Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
2. BEHÖRDEN DER ÜBERGANGSZEIT 1802-1816
2.1. PREUSSISCHE ENTSCHÄDIGUNGSLANDE
2.1.1. Erbfürstentum Münster
Kriegs- und Domänenkammer Münster
G 003, Kriegs- und Domänenkammer Münster
Permalink des Findbuchs


Signatur : G 003

Name : Kriegs- und Domänenkammer Münster

Beschreibung :

Einleitung :

Durch königliches Patent vom 8. November 1803 wurde in Münster eine Kriegs- und Domänenkammer eingerichtet. Sie trat am 1. Dezember 1803 ins Leben und übernahm die Geschäfte der bisherigen Münsterschen und Paderborner Landesbehörden, dazu die Befugnisse der Kriegs- und Domänenkammer in Minden bezüglich der Grafschaften Tecklenburg und Lingen. Die bisher tätigen Spezialorganisationskommissionen in Münster und Paderborn, sowie die Interims-Geheimen Räte und Interimshofkammern beider Fürstentümer lösten sich mit den noch bestehenden kleineren Behörden auf.

Die Kriegs- und Domänenkammer Hamm, die nach einem ursprünglichen Plan mit der Kammer in Münster vereinigt werden sollte, blieb auf Grund des Einspruches des Freiherrn vom Stein bestehen. Präsident der neuen Kammer in Münster wurde der Freiherr vom Stein, der bisher als Oberkammerpräsident den 3 Kammern in Minden, Hamm und Kleve sowie den Spezial-Organisationskommissionen in Münster und Paderborn vorgestanden hatte. Das Präsidium der Kammer in Hamm behielt er weiter in seinen Händen. Der erste Direktor der Münsterschen Kammer wurde Müller, bisher Direktor der Kammer in Minden. Nach der Berufung Steins als Minister nach Berlin folgte ihm Ludwig Freiherr von Vincke im Präsidium.

Nach der Besetzung durch die Franzosen blieb die Kriegs- und Domänenkammer unter dem Namen "Administrationskollegium" bestehen. Allerdings mußte Freiherr von Vincke das Präsidium nach einiger Zeit auf Befehl des französischen Generalgouverneurs abgeben. Sein Nachfolger wurde Graf Merveldt.

Nachdem das Fürstentum Paderborn dem Königreich Westfalen angegliedert wurde, während Münster an das Großherzogtum Berg fiel, ergaben sich Schwierigkeiten in der Bearbeitung der Paderborner Sachen. So wurde das Fürstentum Paderborn Ende des Jahres 1806 der Kriegs- und Domänenkammer Minden unterstellt.

Erst im Jahre 1809 stellten die Kriegs- und Domänenkammern ihre Arbeit ein. Sie wurden durch das französische Behördensystem des Großherzogtums Berg bzw. des Königreiches Westfalen abgelöst.

Aufgenommen wurden außerdem die Akten des Kriegs- und Domänenrats von Reimann, der als Commissarius der Münsterschen Kammer in Paderborn residierte. Erst 1806 wurde diese Stelle zu einem Kollegium ausgebaut, indem Reimann zum Commissarius perpetuus ernannt wurde. Die Behörde trat kaum ins Leben, als ihre Unterstellung unter die Kammer in Minden erfolgte. Die aus der letzten Zeit stammenden Akten von Reimanns finden sich im Bestand "Königreich Westphalen, Gruppe G, Fach 3".

Die Akten stammen zum größten Teil aus dem bisherigen Betand "Regierung Münster, Domänenregistratur A", Teile aber auch aus "Regierung Minden", "Oberpräsidium", den Kirchen- und Schulregistraturen, "Kriegs- und Domänenkammer Münster" und ""Administrationskolleg Münster".

Januar 1952

Dr. Kohl

Vorliegendes Findbuch B 3 Kriegs- und Domänenkammer Münster wurde im September 2010 von Dr. Joachim Rüffer mit dem Verzeichnungsprogramm VERA abgeschrieben. Unterzeichneter hat Signaturprobleme und inhaltliche Unstimmigkeiten durch Aktenautopsie bereinigt.

Münster, den 8. Oktober 2010

Dr. Thomas Reich

Umfang : Rd. 3150 Akten (405 Kartons), Findbuch G 003 mit Index.



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