Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.1. KÖLNISCHES WESTFALEN
1.1.1. Herzogtum Westfalen
1.1.1.2. Stifte und Klöster
Stift Meschede
Stift Meschede / Urkunden
A 114u, Stift Meschede - Urkunden
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1597 Januar 14
Permalink der Verzeichnungseinheit

Georg ther Molen, Dekan, Johannes Frederici, Senior und Cantor, Georg Rham, Thesaurar, Bernhard Coccius, Wilhelm Fabricius, Martin Sutorius, Judocus Voegett, Diricus Frederici, Heinrich Winberus und Michael Kegenhoffius, Kanoniker von St. Walburgis zu Meschede, erneuern das bei der Umwandlung ihrer Kirche festgelegte Privileg: Niemand darf als Mitbruder aufgenommen werden, bevor er nicht das 25. Jahr erreicht hat. Da in der Vergangenheit zwischen Kapitel und Novizen Streit über den Beginn des Residenz-Jahres enstanden war, wobei der eine nach Belieben am Feste St. Walburgis, der andere zu Gereon und Victor sein Jahr beginnen wollte, wodurch die Ordnung bei der Verteilung der Einkünfte vielfach gestört wurde, setzt das Kapitel fest: niemand, wer er auch sei, darf zur Residenz zugelassen werden außer am Feste von St. Gereon und Victor. Außerdem bringt es in Erinnerung, daß den Kanonikatshäusern durch die Nachlässigkeit einiger Kapitelspersonen der Einsturz droht. Daher sollen jährEch zwischen Ostern und Pfingsten vom Dechant drei Personen aus dem Kapitel bestimmt werden, die die Häuser zu besichtigen und alle Schäden festzuhalten haben. Daraufhin sollen die Betreffenden durch den Dechant durch Entzug der Einkünfte nach dem Maße ihrer Schuld zur Reparatur ihrer Häuser veranlaßt werden. Da die Soldaten der Vertragsbrüchigen rebellischen Belgier aus den Niederlanden in verbrecherischer Weise nicht nur alle von Königen und Fürsten gestifteten Kirchenschätze mit Gefäßen und Ornamenten, sondern auch die Güter der Kanoniker geraubt haben, hätten einige Kanoniker Schulden aufnehmen müssen. Um diesen den guten Namen zu wahren, setzt das Kapitel fest, daß jeder residierende Kanoniker nach seinem Tode die Einkünfte von zwei Jahren behalten soll, wobei allerdings die Präsenzgelder entfallen. Das eine Jahr fällt ihm für seinen Dienst (pro deservito iuxta ratum promeriti temporis), das andere als Gnadenjahr zu. Aus den Einkünften des dritten Jahres, und zwar von zehn Maltern Hafer, werden nach der Gewohnheit des Stifts gewisse Renten für die Feier seiner Memorie gekauft. Für die Verwaltung des dritten Jahres werden einer oder mehrere vom Kapitel bestimmt. Die Einkünfte des vierten Jahres fallen nach der Gewohnheit des Stifts der Kirchbaukasse (officio fabricae) zu. Ankündigung des Kapitelssiegels. Beschlossen im Kapitelshause.
Zeugen: Heinrich Deckers, Vikar, und Judocus Vischers, Glöckner. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Beglaubigung durch den Notar Godtfrid Game.
Ausf., Perg., lat..
großes Kapitelssiegel (untere Hälfte abgebrochen) anhängend.
Rückverm.: Statuta capituli ecclesie Meschedensis diversa, iuncta fundatione unius portionis in gymnasio S. Laurentii Colon. pro studioso et filio Meschedensi



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