Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.1. KÖLNISCHES WESTFALEN
1.1.1. Herzogtum Westfalen
1.1.1.2. Stifte und Klöster
Stift Meschede
Stift Meschede / Urkunden
A 114u, Stift Meschede - Urkunden
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1587 August 01
Permalink der Verzeichnungseinheit

Im Streit zwischen dem Stift Meschede und Ludwich und Johan von Berninghausen, Vater und Sohn, bzw. später der Witwe des Johan und ihren Erben, der wegen des Hofes zu Horn und seiner zubehörigen Höfe und Kotten vor dem kurfürstlichen geistlichen Gericht zu Werl ausgetragen wurde, wird von dem Vertreter des Erzbischofs, dem Landdrosten Eberhart Graf zu Solms, der Streit zwischen Liborius zur Mullen, Scholaster, Georg zur Mullen, Cantor, Hermann Ramme, Thesaurar, Johann Friderichs und sämtlichen Kanonikern zu Meschede auf der einen Seite und Johan Ouelacker zu Gevelinghausen und seiner Frau Marien von Erwitte auf der anderen Seite, denen als Erben des Johann von Berninghausen die Miterben den Hof überlassen hatten, einigen kurfürstlichen Räten übertragen. Das Stift verzichtet auf das Nutzungs- und Eigentumsrecht an dem Hofe zugunsten des Ovelacker. Es will diesem sämtliche Urkunden aus dem Archiv übergeben. Ovelacker hat dem Stift 1400 Reichstaler, jeden zu 33 Schillingen gerechnet, an drei Terminen zu zahlen, nämlich 500 zu Ostern 1588, auf folgendem Mitwinter ebenfalls 500 und die restlichen 400 Reichstaler zu Michaelis 1589. Da das Stift aus den zum Hof Horn gehörigen Höfen bisher eine Erbpacht von 2 Malter und einer Müdde Roggen und 11 1/2 Malter Hafer empfing und an einigen Höfen die Gewinngerechtigkeit besaß, so soll das Stift diese Einkünfte behalten. Wenn es sie verkaufen will, hat Ovelacker ein Vorkaufsrecht. Da die Gewinngerechtigkeit Ovelacker überlassen wurde, hat er das genannte Hartkorn zwischen Martini und Christtag mit seinen und seiner Hovelinge Pferden auf eigene Kosten nach Meschede zu fahren. Da in dem genannten Prozeß auch über das Gehölz Hukelholt von den Kapitularen eine Forderung vorgebracht wurde und da das Stift angeblich berechtigt sei, aus dem Gut Laer (Lähr) jährlich zwei Pfund Wachs und sieben Hämmel und aus einem Hof zu Ostwig (Ostwich) zwölf Schillinge zu erheben, so gesteht Ovelacker dies ohne Zustimmung der Miterben nicht zu. Diese Angelegenheit bleibt also nicht entschieden. Das Stift darf seine Ansprüche weiter verfechten. Siegelankündigung des Landdrosten, des großen Offizialatssiegels durch den Offizial Henniche Ramme, vor dem der Prozeß lange Zeit geführt wurde, des Siegels ad contractus des Stifts und des Ovelacker. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
Siegel des Landdrosten (1.) und des Stifts (3.) stark abgebrochen, das des Offizialats (2.) und des Ovelacker (4.) anhängend; Unterschrift des Johan Ouelacker zu Gevelinckhaußen



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