Völ.Gut Gutsarchiv




Beschreibung :
Vorbemerkung

Nach Friedrich von Klocke (Westf. Zeitschrift Band 64, 1927, S. 143) soll das Gut Völlinghausen an der Möhne im Jahre 1412 als Besitz des Soester Ratsverwandten Johann von Altenbreckerfeld nachzuweisen sein.

Das Gut ist in der Folgezeit als ein Lehen der Familie Rump zur Wenne ausgewiesen und als solches 1454 an den Lehnsträger Volpert Schade ausgegeben worden.

Im Jahre 1517 erteilte Hermann Rump zur Wenne als Lehnsherr den Konsens zum Verkauf des Hauses Völlinghausen durch Henrich von Altenbreckerfeld an Gerd Walraven zu Soest.

Der Soester Ratsfamilie Walraven muss es um 1563 gelungen sein, das Lehngut in freies Eigengut zu verwandeln.

Nach dem Tode von Dietrich von Walraven im Jahre 1650 kam das Gut kurzfristig an die Soester Ratsfamilie von Affelen ( = Affelmann).

Gerhardt von Affelen verkaufte bereits 1652 Völlinghausen an Mathias Georg von Schade zu Wildshausen.

Von der Familie Schade gelangte das Gut 1693 durch Kauf an Johann Gottfried von Bockum-Dolffs. Die Familie von Bockum-Dolffs ist bis heute auf Völlinghausen ansässig.

Völlinghausen erscheint in der Erhebungsliste der Kurfürsten von Köln für die Rückeinlösung des Amtes Bilstein aus den Jahren 1652 / 1653 als Rittergut in der dritten Kategorie.

Im Jahre 1772 wurde Völlinghausen in die Matrikel der Rittergüter des Herzogtums Westfalen aufgenommen: seine Besitzer waren seitdem auf dem Arnsberger Landtag vertreten.

Zu dem in den Jahren 1780 und 1781 gegründeten Fideikommissbesitz gehörte auch das Rittergut Ahse. Dieses an das Lippische Stift Cappel und den Amtmann zu Hovestadt pflichtige Gut ist Ende des 16. Jahrhunderts als Pachtgut des Tonnies Bilefeld nachweisbar.

Im Jahre 1601 wurde der verschuldete Hof den Gläubigern Johann Malthan und Dietrich Hennemen übertragen. 1612 wird Ahse als Meierhof durch das Stift Cappel an beide Parteien zu gleichen Teilen ausgegeben. Drei Jahre später wird die Lehnspflichtigkeit an Cappel eingelöst. Im Jahre 1627 erstand Albert von Bockum-Dolffs, Bürgermeister zu Soest, von der Familie Hennemen, der zwischenzeitlich die Anteile der Familie Malthan zugefallen waren, das Gut Ahse für 35.000 Reichstaler.

Nach der Einlösung der an Hovestadt pflichtigen Renten im Jahre 1686 wird Ahse ein freies Eigen. Der Preußische König Friedrich II. verlieh dem Gut im Jahre 1756 die Qualität eines Rittersitzes.

Das Archiv der Familie wurde im Jahre 1941 durch den Archivassessor Dr. Utsch geordnet. Bedingt durch die Kriegswirren ging diese Ordnung verloren, so dass durch das damalige Westfälische Landesamt für Archivpflege im Frühjahr 1979 eine Neuordnung erfolgte.

Der alte Bestand konnte wesentlich vermehrt werden, vor allem durch Archivalien des späten 18. und 19. Jahrhunderts, insb. durch die Nachlässe der beiden Politiker Florenz Heinrich und Florenz Felix von Bockum-Dolffs.

Bei der Neuordnung wurden die von Dr. Utsch erstellten Urkundenregesten unverändert übernommen, ferner die aus der Konkordanz ersichtlichen Aktentitelaufnahmen.

Die teilweise vierstelligen Altsignaturen wurden zugunsten einer einfachen fortlaufenden Nummerierung aufgegeben.

Zu zitieren ist der Bestand: Archiv Völlinghausen, Urkunde Nr. ... bzw. Akte Nr. ...

Münster Sommer 1979 Landesarchivrat Dr. Horst Conrad