Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
3. BEHÖRDEN UND EINRICHTUNGEN DES STAATES UND DER SELBSTVERWALTUNG NACH 1816
3.2. FINANZVERWALTUNG
3.2.2. Steuer- und Zollämter
Stempel- und Erbschaftsteuerämter
L 101, Steuer- und Zollämter
Permalink des Findbuchs


Signatur : L 101

Name : Steuer- und Zollämter

Beschreibung :
Die Aufgabe der Steuerbehörden im Bereich der indirekten Steuern besteht darin, die zu versteuernde Ware oder Leistung in jedem Einzelfall zu ermitteln und nach Tarif zu besteuern. Zur Erfassung der indirekten Steuerfälle ist eine ständige Überwachung erforderlich, die nur durch Sonderbehörden durchgeführt werden kann.
1818/19 wurde eine Organisation der Zoll- und Steuerämter in Westfalen geschaffen, deren Aufbau im Wesentlichen beibehalten wurde und noch heute in der Abteilung für Zölle und Verbrauchsteuern der OFD und der nachgeordneten Zolldienststellen nachwirkt.
Für die Zollaufsicht wurden zwischen der Grenzlinie und einer parallel zu dieser verlaufenden Binnenlinie Grenzbezirke geschaffen. In diesen Grenzbezirken wurden zur Erhebung der indirekten Steuern und zur Beaufsichtigung des Verkehrs und der steuerpflichtigen Gewerbe Zollämter und im Landesinneren Steuerämter eingerichtet. Die Zollämter wurden eingeteilt in Hauptzollämter, Nebenzollämter I. und II. Klasse und Kontrollämter. Hauptzollämter lagen an großen, vom Ausland in das Landesinnere führende Straßen, Nebenzollämter I. Klasse an kleineren Straßen mit weniger regem Warenverkehr, Nebenzollämter II. Klasse waren für den kleinen Grenzverkehr bestimmt. Die Kontrollämter, an den Zollstraßen unmittelbar an der Binnenlinie gelegen, sollten nur den Ausfuhrzoll erheben.
Daneben wurde ein Zollaufsichtsdienst zur Überwachung der Grenze und des Grenzverkehrs eingerichtet, der durch Obergrenzkontrolleure ausgeübt wurde. Der Bereich jedes Hauptzollamts setzte sich also aus einer Reihe von Hebebezirken und Oberkontrollbezirken zusammen.
Eine entsprechende Organisation wurde für das Innere des Landes geschaffen. Die Hauptsteuerämter I. Klasse waren zur Erhebung des Eingangszolls und der Verbrauchsteuer von fremden Gegenständen, die im Landesinnern gezahlt werden durften, und des Ausfuhrzolls, sofern ihn der Absender bereits in seinem Wohnort zahlen wollte, berechtigt. Die Hauptzollämter II. Klasse durften Ausfuhrzoll ohne Ausnahme erheben, Einfuhrzoll und Verbrauchsteuer von fremden Waren dagegen nur, wenn die Entrichtung im Innern gesetzlich erlaubt war. Hauptsteuerämter wurden in großen Städten mit und ohne Packhofrecht errichtet. In den mittleren und kleineren Städten, die einen regen Gewerbebetrieb aufwiesen, wurden Untersteuerämter gebildet, während für die ganz kleinen Städte und das flache Land Steuerrezepturen zuständig waren.
Die Zoll- und Steuerämter hatten die zu vereinnahmten Zölle und Steuern an die für ihren Dienstort zuständige Regierungshauptkasse abzuliefen. Am 20. 9. 1818 nahmen die Hauptzollämter und Nebenzollämter an der Grenze und am 1. 6. 1819 die entsprechenden Hauptsteuerämter und Steuerämter im Landesinnern ihre Tätigkeit auf.
Der vorliegende Aktenbestand enthält Akten aus dem Zeitraum von 18181926.
Die Akten sind zu zitieren:
Steuer- und Zollbehörden Nr. ........



Münster, Januar 1982

Heese

Bemerkung : Am 04.11.2010 von der Firma "Rheinisches Geschichtskontor" retrokonvertierte Datei importiert, As.

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