Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.1. KÖLNISCHES WESTFALEN
1.1.1. Herzogtum Westfalen
1.1.1.2. Stifte und Klöster
Stift Meschede
Stift Meschede / Urkunden
A 114u, Stift Meschede - Urkunden
Alle Verzeichnungseinheiten der Klassifikation anzeigen


1238 April 24
Permalink der Verzeichnungseinheit

Iutta, Äbtissin in Meschede und Oedingen (Odinche), bekundet mit der Gesamtheit des Konvents in Oedingen: der Hain oder Wald bei Mellrich (Melderiche), der dem dortigen Hof bzw. der Kirche in Oedingen gehört, sei von den Nachbarn verwüstet worden. Nach Beratung des Konvents sei man mit dem Grafen Godefrid in Arnsberg, dem Vogten von Oedingen, übereingekommen, den Wald ohne den Grund dem Grafen zur Nutzung zu überlassen. Man befürchtete nämlich, daß er sonst so sehr verwüstet werde, daß der Hof nicht mehr den Zins zahlen könne. Dafür verzichtet der Graf auf die Einkünfte von acht Schillingen und zwei Pfennigen, die der Meier und die zum Hof gehörenden Hörigen zahlen mußten. Außerdem verzichtet er auf zwei Bewirtungen, eine im Winter und eine im Sommer, die der Meier ihm zu leisten verpflichtet war. Wenn das Haus oder ein anderes Gebäude des Hofes ohne Schuld des Meiers abbrennt, so darf dieser das zum Wiederaufbau nötige Holz in Odacker (Odacchere) fällen. Wer sich auf dem Hof befindet, darf die zu einem Wagen oder Pflug gehörenden Teile nicht zum Verkauf, sondern nur für die Bedürfnisse des Hofes abschneiden. Der Meier darf aus dem Wald in Odacker abgefallenes Holz als Brandholz holen, aber nur einen Wagen voll. Wenn ihm noch mehr fehlt, darf er solches, wo er will, unter Garantie des Grafen sammeln. Wenn Eicheln vorhanden sind, darf der Meier jährlich 20 Schweine zur Mast in Odacker eintreiben. Dafür hat er nur den Lohn eines Schweinehirten zu zahlen. Außerdem weist der Graf dem Hof in Mellrich die Einkünfte von einer Mark an, an denen er als Vogt kein Recht haben wird. Siegelankündigung des Grafen, der Äbtissin und der Kirche zu Oedingen. Zeugen: die Priester Giselerus, Wilhelm, Albert von Velmede, die Ritter Hartmodus von Hagnen, Bernand von Wiglon, Johannes Claua, Hunold dapifer, Gerwinus, Theodericus, die Ministerialen der Kirche zu Meschede und Offiziales, Bernolfus, Ameluncus, Johannes und andere, Walbertus, Thegenhardus villicus und andere Hörige des Hofes, Henricus, Waltherus, Deitmarus, Fredericus, Hildebrandus, Vulbode.
Geschehen 1238, als Gregor Bischof des römischen Stuhles war, als Friedrich als Kaiser der Römer regierte, als Conrad Elekt der Kölner Kirche und Godfrid Graf in Arnsberg war. Datum in Meschede am 24. April (VIII° Kalendas Maii) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat., mit einigen Korrekturen und Rasuren an mittlerer Stelle von (dreien) nur noch das Siegel des Grafen von Arnsberg abgängend (Westf. Siegel Tafel 28,4).
Druck: WUB VII 472, Wigands Archiv VII 137 und Seibertz UB I 210



Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken