Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
A 474 Haus Busch


Signatur : A 474

Name : Haus Busch

Beschreibung :
Bei dem ursprünglichen Papier-Repertorium handelt es sich um einen Auszug der Haus Busch betreffenden Akten aus dem Findbuch von Vincke Ostenwalde, Akten (s. FS Staatsarchiv Osnabrück).
Die Archivalien gelangten mit dem Nachlaß Ludwig Vincke 1970 ff. in den Besitz des Staatsarchivs Münster. Vgl. die Findbücher A 475 und A 476.

Münster im April 1979


Ein unverzeichnet gebliebener, nur vorsortierter Rest von 15 Kartons Akten wurde im Oktober 2009 von den Referendaren Notthoff, Riener, Ruprecht und Unger erschlossen. Die Titelaufnahmen (ab Nr. 561) wurden in die bestehende Klassifikation des VERA-Findbuchs integriert, dessen knappes Vorwort von 1979 durch die folgenden Informationen ergänzt wurde.

1972 werden aus dem Familienarchiv v. Vincke (Eigentümerin Gräfin Perponcher, geb. v. Vincke) folgende drei bis dato an verschiedenen Stellen gelagerte Teile verkauft, aus denen sich der vorliegende Bestand Haus Busch zusammensetzt:
1. Teile des Depositums Nr. 45 (v. Vinckesche Güter, Ostenwalde) im Staatsarchiv Osnabrück betr. Haus Busch nebst zugehörigen westfälischen Gütern,
2. der noch unverzeichnete Archivteil Haus Busch aus dem Schloss Ostenwalde
3. kleinerer Restbestand betr. Haus Busch aus dem Stadtarchiv Dortmund.

Bereits im November 1969 erfolgte - zwecks Nachschau auf den Nachlass des Oberpräsidenten Ludwig von Vincke (1774-1844) - eine erste Begutachtung der Archivalien zum Haus Busch bei Hagen auf dem bei Melle gelegenen Gut Ostenwalde durch Prof. Joseph Prinz. Zur Veräußerung der in Osnabrück deponierten Archivalien an das Staatsarchiv Münster wird die schriftliche Einwilligung der Gräfin Perponcher benötigt; die Ermächtigung erfolgt im Juni 1972. Der die Übergabe dokumentierende Schriftwechsel befindet sich in der Dienstregistratur (Staatsarchiv Münster, Dienstregistratur Nr. 1261).

Das Haus Busch war Sitz der Familie von Syburg/Syberg, einem Adelsgeschlecht, das vermutlich in Person des Ritters Wilhelm von Syberg im Jahr 1253 erstmals urkundlich erwähnt wird. Als erster Besitzer des Rittersitzes wird Hermann von Syborg (oder Syborch, nachweisbar von 1358-1390) angenommen. Einer seiner Nachfahren, Hermann von Syberg zum Busch, wurde 1511 von Hermann Pentlinck mit dem Haus Hagen belehnt. Heinrich von Syberg, Hermanns zweiter Sohn, erhielt nach seiner Hochzeit mit Anna Schele im Jahr 1507 das Haus, sowie Hof und die Mühle zum Busche. 1511 erwarb Heinrich von Johann Haesse dessen sämtliche Besitzungen in den Kirchspielen Hagen und Boele.
Hermann und Jürgen, die beiden Söhne Heinrichs, erhielten im Jahr 1517 jeder einen Teil der Besitzungen. Jürgen, der unter anderem den Hof zu Klein-Herbede erhielt, begründete durch seine Heirat mit Anna zum Plettenberg den Familienzweig Syberg von Wischelingen.
Berndt von Syburg thom Busche erwarb 1544 das Freigut zu Dorboile auf dem Hellweg dazu, sein jüngerer Bruder Adrian übernahm das Haus Busch nach dem Tod Berndts im Jahr 1559.

Um 1700 entstand das heutige Herrenhaus, das von Adrian Dietherich von Syberg zum Busch erbaut, wobei Adrian wahrscheinlich einen Erweiterungsbau unter Verwendung älterer Bauteile vornahm. Sein zweiter Sohn, Johann Giesbert von Syberg zum Busch, fügte wahrscheinlich die Vorburg hinzu.

Eleonore Louise von Syberg heiratete am 19. Mai 1810 Friedrich Ludwig Freiherrn von Vincke. Zunächst im Gut Ickern bei Castrop Rauxel wohnend, zog das Ehepaar nach der Ernennung Vinckes zum Oberpräsidenten der preußischen Provinz Westfalen nach Münster. 1827, nach dem Tod des letzten Abkömmlings der Sybergs, Friedrich Heinrich, ging Haus Busch in den Besitz der Familie von Vincke über und wurde im Jahr 1928 durch die Stadt Hagen erworben. Seit 1974 dient es als Sitz und Journalisten-Zentrum der Gesellschaft für publizistische Bildungsarbeit.

Münster, Oktober 2009
Thomas Notthoff, Karoline Riener, Michael Ruprecht, Thorsten Unger


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