Hov Hovestadt




Beschreibung :
Das Archiv in Hovestadt setzt sich hauptsächlich aus zwei alten Archivkörpern zusammen, dem Archiv der Familie von Plettenberg zu Lenhausen und dem Archiv der von Ketteler und von Heiden zu Hovestadt. Beide Archive wurden nach der Erwerbung Hovestadts durch den Grafen von Plettenberg (Kauf 1726, Inbesitznahme nach dem Tod der nutzungsberechtigten Gräfin von Heiden 1733) in Hovestadt vereinigt. Hovestadt ist in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts von den Erzbischöfen von Köln als westfälische Landesburg errichtet worden. Um 1473 gelangten Burg und Amt Hovestadt als Pfand an die von Ketteler zu Neu-Assen, die hier schon über ein Burglehen verfügten und in der Folge weitere erwarben. 1562 wurde die Pfandschaft für die Burg in ein Lehen umgewandelt. Nach dem Aussterben der von Ketteler zu Hovestadt im Mannesstamm 1650 gelangte der Besitz an die verschwägerten von Heiden, die ihn 1726 an die von Plettenberg zu Lenhausen verkauften. Zwischen 1456 und 1468 kaufte Heidenreich von Plettenberg aus der Linie zu Finnentrop und Bamenohl von den von Lenhausen deren Stammgüter zu Lenhausen, die 1483 in das obere und das untere Haus geteilt wurden. Durch Heirat fiel Ende des 16. Jahrhunderts die Herrschaft Bergstrasse an (vorher von Ense gen. Schneidewind). Zur Zeit des Friedrich Christian von Plettenberg, 1688-1706 Fürstbischof von Münster, wurden 1689 Mellrich und 1697 die Gerichtsbarkeit zu Lenhausen und Rönkhausen erworben. 1695 schenkte der Fürstbischof seinem Bruder Johann Adolph das von ihm angekaufte Haus Nordkirchen. Johann Adolphs Söhne Ferdinand Adolph und Friedrich Bernhard, die 1724 in den Grafenstand erhoben wurden, bildeten die Linien zu Nordkirchen und Wittem sowie zu Lenhausen, Mellrich, Bergstraße und Hovestadt. 1732 erfolgte der Ankauf des unteren Hauses in Lenhausen und des 1617 von der Linie des unteren Hauses gekauften Gutes Weuspert (vorher von Ohl, von Neuhoff) und damit die Wiedervereinigung des 1483 geteilten Besitzes.

Als 1835 bis 1838 der Amtman Philippi aus Marsberg damit begann, das Archiv Hovestadt neu zu ordnen, um eine Geschichte der Plettenberger Besitzungen schreiben zu können, löste er die provenienzmäßigen Zusammenhänge zugunsten eines reinen Pertinenzschemas auf. Ein Hochwasser 1890 und ein Renteibrand 1910 zerstörten die ursprüngliche Ordnung noch mehr. Angesichts der Größe des Archivs war bei der Neuverzeichnung des Archivs in den Jahren 1938 und 1947/48 eine Rekonstruktion der alten Bestände nicht mehr möglich. Die damaligen Bearbeiter, Dr. Elisabeth Bröker und Dietrich Kausche, entschieden sich deshalb für eine an den Gütern orientierte sachliche Gliederung, wobei in den Fällen, in denen eine Zuordnung zu mehreren Sachgruppen möglich war, die Provenienz den Ausschlag gab.

Für dieses Archiv ist als Referent Dr. Peter Worm zuständig:

Tel. 0251/591-4030

E-Mail: peter.worm@lwl.org
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