Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.1. KÖLNISCHES WESTFALEN
1.1.1. Herzogtum Westfalen
1.1.1.2. Stifte und Klöster
Stift Meschede
Stift Meschede / Urkunden
A 114u, Stift Meschede - Urkunden
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1557 Februar 12
Permalink der Verzeichnungseinheit

Zwischen Johann Velmann als Kläger namens seiner Ehefrau Margreten und ihrer Kinder und Lodewich Bodekers gen. Smidt, beides Bürger der Freiheit Meschede, bestand Streit wegen der Veräußerung des vor und um Meschede gelegenen Kotmans-Hofes, den Margreta Schrieuers (Schriebers) zu Eversberg (Euerspergh) dem Beklagten verkauft hatte. Aus diesem Grunde fanden viele Verhandlungen (tagleistongh) vor Freunden statt, die aber vergeblich waren. Daher wurde Gerhart von Meschede zu Alme als Kommisar des Lehnsherren, des Grafen Wilhelm von Holstein ... und Propsten zu Meschede, von den Klägern mehrfach ersucht, "das Lehnsrecht zu eröffnen". Nach Anhörung von Klage und Gegenklage hätten aber der Kommisar und seine Mitdeputierten Bedenken getragen, den Streit durch ihren Rechtsspruch zu entscheiden. Um aber weitere Kosten zu vermeiden, hätten die Kommissarien die Parteien aufgefordert, die Angelegenheit durch ein Schiedsgericht entscheiden zu lassen. Dem hätten die Parteien schließlich zugestimmt. Als Schiedsfreunde erwählt der Kläger den Johan Frederichs, Bürgermeister zu Meschede, und Lodewich Schulten zu Stockhausen, der Beklagte den Johan von Bernighusen zu Laer und Jasper Ouelacker zu Gevelinghausen. Als Obleute wird neben dem Gerhart von Meschede der Johan von Hanxlede (Hanxle) zu Ostwig (Oistwich) gesetzt. Es kommt zu folgendem Vergleich: Da der Propst den Verkauf des strittigen Hofes bestätigt und besiegelt hat, soll dieser gültig bleiben. Da Veltmann aber großen Schaden erlitten hat, will ihm der Beklagte von den Ländereien des Hofes zwei Morgen abgeben. Davon liegt ein Morgen unter Veltmans. Land auf "jenne halbe der Itmecke", der andere auf dem Oesterwege zwischen dem Lande des Schulten ufm Hoefe und dem des Fredewins. Mit diesen zwei Morgen soll Veltmann vom Propst belehnt werden. Wer diese Vereinbarung nicht einhält, hat dem Propst 50 Goldgulden und den Schiedsherren und der anderen gehorsamen Partei ebenfalls 50 Goldgulden, die diese unter sich aufteilen können, als Strafe zu entrichten. Ankündigung der Besieglung des zweifach ausgefertigten Vertrags durch Gerhart von Meschede, Johann von Berninchusen und Johann Frederichs. Gegeben zu Meschede. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., 3 Bl., Papier, deutsch.
von den Papiersiegeln nur das des von Meschede und des Frederichs aufgedrückt, es fehlt das des Berninchusen



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