Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.1. KÖLNISCHES WESTFALEN
1.1.1. Herzogtum Westfalen
1.1.1.2. Stifte und Klöster
Stift Meschede
Stift Meschede / Urkunden
A 114u, Stift Meschede - Urkunden
Alle Verzeichnungseinheiten der Klassifikation anzeigen


1580 April 25
Permalink der Verzeichnungseinheit

Am Montag, dem 25. April erscheint gegen 9 Uhr vor dem Notar in der Behausung zu Laer Dietrich von Fürstenberg, Dompropst zu Paderborn und Propst zu Meschede, und erklärt: nachdem der + Johan von Berninckhausen neben anderen Gütern das Haus Laer von der Propstei zu Lehen hatte, jetzt aber ohne Leibeserben verstorben sei, seien diese Güter heimgefallen. Der Propst ergreift darauf sowohl das nutzbare Besitzrecht und das Obereigentum (dominium utile als directum) dieser Güter. Der Catharina von Fürstenerg, seiner Base und der Witwe des Verstorbenen, überläßt er aber in einer eigenhändigen Schrift den Nießbrauch an all diesen Gütern bzw. die Verwaltung ihrem Diener Engelbert Cruesen. Da der Verstorbene auch an anderen Orten Lehen von er Propstei besaß, deren Wiederinbesitznahme der Propst persönlich nicht vornehmen kann, setzt er als seinen Sachwalter den Philipsen Frederich, Befehlshaber der Propstei Meschede, ein. Zeugen: Berthold Stalmeister und Engelbert Cruesen.
An demselben Tage nimmt um ein Uhr Philipps Frederichs im Beisein des Notars und der gen. Zeugen den halben Hof zu Bestwig (Bernstwich) in Besitz, wobei er dem Michael, dem Vogt oder Verwalter des Hofes erklärt, daß der halbe Hof durch den Tode des von Berninckhausen in das Eigentum des Propstes zurückgefallen sei, wobei der Witwe die Leibzucht vorbehalten bleibe. Das gleiche geschieht nachmittags auf dem Hofe zu Ostwig, wobei Ludwig der Schulte die Anerkennung des Eigentums verspricht und dem Beauftragten zur Bekräftigung etliche Kannen Bier verehrt. Dasselbe geschieht am Dienstag, dem 26. auf dem Hof zu Horn, wo von Peter Fürstenberg dem Gewalthaber Essen und Trinken gereicht wird. Am Mittwoch, dem 27. erscheint Frederich in Meschede in der sogenannten Berninckhauser Behausung. Obwohl der Propst diese Behausung, soviel das "dominium utile" betrifft, vermietet hatte (titulo conductionis), ist der Gewalthaber trotzdem der Ansicht, daß der Besitz an den Propst zurückgefallen sei. Er ergreift daher sowohl vom "dominium utile" als vom "dominium directum" Besitz und läßt sich die Schlüssel von Johan Sneider, der wegen seines Prinzipals auf dem Hause sitzt, übergeben. Er trägt ihm auf, von niemand anderem Befehle entgegen zu nehmen. Am selben Nachmittag ergreift Frederich auch von dem Hof zu Hellern (Hehler) Besitz und trägt dem Johan, Vater und Sohn, auf, nur den Propst als Hofherrn und Eigentumsherrn anzuerkennen. Zeugen: Johan Gochelen und Frantzen Burchartz. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Beglaubigung durch den Notar Christoffer Meiger.
Notariatsinstrument, Perg., deutsch



Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken