Bestand 65 Pumpgemeinschaft Ruhr GbR, Essen



Laufzeit : 1957 - 1971



Inhalt : Die Pumpgemeinschaft Ruhr Gesellschaft bürgerlichen Rechts wurde 1964 als Gemeinschaftsgründung der im Ruhrgebiet bergbautreibenden Gesellschaften ins Leben gerufen, um nachteilige Auswirkungen aus der Stilllegung von Zechen für die Wasserhaltung der im Vertragsgebiet gelegenen Steinkohlenbergwerke nach Möglichkeit abzuwenden bzw. Zusatzbelastungen unter den Mitgliedsgesellschaften auszugleichen. Nach einleitenden Verhandlungen unter Federführung des Unternehmensverbandes Ruhrbergbau (UVR) im Jahr 1963 wurde die Einrichtung der Pumpgemeinschaft in der Mitgliederversammlung am 11. Dezember 1963 einstimmig beschlossen. Der Vertrag über die Pumpgemeinschaft, in dem die Arbeitsweise der Organe sowie das Umlage- und Erstattungsverfahren vorläufig geregelt waren, wurde von den Mitgliedsgesellschaften im Frühjahr 1964 unterzeichnet und damit wirksam.

Das wesentliche Organ der Pumpgemeinschaft war der Prüfungsausschuss, dem alle geplanten Maßnahmen zur Genehmigung vorzulegen waren. Als weitere Arbeitskreise wurden eingerichtet: Technischer Arbeitskreis zur Prüfung der Maßnahmen, Arbeitskreis für Beitragsordnung für die endgültige Ordnung der im Gründungsvertrag nur vorläufig geregelten Beiträge, Kaufmännisch-betriebswirtschaftlicher Arbeitskreis zur Klärung der Abrechnungs- und Kostenfragen, Arbeitskreis für Bewertung der Betriebseinrichtungen und Arbeitskreis für Stromabrechnung. Alle Arbeitskreise erarbeiteten ihre Aufgaben in zahlreichen Sitzungen, legten die Ergebnisse in Niederschriften fest, die jeweils nach Bedarf den Mitgliedsgesellschaften in Rundschreiben mitgeteilt wurden. Über die im Einzelnen abgewickelten Maßnahmen wurden umfangreiche Abrechnungen und Kostenzusammenstellungen erstellt, die von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft wurden. Die Abwicklung der Beiträge und der Erstattungen erfolgte über die Konten der Mitgliedsgesellschaften bei den Ruhrkohlenverkaufsgesellschaften.

Durch die Bildungder Ruhrkohle AG (RAG) 1968 hatten sich die Voraussetzungen für die seinerzeitige Gründung der Pumpgemeinschaft völlig verändert. Die Altgesellschaften hatten die Mitgliedsrechte und -pflichten an der Pumpgemeinschaft in die RAG eingebracht. Ein Teil der Aufgaben wurden als "Erblasten" von der Bundesregierung (Erblastenvertrag) übernommen.

Die RAG, der Eschweiler Bergwerks-Verein mit den Zechen Erin und Westfalen und die Gewerkschaft Auguste Victoria schlossen einen neuen Pumpgemeinschaftsvertrag, nach welchem die Beteiligten sich untereinander über Wasserhaltungsmaßnahmen abstimmten und ihre eigenen Kosten selbst trugen. Beschlüsse wurden schriftlich gefasst. Jede der beteiligten Gesellschaften übernahm im zweijährigen Wechsel die Federführung bei der Beschlussfassung. Mit dem Inkrafttreten des neuen Vertrags am 1. Januar 1970 endete die Amtsdauer der Organe der Pumpgemeinschaft nach dem alten Vertrag. Das bestehende Büro wurden aufgelöst und die Akten geschlossen.

1981 übernahm das Bergbau-Archiv vom UVR diesen Aktenbestand, der in der Fortbildungsstätte Essen-Heisingen aufbewahrt war. Grundlagen der Pumpgemeinschaft 1963-1971 (5)
Prüfungsausschuss 1964-1971 (15)
Arbeitskreise 1964-1969 (13)
Allgemeine Verwaltung/Rechtsfragen 1957-1969 (10)
Abrechnungswesen 1964-1970 (11)
Abwicklung einzelner Maßnahmen (alphabetisch) 1964-1971 (79)

Umfang : 8 m
Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken