Bestand 17 Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, Essen



Laufzeit : 1910 - 1995



Inhalt : Am 4. Oktober 1909 fand im Geschäftsgebäude des Vereins für die bergbaulichen Interessen (Bergbau-Verein) in Essen eine erste Sitzung der Kommission zur Regelung des Rettungswesens statt. Aufgabe dieser Kommission war es, Vorschläge für eine systematische Ordnung des bis dahin unkoordiniert gewachsenen Rettungswesens an der Ruhr zu erarbeiten, um dessen Leistungsfähigkeit und Schlagkraft zu erhöhen. Das Resultat war die Gründung der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen beim Bergbau-Verein am 30. Juli 1910. Zu den wesentlichen Aufgaben der Hauptstelle gehörten die Prüfung vorhandener und neuer Geräte für das Grubenrettungswesen, die Ausbildung und Überwachung der Grubenwehren sowie die Aufstellung eines einheitlichen Rettungsplans für den Bezirk. Die Tätigkeit der Hauptstelle konzentrierte sich in den ersten Jahren darauf, die Aufstellung und Einübung von Grubenwehren auf den Zechen zu überwachen. Außerdem wurden Gerätewarte und Grubenwehrführer in speziellen Ausbildungskursen in ihren Aufgabenbereich eingeführt.

In der Zwischenkriegszeit wurden die Untersuchung von Gasschutzgeräten und die Entwicklung geeigneter Prüfeinrichtungen verstärkt. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Schulung und im Training, galt es doch, den Ausbildungsstand der Mannschaften an die fortschreitende Gerätetechnik anzupassen. Im Jahr 1929 übernahm die Hauptstelle auch die Organisation des Gasschutzes auf Kokereien und Nebenproduktengewinnungsanlagen. Seit den 30er Jahren befasste sie sich darüber hinaus insbesondere mit Fragen der Grubenbrandbekämpfung und des vorbeugenden Brandschutzes. Während des Zweiten Weltkriegs forderten zahlreiche Grubenbrände und Explosionen die Mitwirkung der Hauptstelle bei den Rettungsarbeiten. Im März 1945 wurde das Dienstgebäude der Hauptstelle in Essen bei einem Fliegerangriff zerstört.

Nach Kriegsende wurde der Bergbau-Verein auf Anordnung der Militärregierung aufgelöst. Die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, Essen, gliederte man zunächst der Versorgungszentrale des deutschen Kohlenbergbaus und 1947 der Deutschen Kohlenbergbau-Leitung (DKBL) an. Nach Gründung des Steinkohlenbergbauvereins (Stbv) wurde sie 1953 dessen Geschäftsführung unterstellt. Im Jahr 1952 bezog die Hauptstelle ein neu errichtetes Dienstgebäude in Essen-Kray. Nach verschiedenen Provisorien der Nachkriegszeit standen damit wieder geeignete Räumlichkeiten für die umfangreichen Prüf- und Entwicklungsarbeiten und die wachsende Ausbildungstätigkeit zur Verfügung. Ihren Aufgaben ging die Hauptstelle in enger Zusammenarbeit mit dem Ausschuß für das Grubenrettungswesen des Stbv, der Versuchsgrube Tremonia, dem Deutschen Ausschuß für das Grubenrettungswesen und der Bergbehörde nach. Seit 1975 war die Hauptstelle als eigene Abteilung der Bergbau-Forschung GmbH angeschlossen. 1990 wurde sie dann der DMT-Gesellschaft für Forschung und Prüfung mbH angegliedert. Rundschreiben an die Mitgliedsgesellschaften
Entwicklung und Einsatz von Gasschutzgeräten
Einsatz- und Hilfeleistungspläne bei Grubenbränden und Explosionen
Bestimmungen für das Grubenrettungswesen
Revision und Überwachung der Einrichtungen des Grubenrettungswesens
Bezahlung der Grubenwehren
Sitzungsprotokolle der Grubenwehr-Oberführer der RAG
Betriebführungsgesellschaften
Allgemeines über Grubenwehren
Sitzungsprotokolle der Grubensicherheitskommission des Landtags Nordrhein-Westfalen
Meldungen und Berichte über Grubenunglücke
Gasschutzleiterbesprechungen der Mitgliedsgesellschaften
Gasschutz auf Kokereien
Gasschutz über Tage
Berichte über das Rettungswesen im In- und Ausland
Jahresberichte der Hauptrettungsstellen im Aachener Bezirk, der Saarbergwerke AG und von Hohenpeißenberg

Umfang : 30 m (unverzeichnet)

Verweis : Ergänzungsüberlieferungen im Bergbau-Archiv: Deutsche Kohlenbergbau-Leitung (Bestand 12), Bergbau-Verein (Bestand 16), Versuchsgrube Tremonia (Bestand 90), DeutscheMontanTechnologie für Rohstoff, Energie, Umwelt e. V. (Bestand 166), Versorgungszentrale des deutschen Kohlenbergbaus (Bestand 190)

Literatur : 25 Jahre Hauptstelle für das Grubenrettungswesen Essen, Essen 1935.
50 Jahre Hauptstelle für das Grubenrettungswesen Essen, Essen 1960.
Manfred Bergmann: 75 Jahre Fachausschuß Grubenrettungswesen beim Steinkohlenbergbauverein, in: Glückauf 121, 1985, S. 1357-1361.
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