Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
4. NICHTSTAATLICHES SCHRIFTGUT
4.3. GEWERBEBETRIEBE, ADELIGE HÄUSER, FAMILIEN, HÖFE
4.3.2. Adelige Häuser, Familien, Höfe
Gesamtarchiv von Spiegel (Dep.)
Gesamtarchiv von Spiegel (Dep.) / Akten
U 202, Gesamtarchiv von Spiegel (Dep.) - Akten
Permalink des Findbuchs


Signatur : U 202

Name : Gesamtarchiv von Spiegel (Dep.)

Beschreibung :

Einleitung :

Vorwort

Das Gesamtarchiv der v. Spiegelschen Herrschaft Desenberg (bei Warburg, Kr. Höxter) wurde im Jahre 1937 im Staatsarchiv Münster als Depositum hinterlegt. Es besteht aus rund 500 Urkunden (1303 - 1794), die bis zum Jahre 1507 verzeichnet sind (Findbuch A 438 I und Kartei) und aus fast 8000 Akten von Anfang des 16. Jahrhunderts bis in die 20er Jahre dieses Jahrhunderts, deren Inhalt von dem vorliegenden Findbuch (A 438 II) erfaßt wird. Zu diesen Akten kommen noch die Nachlässe und damit zusammenhängende Akten einiger bekannter Mitglieder der Familie von Spiegel, die aus dem Gesamtarchiv herausgelöst wurden und zu selbständigen Archivbeständen zusammengeführt worden sind: Findbuch A 506 III : A) Goswin Anton von Spiegel (1712 - 1793), Domherr und Präsident des Weltlichen Hofgerichts in Münster. B) Friedrich Ernst von Spiegel (1740-1808), Kurkölnischer Kammerherr und Deutschordenskomtur zu Osnabrück. C) Max Friedrich von Spiegel (1763 - 1811), Kurkölnischer Major. D) Friedrich Wilhelm von Spiegel (1775 - 1807), Preußischer Kammerherr und hessen-darmstädt. Berghauptmann. E) Clemens Philipp von Spiegel (1760 - 1833), Domscholaster in Minden. F) Franz Wilhelm von Spiegel (1752 - 1815), Landdrost des Herzogtums Westfalen, Hofkammerpräsident und Präsident der Bonner Akademie sowie erster Kurator der Universität Bonn. Aus seinem Nachlaß sind hier nur die Akten verzeichnet, die ein Archivbenutzer (Zincken) im Jahre 1937 dem Gesamtarchiv, als sich dieses noch auf Gut Übelngönne befand, entnommen hat, weil sie die Stadt Bonn und die dortige Universität betrafen. Aus Zinckens Nachlaß kamen die Archivalien als Schenkung (!) an das Stadtarchiv Bonn, wo sie sich heute noch befinden. Bemühungen, diese Akten zurückzuerhalten, um sie dem Gesamtarchiv wieder einzugliedern, blieben erfolglos. Findbuch A 506 II : Der eigentliche Nachlaß des Hofkammerpräsidenten Franz Wilheln von Spiegel war ebenfalls mit den Akten des Desenberg’sehen Gesamtarchivs vermischt. Nach dessen Deponierung im Staatsarchiv im Jahre 1937 wurde aus dem Nachlaß ein selbständiger Bestand gebildet, der in diesem Findbuch verzeichnet ist. Nachlaßsplitter befinden sich mit anderen Spiegelschen Archivalien noch auf Schloß Canstein im Archiv des Rechtsnachfolgers (von Elverfeldt). Findbuch A 506 I : Der Nachlaß des bekanntesten Mitglieds der Familie von Spiegel, des Kölner Erzbischofs Ferdinand August von Spiegel (1764 - 1835), eines Halbbruders von Franz Wilhelm von Spiegel, blieb nach dessen Tod in Verwahrung seines Sekretärs Dr. München. Seine Erben gaben ihn im Jahre 1902 an die Familie von Spiegel zurück. Glasmeier überführte den Nachlaß in die von ihm eingerichteten "Vereinigten Westfälischen Adelsarchive" in Velen (vgl. Westf. Adelsblatt 6, 1929, S. 3). Nach der Verlegung der Geschäftsstelle dieser Einrichtung in das Staatsarchiv Münster im Jahre 1932, kam auch der Nachlaß von Ferdinand August von Spiegel - im Zusammenhang mit der Überführung des Spiegelschen Gesamtarchivs von Gut Übelngönne nach Münster - im Jahre 1937 als Depositum in das Staatsarchiv und wurde so der wissenschaftlichen Forschung zugänglich gemacht. Das vorliegende Findbuch enthält das Archiv der Hauptlinien der von Spiegel zum Desenberg, zu Canstein und Peckelsheim sowie der verschiedenen Nebenlinien auf den wechselnden Wohnsitzen Burg Bühne, Winterhof-Bühne, Nieder- und Oberklingenburg, Rothenburg, Nieder- und Oberübelngönne und in Böhmen, ehem. zusammengefaßt im Fideikommiß unter dem Vorsitz des jeweiligen Familienseniors. Von den Archivalien des reichhaltigen Archivs, das sich aber inhaltlich nicht wesentlich von dem anderer kleiner Territorial- und Gutsarchive unterscheidet, seien nur die auf Grund der Cansteinschen Stiftung das Waisenhaus in Halle/ Saale (August Hermann Francke) betreffenden Akten besonders genannt. Die seit 1937 immer wieder unterbrochene Verzeichnung des Spiegelschen Archivs macht sich in der sehr unterschiedlichen Titelaufnahme der Akten durch zahlreiche Mitarbeiter des Staatsarchivs bemerkbar.

Umfang : 7937 Akten (807 Kartons), Findbuch U 202, Bde. 1-4.

Verweise :

Literatur R. v. Spiegel, Geschichte der Spiegel von Desenberg und von und zu Peckelsheim, Bände 1 - 3, 1956 - 1958. Nachlässe aus Politik und Verwaltung, bearb. v. M. Wolf, Selbstverlag des NW Staatsarchivs Münster, 1982 (Band 3 der Reihe 'Das Nordrhein-Westfälische Staatsarchiv und seine Bestände’, hg. im Auftrag des Kultusministeriums von Nordrhein-Westfalen). M. Braubach, Die Lebenschronik des Freiherrn Franz Wilhelm von Spiegel zum Diesenberg, Münster 1952. W. Lipgens, Ferdinand August Graf von Spiegel und das Verhältnis von Kirche und Staat 1789 - 1835, Münster 1965, 2 Bände. Münster, im November 1983



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