Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.2. WESTFÄLISCHE FÜRSTBISTÜMER
1.2.1. Fürstbistum Münster
1.2.1.1. Verwaltung, Justiz, Landstände
Fürstbistum Münster, Edikte
B 004, Fürstbistum Münster, Edikte
Permalink des Findbuchs


Signatur : B 004

Name : Fürstbistum Münster, Edikte

Beschreibung :

Einleitung :

Edikte und Verordnungen

Im absolutistischen Verwaltungsstaat des 17. und 18. Jahrhunderts verkündeten die Herrscher ihren Untertanen ein Gesetz durch Edikte. Ebenso verfuhren auch die Fürstbischöfe der geistlichen Territorien. Die Edikte wurden als eine Art von Verordnung angesehen, durch die ”die besonderen Rechte und Pflichten der Bürger bestimmt oder die gemeinen Rechte abgeändert, ergänzt oder erklärt werden sollten“. Es waren mehr oder weniger gesetzliche Vorschriften, deren Geltung mitunter auf bestimmte Landesteile oder auch vielfach auf ”gewisse Klassen“ der Untertanen beschränkt war. Für diese Verordnungen waren daneben noch andere Ausdrücke gebräuchlich: Satzung, Ausschreibung, Publicandum, Verordnung, Patent und (Landes-)Ordnung.

Allein urkundende Person einer derartigen Verordnung war in jedem Fall der Landesherr. Nur während der Zeit der Sedisvakanz übte das Domkapitel vorübergehend die Regierungsgeschäfte aus und erließ als ”Sede vacante regierendes Domkapitel“ alle notwendigen Gesetze. Der Charakter einer qualifizierten Verordnung ergab sich aus dem Publikationszwang der Edikte. Sie mußten, um möglichst allgemein verbindlich zu sein, weitesten Kreisen bekannt gemacht werden. Dies geschah durch Verlesen von der Kanzel bzw. (oder gleichzeitig) durch Anschlag ”in locis publicis“ auf geeigneten Tafeln oder durch Einzeldrucke. Daher ist es auch verständlich, daß die einzelnen Edikte heute noch in mehrfacher Ausführung vorhanden sind.

Aus technischen Gründen sind die mehrfach vorhandenen Exemplare als einzelne Verzeichnungseinheiten unter der jeweiligen Bestellsignatur verzeichnet.

Die in dieses Repertorium aufgenommenen Edikte entstammen zum überwiegenden Teil der heute im Staatsarchiv Münster befindlichen Sammlung der Edikte des Fürstentums Münster, die 51 Bände umfaßt. Diese Bände sind im Laufe der Zeit von verschiedenen Seiten an das Staatsarchiv abgegeben worden, und zwar die Reihen B und C vom Oberlandesgericht Münster, die Reihe D ist den Scheffer-Boichorst’schen Akten entnommen worden, die unter Acc. 12/03 an das Staatsarchiv abgegeben wurde. Die Reihen F und G kamen von der Regierung Münster, wobei der Band F4 über die Stadt- und Landesbibliothek Dortmund unter Zgg. 3/57 ans Staatsarchiv gelangte. Er gehört jedenfalls schon rein äußerlich dem Einband nach zu der genannten Reihe. Eine Signierung der Bände erfolgte entsprechend ihrer Zusammengehörigkeit.

Vorliegendes Findbuch mit einer Laufzeit von 1359 bis 1823 und insgesamt ca. 3000 Nummern in 71 Kartons, wobei durch die Mehrfachverzeichnung identischer Stücke letztlich 8388 Verzeichnungseinheiten vorliegen. Im vorliegenden Repertorium ist neben der Bandsignatur noch die Seitenzahl angegeben, auf der das entsprechende Edikt im jeweiligen Band zu finden ist.

Außer der Ediktensammlung des Staatsarchivs Münster wurden noch folgende Bestände durchgesehen, deren Namen in den jeweiligen Bestellsignaturen erscheinen:

1. die in mehreren Paketen zusammengefaßten Doubletten, ebenfalls im Staatsarchiv

2. Bestand 45 Nr. 1-46 des Stadtarchivs Coesfeld

3. Kasten 35 und 104 des Archivs Nordkirchen

4. Bd. 1-21 der in der Bibliothek des Landesmuseums unter der Signatur J 2590 befindlichen Edikte

Verglichen wurden alle aufgenommenen Edikte mit der von Prof. Bauermann zur Verfügung gestellten Sammlung Degering, einer umfangreichen karteimäßigen Aufnahme von Edikten. Wenn im vorliegenden Repertorium keine Quellenangabe erscheint, dann ist der Inhalt des Edikts der genannten Sammlung Degering entnommen worden.

Erklärung der Abkürzungen

Scotti = Sammlung der Gesetze und Verordnungen, welche in dem Königlich Preußischen Erbfürstentum Münster und in den standesherrlichen Gebieten Horstmar, Rheina-Wolbeck, Dülmen und Ahaus-Bocholt-Werth über Gegenstände der Landeshoheit, Verfassung und Rechtspflege vom Jahre 1359 bis zu französischen Militär-Occupation und zur Vereinigung mit Frankreich und dem Großherzogtum Berg in den Jahren 1806 und resp. 1811 ergangen sind, Münster 1842

Bibl. LMM = Bibliothek des Landesmuseums in Münster

Prinz 1 = Ex officina literaria, Beiträge zur Geschichte des Westfälischen Buchwesens. Herausgegeben von Joseph Prinz, Münster 1968, Seite 95 ff

Prinz 2 = desgleichen Seite 108

Prinz 3 = desgleichen Seite 113 ff

STF MS = Studienfonds Münster

In den Bemerkungen ist der Druckort bei Scotti angegeben.

Zwei antiquierte Repertorien sind erhalten:

Von 1879-1881 unter der Bestellsignatur "Alte Findbücher Nr. 58" (alte Archivsign.: RA 59a): Fürstbistum Münster, Ediktensammlung; enthält: Sammlung A: Verordnungen 1535-1805; B: 1535-1813; C: 1688-1762, 1802-1808; D: Edikte in Msc I 42; E: 1762-1770; Verzeichnis der Edikte, die in der Sammlung der Münsterschen Gesetze und Verordnungen nicht enthalten sind (bis 1763); chronologisches Verzeichnis der Münsterischen Synodalverordnungen bis 1706. [Alte Findbücher 10. Keller 1879: Die Sammlung A - E ergänzen sich gegenseitig; 1881 wurden sie zu einer Serie zusammengeführt].

Von 1888 unter der Bestellsignatur "Alte Findbücher Nr. 54" (alte Archivsign.: RA 51c): Acta miscellanea insbesondere des Münsterlandes; enthält: Abt. I Edikte und Rechnungen 16. Jh. - 1818; 1888 aufgelöst.

Ergänzungsüberlieferung im LAV NRW W:

· Weitere Edikte siehe auch Bestand ”Landsberg-Velen (Dep.), Edikte“

Weitere Ergänzungsüberlieferung:

· Das Internet-Portal "Westfälische Geschichte" präsentiert die Sammlung Scotti im Volltext (<http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=16&url_tabelle=tab_projekt>).

Das bis 2011 gültige maschinenschriftliche Findbuch A 59a "Fürstbistum Münster, Edikte" wurde im August 1970 von Elsa Strootmann verzeichnet und enthält im Vorspann ein umfangreiches Sach-, Personen- und Ortsregister. Das vorliegende Findbuch wurde im Herbst 2010 von Marc Schwen unter der Betreuung von Thomas Reich mit dem Verzeichnungsprogramm VERA abgeschrieben.

Bestell- und Zitierweise:

Fürstbistum Münster, Edikte Bd. A 1 …

Münster, den 27. Mai 2011Dr. Thomas Reich

Umfang : 3000 Nummern (65 Kartons), Findbuch B 004 Bde. 1 und 2 mit Index.



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