Wel Welbergen




Beschreibung :
Zur Besitzgeschichte des Hauses Welbergen

Haus Welbergen war ursprünglich befestigter Sitz eines gleichnamigen Geschlechts im Kirchspiel Welbergen (heute Ortsteil der Stadt Ochtrup), den sie vielleicht bis ins erste Drittel des 13. Jahrhunderts bewohnt haben. Ihre Nachfolger waren die Herren Blome, die als Lehnsleute der Stifter Metelen, Langenhorst und Borghorst und der Edelherren von Steinfurt nachzuweisen sind. Es bleibt unbekannt, ob sich die Nachfolge über Erbschaft oder Heirat ergeben hat oder über Kauf zustande kam. Die Herren Blome auf Welbergen führten einen mit schwarzen Rauten belegten Schild (2:3:2:3:2:1 gestellt). Vom Wappen her müssen davon die Blome unterschieden werden, die im Schild drei (2:1) Rosen führen und als Burgmänner zu Dülmen und Coesfeld gelten. Der in beiden Geschlechtern eher selten vorkommende Vorname Hadewercus zwischen 1279 und 1350 spricht indes für eine Verwandtschaft beider Geschlechter. Darauf hat bereits Max von Spießen in seiner genealogischen Sammlung hingewiesen. Diese Annahme wird bestätigt durch örtliche Besitzkonzentrationen beider Geschlechter.

Die später auf Haus Welbergen angesessenen Blome lassen sich mit Hadewerc (I.) bereits 1279 nachweisen und seit 1339 sitzt nachweislich sein Sohn Dietrich / Theodericus (1339-1368) auf Haus Welbergen. Seine Familie war gewiss mit der Familie de Moer, die in Welbergen begütert war, versippt und vielleicht auch mit der Steinfurter Burgmannsfamilie von Scheven. In der langen Dauer, in der die Blome auf Haus Welbergen saßen, hieß es nach dieser Familie auch Blomenhues (z. B. 1415, 1440, 1474, 1497).

Erste Besitzungen in der Drenthe zu Oldenzaal und Enschede brachte die Eheverbindung Johann Blomes von 1474 mit Engel Zwaefken gnt. Wonder ein. Mit der Erbtochter Anna aus dieser Ehe endet die Geschichte der Blome auf Welbergen. Sie heiratete 1505 Morbeck von Oldenhus. Ein Zweig der Familie Oldenhus (Althaus) saß auf Haus Althaus im Kirchspiel Nordwalde (Kr. Steinfurt), mit der es später als Miterbin am Haus Welbergen zu komplizierten Verhandlungen kam, die zu ihrem Abstand vom hochverschuldeten Haus und Erbe Welbergen führten. Eigentliche Erbin war Anna Schele, die Witwe Johanns von Oldenhus zu Welbergen. Sie hatte ihrem Mann weitere holländische Besitzungen in der Twente eingebracht. Nach seinem Tod [im ersten Halbjahr1604] heiratete die Witwe Anna den Drosten des Landes Twente, Ernst von Ittersum (Ehevertrag vom 15. März 1607). Anna überlebte ihren zweiten Ehemann und starb am 14. Februar 1624, worauf ihr Bruder Sweder von Schele zu Weleveld vom Haus Welbergen Besitz ergriff. Sein Sohn Wilhelm Heinrich verkaufte das Haus 1688 an die Eheleute Gottfried Heinrich Roye, Richter zu Metelen, und dessen Ehefrau Anna Margaretha Velthaus (Pg 397), die in erster Ehe mit Heinrich Johann Bucholtz, Amtsrentmeister zu Vechta († 1686), verheiratet war. Erbe und Herr des Hauses wurde sodann Heinrich Franz Bucholtz († 1727). Nach knapp weiteren 100 Jahren kam das Haus Welbergen zunächst zur Verwaltung an Franz Ferdinand von Druffel, der Gertrud Bucholtz, Tochter des Franz Caspar Cajetan und der Maria Anna von Detten geheiratet hatte. Ihr Bruder Franz Bernhard Bucholtz verkaufte es dann 1838 definitiv an seinen Neffen Franz Karl von Druffel, dessen Nachkommen es bis 1929 in Besitz hatten, um es sodann an den aus Gronau stammenden, in Paris tätigen Bankier Jan Jordaan zu verkaufen. Seine Witwe Bertha gründete 1959 die Bertha-Jordan- van Heek-Stiftung, deren Stiftungszweck die Förderung von Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, der Denkmalpflege, des Natur-, Umweltschutzes, des Brauchtums und der Heimatgeschichte ist.

Wichtige Teile des Archivs, die Korrespondenzen aus dem Kreis der Fürstin von Gallitzin und des Ministers Franz Friedrich von Fürstenberg, brachte Schmitz-Kallenberg an sich und veräußerte sie 1934 an die Universitätsbibliothek Münster. Auf gleiche Weise wurden Teile der Nachlässe von Franz Caspar Bucholtz (1759-1812) und Franz Bernhard Bucholtz (1790-1838) von ihm entfremdet, gelangten in den Besitz des Altertumsvereins, Abt. Münster, und befinden sich heute als Depositum des Vereins im Landesarchiv NRW, Abt. Westfalen in Münster.

Eigentümer:

Bertha Jordaan-van Heek Stiftung

Benutzung erfolgt nur über das LWL-Archivamt für Westfalen, der Urkundenbestand und der Aktenbestand A sind verfilmt, die Filme im Archivamt benutzbar.

Für dieses Archiv ist der Leiter des LWL-Archivamts für Westfalen, Dr. Marcus Stumpf, zuständig:

Tel. 0251/591-3890

E-Mail: marcus.stumpf@lwl.org
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