 2 000 Jahre Eifeler Bergbau. Sonderdruck einer Bergbau-Artikelserie im Kölner Stadt-Anzeiger, 1997/1998.
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