Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.4. PREUSSISCHES WESTFALEN
1.4.5. Preußische Behörden für Minden und Ravensberg
Minden-Ravensberg, Regierung
D 605, Minden-Ravensberg, Regierung
Permalink des Findbuchs


Signatur : D 605

Name : Minden-Ravensberg, Regierung

Beschreibung :

Einleitung :

Bis zum Jahre 1719 erfolgte die Verwaltung der beiden Territorien Minden und Grafschaft Ravensberg vollständig von einander getrennt. Für einige Jahrzehnte nach der brandenburgischen Besitzergreifung war nur das Amt des für bei Territorien zuständigen Statthalters das verbindende Element. Aber auch dieser Posten wurde nach dem Tode des Fürsten Johann Moritz von Nassau-Siegen nicht wieder besetzt.

Bis zur brandenburgischen Besitzergreifung war die Hauptverwaltungsbehörde des Fürstentums Minden die bischöfliche Kanzlei in Petershagen. An die Stelle der bischöflichen bzw. schwedischen Kanzlei trat im Jahre 1649 / 1650 die kurfürstliche Regierung, die im Jahre 1669 nach Minden verlegt wurde.

In jülich-klevischer Zeit stand die Grafschaft Ravensberg unter der Oberaufsicht der fürstlichen Gesamtkanzlei in Düsseldorf. Aus diesem Grunde befinden sich zahlreiche, die Grafschaft Ravensberg betreffende Verwaltungsakten im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf im Bestand Jülich-Berg I und II. Der Versuch des Kurfürsten, nach der Inbesitznahme durch die Einrichtung einer Kanzlei eine für die gesamte Grafschaft zuständige zentrale Verwaltungsbehörde zu schaffen, scheiterte. Die Verwaltung dieses Territoriums erfolgte daher zersplittert durch die Drosten der vier Ämter Sparrenberg, Ravensberg, Limberg und Vlotho. Erst im Jahre 1667 wurde dem Drosten zu Sparrenberg als dem Inhaber des größten Amtes mit dem Titel Landdrost eine Oberaufsicht über seine Amtskollegen zugewiesen und damit eine gewisse Zentralinstanz geschaffen.

Die gegen den Widerstand der ravensbergischen Stände vorgenommene Kombinierung der beiden Territorien im Jahre 1719 bedeutete im Grunde eine Eingliederung der Grafschaft Ravensberg unter die Zuständigkeit der Regierung in Minden. Der Ausweitung ihres Sprengels stand jedoch eine Verminderung ihrer Kompetenzen gegenüber, als im Jahre 1722 die mit der Verwaltung der Domänen betraute Amtskammer mit dem zur Einziehung der Heeressteuern eingerichteten Kriegskommissariat zur Kriegs- und Domänenkammer Minden vereinigt wurde, wobei diese bald der Regierung im Rang vorangestellt wurde. Entsprechend den verbliebenen Kompetenzen gliederte sich die Regierung in ein Hoheits - und ein Justizdepartement.

Die Akten der Regierung waren bislang im alten Findbuch der Kriegs- und Domänenkammer Minden mitverzeichnet. Sie wurden von Dr. Leesch aus diesem Bestande herausgelöst. Ebenso wurde von ihm als Nachtrag in den Findbüchern der mindenschen und ravensbergischen Klöster und Stifte aufgeführten Akten über diese Institutionen aus diesem Fonds herausgenommen und somit der Bestand ”Regierung Minden“ wiederhergestellt. Zur Unterscheidung von der späteren preußischen, die Akten des 19. und 20. Jahrhunderts umfassenden Regierung Minden, trägt der hier erfasste Bestand die Bezeichnung ”Minden-Ravensberg, Regierung“.

Münster, 1987 M. Wolf

Das vorliegende Findbuch A 201 "Minden-Ravensberg, Regierung" wurde 2006 von Folke Vortisch unter der Betreuung von Thomas Reich in das elektronische Verzeichnungsprogramm VERA übertragen.

Umfang : 1561 Akten (458 Kartons), Findbuch D 605, Bde. 1-3.

Verweise :

··Karl Spannagel, Minden und Ravensberg unter brandenburgisch-preußischer Herrschaft von 1648 bis 1719, 1894. [WK 61]

·Acta Borussica, Die Behördenorganisation und die allgemeine Staatsverwaltung Preußens im 19. Jahrhundert, 6. Band, 1. Hälfte, 1901. [5 A4]



Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken