WFG - Westfälische Ferngas



Laufzeit : 1928 - 1999



Inhalt : Erschließungszustand: elektronisch

Am 24. Juli 1928 wird die Westfälische Ferngas-AG gegründet. An der Gründung beteiligt sind neben dem Provinzialverband der Provinz Westfalen das Land Lippe, die Landkreise Altena, Arnsberg, Hagen, Halle, Herford, Höxter, Iserlohn, Lübbecke, Meschede, Minden, Olpe, Paderborn, Siegen, Schwelm, Tecklenburg und Warburg sowie westfälische Städte und Gemeinden. Zweck des Unternehmens ist die Versorgung Süd- und Ostwestfalens mit Ferngas. Als Sitz der WFG wird Dortmund bestimmt.

Im Februar 1929 schließen die WFG und die Ruhrgas einen Demarkationsvertrag, in dem Bau und Betrieb von Ferngasleitungen und der Absatz von Ferngas in räumlich festgelegten Gebieten zwischen beiden Gesellschaften geregelt wird. Die ersten Verteilungsleitungen in Südwestfalen werden erstellt. Die Stadtwerke Altena, Hohenlimburg, Olpe und Siegen werden an das Netz der WFG angeschlossen Im Zuge der Wirtschaftskrise muss der weitere Ausbau dann bis 1934 eingestellt werden.

Im September 1931 schließen die WFG und VEW einen Demarkationsvertrag. Der ursprüngliche Plan, die Gasversorgung der beiden Versorgungsgebiete von VEW und WFG zusammenzufassen, scheitert 1931 endgültig am Widerstand der Anteilseigner der WFG.

Nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung engagiert sich die WFG beim Aufbau der Wirtschaft in den fünf neuen Bundesländern. Sie beteiligt sich an Gasversorgungsgesellschaften und arbeitet dabei eng mit der VEW zusammen.

Nach langen, kontroversen Diskussionen wird 1994 die Privatisierung der ostdeutschen Energiewirtschaft abgeschlossen. Die WFG - teilweise gemeinsam mit der VEW - beteiligt sich an regionalen Gas-Versorgungsunternehmen, die aus den staatlichen Energiekombinaten hervorgegangenen sind.

Zum 1. Januar 1998 gründen die VEW und die WFG die Westfälische Gasversorgung AG & Co. KG (WGV), in die die Teilbetriebe Gasbeschaffung und -transport der WFG und der VEWEnergie eingebracht werden. Zwei Jahre später, zum 1. Januar 2000,  wird die WGV auf die WFG verschmolzen. An der vergrößerten WFG hält die VEW AG die Mehrheit. Die WFG wird zum 1.1.2000 anstelle der WGV als Führungsgesellschaft in den VEW-Konzern integriert.

Am 23. Februar 2000 stimmen die Aufsichtsräte von VEW AG und RWE AG, im Sommer schließlich die jeweiligen Hauptversammlungen einer Fusion beider Unternehmen zu. Die neue Gesellschaft behält den Namen des größeren Fusionspartners, RWE AG. Am 1. Oktober 2000 geht die neue Gesellschaft an den Start. Sie wird vollkommen umstrukturiert und organisiert sich entlang der Wertschöpfungskette: Unter dem Dach einer in Essen ansässigen konzernleitenden Holding arbeiten unter anderem als operative Führungsgesellschaften die RWE Power AG (Stromerzeugung), die RWE Net AG (Netzgesellschaft), die RWE Plus AG (Verkauf), die RWE Systems AG als Dienstleistungsunternehmen und die RWE Gas AG, die zugleich die Nachfolgegesellschaft der WFG ist. An der RWE Gas AG halten westfälische Kommunen und Gebietskörperschaften noch Anteile, die RWE 2003 erwirbt. Dies ermöglicht innerhalb von drei Jahren eine erneute tief greifende Umstrukturierung der RWE AG. In der neu gebildeten und in Dortmund ansässigen Zwischenholding RWE Energy AG sind die Strom- und Gasaktivitäten der in Europa tätigen RWE-Gesellschaften zusammengefasst. Seit dem 1. Oktober operiert als eine Regionalgesellschaft die RWE Westfalen-Weser-Ems AG mit Sitz in Dortmund. RWE Westfalen-Weser-Ems bietet ihren über 1,5 Millionen Kunden in ihrem Verkaufsgebiet von Meppen bis Burbach und von Borken bis Höxter sowie in Norddeutschland Strom, Gas, Wasser und energienahe Dienstleistungen aus einer Hand an. Gründungsunterlagen (1); Gasfernversorgung in der Provinz Hannover (1); 25-jähriges Unternehmensjubiläum (10); 40-jähriges Unternehmensjubiläum (1); 50-jährges Unternehmensjubiläum (9); Sitzungsprotokolle der Hauptversammlungen 1929 - 1992; Protokolle Vorstandssitzungen 1972 - 1992 (12); Protokolle Aufsichtsratssitzungen 1928 - 1990 (18); Sitzungsnkiederschriften des Arbeitsausschusses des Aufsichtsrates 1948 - 1995 (15); Beirat; Analyse des Geschäftsjahres 1933 - 1993, vor 1980: vertrauliche Berichte;

Umfang : 254 Akteneinheiten, zwei Fotoalben

Literatur : - 25 Jahre Westfälische Ferngas Aktiengesellschaft Dortmund. Dortmund 1953. 110 S.
- Werner Feldscher: Westfälische Ferngas-AG Dortmund. 40 Jahre Versorgungsarbeit. Dortmund 1970/71.
Karl-Peter Ellerbrock, Peter Döring: Auf dem Weg in neue Dimensionen: Die Konzernentwicklung von 1989 bis 2000. In. VEW AG (Hg.): Mehr als Energie. Die Unternehmensgeschichte der VEW 1925 - 2000. Essen 2000. S. 293 - 375. Zur WFG: S. 336 - 339.
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