Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.5. WEITERE WELTLICHE TERRITORIEN
1.5.5. Fürstentum Siegen
1.5.5.1. Verwaltungsbehörden
Fürstentum Siegen, Oranien-Nassauische Behörden
Fürstentum Siegen, Oranien-Nassauische Behörden, Siegener Behörden
E 404, Fürstentum Siegen, Oranien-Nassauische Behörden, Siegener Behörden
Permalink des Findbuchs


Signatur : E 404

Name : Fürstentum Siegen, Oranien-Nassauische Behörden, Siegener Behörden

Beschreibung :

Einleitung :

Geschichte der Grafschaft und des Fürstentums Nassau-Siegen

Die Grafschaft Nassau vom Mittelalter bis zur Erbteilung 1606

Das Haus Nassau war ein weit verzweigtes deutsches Adelsgeschlecht von europäischer Bedeutung, dessen Anfänge bis in das 11. Jahrhundert zurückreichen. Unstrittig ist, dass die Grafen von Nassau von den Grafen von Laurenburg abstammen. Die Burg Laurenburg, wenige Kilometer flussaufwärts von der heutigen Kleinstadt Nassau an der Lahn gelegen, war im 12. Jahrhundert Herrschaftssitz des gleichnamigen Adelsgeschlechts. 1159 verlagerte diese gräfliche Familie ihren Sitz auf die Burg Nassau und nannte sich fortan auch nach dieser Burg.

Die Grafen von Laurenburg bzw. dann von Nassau betrieben intensiv den Ausbau ihrer Landesherrschaften. Unter den Brüdern Arnold I. von Laurenburg (1123-1148) und Ruprecht I. (1123-1154), dessen Sohn Walram I. (1154-1198) sowie wiederum dessen Sohn Heinrich II., dem Reichen (1198-1251), wurde stetig der Besitz im Raum zwischen Taunus und Westerwald an der unteren und mittleren Lahn erweitert. Vor 1128 hatten die Grafen von Laurenburg vom Hochstift Worms, das in der genannten Gegend umfangreiche Rechte besaß, die Vogtei über das Walpurgisstift Weilburg erhalten. Damit war es den Grafen gelungen, eine Verbindung zwischen ihrem Allodialbesitz an der unteren Lahn und ihrem Besitz um Siegen zu schaffen, welchen sie Mitte des 12. Jahrhunderts mit dem Erwerb der so genannten Hessisch-Thüringischen Reichslehen, nämlich der Herborner Mark, der Kalenberger Zent und des Gerichts Heimau (Löhnberg) festigen konnten. Auch die ”Herrschaft zum Westerwald“ gelangte zu dieser Zeit in nassauischen Besitz. Ende des 12. Jahrhunderts erwarben die Nassauer Grafen mit dem Reichshof Wiesbaden einen wichtigen Stützpunkt im Südwesten.

Die gemeinsam regierenden Söhne des Grafen Heinrichs II. von Nassau, Walram II. (1151-1276) und Otto I. (1251-1289) teilten in einem Vertrag vom 16. Dezember 1255 ihren Besitz in zwei Teile und ihr Haus in zwei Linien. Seitdem unterscheidet sich das Grafengeschlecht in eine Ottonische und eine Walramische Linie. Die natürliche Grenze beider Herrschaftsbereiche bildete im Wesentlichen die Lahn, wobei Otto I. den nördlichen Landesteil mit Siegen (urkundliche Ersterwähnung 1079), Dillenburg, Herborn und Haiger erhielt, Walram II. hingegen den südlich des Flusses gelegenen Teil der Grafschaft mit Weilburg und Idstein. In beiden Linien kam es in den nächsten Jahrhunderten mehrfach zu Landesteilungen.

Die Ottonische Linie, aus der dreihundert Jahre später auch die Grafschaft bzw. anschließend das Fürstentum Nassau-Siegen hervorgehen sollte, wurde nach dem Tod des Grafen Otto I. im Jahr 1289 zunächst von dessen Gemahlin Agnes von Leiningen-Landeck († um 1303) und ihren Söhnen geführt. Nach dem Tod der Gräfin kam es am 27. Juni 1303 zu einer Hausteilung unter ihren Söhnen Emich († 1334), Johann († 1328) und Heinrich III. († 1343). Es entstanden folgende Linien, die nach ihrem Aussterben an andere noch bestehende nassauische Grafenhäuser der ottonischen Linie fielen:

Nassau-Dillenburg (1303-1328), fällt an Siegen

Nassau-Hadamar, ältere Linie (1303-1394), fällt an Dillenburg

Nassau-Siegen, ab 1328 Nassau-Dillenburg (1303-1341), geteilt in

Nassau-Beilstein, ältere Linie (1341-1561), fällt an Dillenburg

Nassau-Dillenburg, ältere Linie (1341-1606).

Der älteren Linie Nassau-Dillenburgs gelang es im 15. Jahrhundert, umfangreiche Besitzungen zu erwerben, darunter auch in den Niederlanden. Unter Graf Johann I. von Nassau-Dillenburg (1362-1416) und seinen Söhnen wurde 1386 die Grafschaft Diez erworben, 1403/04 die Herrschaft Breda und 1420 durch Erbschaft die Grafschaft Vianden. Unter der Regierung Graf Johanns IV. von Nassau-Dillenburg (1442-1475) verlagerte sich der Schwerpunkt der Herrschaft zunehmend in die niederländischen Besitzungen. Nach dem Tod Graf Johanns IV. teilten sich dessen Söhne das väterliche Erbe. Graf Engelbert II. (1475-1504) erhielt die niederländischen Gebiete, Graf Johann V. (1475-1516) bekam die Grafschaft Nassau-Dillenburg. Dem kinderlosen Grafen Engelbert II. von Nassau-Breda folgte sein Neffe, der Sohn des Grafen Johanns V. von Nassau-Dillenburg (1475-1516) namens Heinrich III. (1504-1538). Graf Heinrich III. konnte den Einfluss Nassaus in den Niederlanden erheblich ausweiten. Durch seine Eheschließung mit Claudia von Chalon und Orange erwarb er das Fürstentum Orange (Oranien) in Südfrankreich. Deren Sohn Renatus bzw. René (1519-1544) führte als erster Nassauer den souveränen Titel ”Fürst von Oranien“. Vor seinem Tod 1544 hatte Fürst Renatus seinen noch minderjährigen Neffen Wilhelm von Nassau-Dillenburg (*1533, reg. 1544-1584) als Erben benannt. Wilhelm durfte den Titel Prince d’Orange (Fürst von Oranien) allerdings nur unter der Bedingung Kaiser Karls V. (1516-1558) führen, wenn er an dessen Hof in Brüssel katholisch erzogen wurde. 1560 konnte Wilhelm das zwischenzeitlich von Frankreich besetzte Fürstentum in Besitz nehmen, kurz bevor er als Wilhelm I. von Oranien zum Führer des Aufstands der Niederlande gegen Spanien wurde.

Nach dem Aussterben der älteren Linie Nassau-Siegen war das Siegerland bei den Grafen von Nassau-Dillenburg verblieben, deren landesherrliche Macht sich dort über eine Landmasse mit differenzierten grundherrlichen Verhältnissen erstreckte. Zu diesen Grundherren zählten geistliche Institutionen und der landsässige Adel. Zu den geistlichen Grundherren gehörten die Abtei Deutz bei Köln, das Stift St. Georg zu Köln, die Abtei Siegburg, das Kloster Drolshagen, die Pfarrkirche St. Martin zu Siegen, das Kloster St. Johann bei Siegen, das Minoriten- und das Franziskanerkloster zu Siegen und das Prämonstratenser-Nonnenkloster Keppel. Zu den landsässigen Adelsfamilien als Grundherren zählten im Siegerland besonders die Familien von Hain, Kolbe von Wilnsdorf, Rode von Wilnsdorf, von Bicken, von der Hees, von Holdinghausen, von Selbach, von Selbach genannt Daube, von Wischel zu Langenau und die Edelherren von Wildenburg. Als Landesherren waren die Grafen von Nassau-Dillenburg stets bestrebt, ihre grundherrliche Erwerbspolitik im Siegerland zu forcieren, besonders auf Kosten der geistlichen Grundherren und des landsässigen Adels. Die Stadt Siegen selbst war im 13. und 14. Jahrhundert einer doppelten Oberhoheit ausgesetzt. 1224 war der Ort als eine aufs Neue erbaute oder wiederaufgebaute Stadt oder Landgemeinde (genauer lateinischer Wortlaut: ”oppidi Sige de novo constructi“) von Erzbischof Engelbert I. (1216-1225) von Köln an Graf Heinrich II. von Nassau zum halben Miteigentum übertragen worden. Diese Doppelherrschaft zwischen Kurköln und Nassau - die Stadt hatte am 19. Oktober 1303 das Soester Stadtrecht erhalten - hielt bis Ende des 14. Jahrhunderts an. Erst dann ging sie gänzlich in die Hände der Grafen von Nassau-Dillenburg über. Die Stadt Siegen bot im 16. Jahrhundert einen wehrhaften Anblick. Sie war von hohen Mauern mit 16 Türmen umgeben und sie besaß eine mächtige Burg. Zur Siegener Stadtbefestigung gehörten drei Tore: das Kölner Tor nach Westen, das Löhrtor nach Süden und das Marburger Tor nach Osten.

Die innere Verwaltung der Grafschaft Nassau-Dillenburg bestand im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit aus einer Zentralverwaltung und zwei nachgeordneten Behördenorganisationen, den Gerichten und den Ämtern. Der Bereich Siegen war, seit der Erbteilung von 1255 zum ottonischen Territorium gehörend und seit 1343 einen Teil der Grafschaft Nassau-Dillenburg bildend, eine geschlossene und unzerteilte Verwaltungseinheit bis 1606. Die Zentralverwaltung der Grafschaft befand sich in der gräflichen Residenz zu Dillenburg in Form der gräflichen Kanzlei. Vertreter des Grafen, oberster Beamter/Befehlshaber und Vorgesetzter für alle Verwaltungs- und Hoheitsaufgaben war der dort amtierende Kanzler. Die Kanzlei in Dillenburg nahm die Gesetzgebung im Namen des Landesherrn wahr, sie gab Anweisungen über die Verwendung und Verwaltung der einkommenden Gelder und Naturalabgaben und verfügte über das Kontroll- und Revisionsrecht über die Beamten, also die Amtmänner, Rentmeister und Kellner. Die Grafen unterhielten auf der Burg Siegen einen speziellen Sitz für ihren Amtmann und Befehlshaber sowie dessen Kanzlei. Ihm zur Seite standen der Rentmeister und der Kellner. In gewisser Weise fungierte die Kanzlei zu Siegen als eine Art Oberamt. Diesem waren seit dem Spätmittelalter kleinere Amts- und Gerichtsbezirke nachgeordnet. Zu diesen gehörten ursprünglich das Amt und Gericht Siegen vor dem Hain, das Amt und Gericht Netphen, das Amt und Gericht Ferndorf und Krombach, das Amt und Gericht Hilchenbach sowie das Amt und Gericht Freudenberg. Die aus dem Spätmittelalter überkommenen Amts- und Gerichtsbezirke bestanden bis zur Einverleibung des Fürstentums Siegen in das Großherzogtum Berg zu Beginn des 19. Jahrhunderts fort. Nur in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts entstand das Amt der Vierdorfschaften aus Ortschaften aus dem Amt und Gericht zu Siegen vor dem Hain. Folgende Ortschaften, Wüstungen und Höfe gehörten zu den jüngeren, seit 1813 existierenden Amtsbezirken:

Amt Weidenau (bis 1807 Amt und Gericht zu Siegen vorm Hain): Achenbach, Birlenbach, Bürbach, Buschgotthardshütten, Charlottenthal, Dillnhütten, Fickenhütten, Füsselsbach, Geisweid, Hardt, Hubach, Kaan, Klafeld, Marienborn, Meinhardt, Münkershütten, Müsenershütten, Rehbach, Schneppenkauten, Seelbach, Sohlbach, Sontagsgut, Trupbach, Volnsberg, Weidenau.

Amt Netphen: Afholderbach, Anzhausen, Beienbach, Brauersdorf, Breitenbach, Buchen, Cuntzenbach, Deuz, Dreisbach, Dreistiefenbach, Eckmannshausen, Eschenbach, Feuersbach, Flammersbach, Flocksdorf, Flöckersdorf, Frohnhausen, Gangersdorf, Gernsdorf, Gillersdorf, Glabach, Grissenbach, Hainchen, Helgersdorf, Heppersdorf, Herzhausen, Hohenroth, Irmgarteichen, Lahnhof, Malbach, Mausthal, Nauholz, Nenkersdorf, Netphen, Obernau, Ockersdorf, Oelgershausen, Patschoß, Rudersdorf, Salchendorf, Setzen (Niedersetzen und Obersetzen), Sohlbach, Tiefenbach, Unglinghausen, Walpersdorf, Wampelshausen, Wernsbach, Werthenbach.

Amt Siegen: Agnesenhof, Drupecher Mark, Hain, Hammerhütte, Heimbach, Hermelsbach, Leimbach, Leimpe, Rinsenau, Siegen, Sieghütte, Winchenbach.

Amt Ferndorf und Krombach: Ahe, Bockenbach, Bottenbach, Bruchhausen, Buchen, Burgholdinghausen, Buschhütten, Dornseifen, Eichen, Ersdorf, Fellinghausen, Ferndorf, Hammerhaus, Heiminghausen, Herkinghausen, Irlen, Junkernhees, Kredenbach, Kreuztal, Krombach, Langenau, Littfeld, Lohe, Osthelden, Stendenbach, Vormberg, Weiden, Wüstenhof.

Amt Freudenberg: Alchen, Anstoß, Asdorf, Berghaus, Bockseifen, Bottenberg, Bruch, Bühl, Büschen, Büschergrund, Dirlenbach, Dröningen, Eichen, Engelbrecht (auch Engelberth), Fischbach (Oberfischbach), Freudenberg, Gambach, Gengschladen, Halmenhof, Heisberg, Herlingen, Heuslingen, Heuslinger Grund, Hohenhain, Holzklau, Homelinghausen, Langenholdinghausen, Lindenberg, Mausbach, Meiswinkel, Mittelhees, Niederndorf, Oberhees, Oberschelden, Odendorf, Ohrndorf, Plittershagen, Reichelsbach, Stöcken (Niederstöcken und Oberstöcken), Uebach, Weningen, Wurmbach, Zeitenbach.

Amt Hilchenbach (auch Amt Keppel): Allenbach, Altenteich, Breidenbach, Breidenscheid, Dahlbruch, Ebinghausen, Elberndorf, Erzenbach, Ginsberg, Grund, Haarhausen, Hadem, Helberhausen, Hilchenbach, Hillnhütten, Keppel, Klingelseifen, Lützel, Merklinghausen, Müsen, Oberndorf, Oechelhausen, Rodenberg, Ruckersfeld, Schreiberg, Schweisfurth, Sterzenbach, Stöcken, Vormwald, Watzenseifen, Wehbach, Winterbach.

Amt Wilnsdorf (bis 1807 Amt und Gericht zu Siegen vorm Hain): Altmersdorf, Dielfen, Einsiedel, Eisern, Eremitage, Hellingsdorf, Obersdorf, Ratzenscheit, Rindsberg, Rinsdorf, Rödgen, Wilden, Wilgersdorf, Wilnsdorf, Windhain.

Amt Eiserfeld (bis 1807 Amt und Gericht zu Siegen vorm Hain): Eiserfeld, Gosenbach, Hengsbach, Lurzenbach, Niederschelden, Rulsdorf, Untertan.

Amt Vierdorfschaften (seit 1. Hälfte 17. Jahrhundert): Niederschelden, Trupbach, Seelbach, Klafeld, Weidenau, Gosenbach.

Parallel zur weltlichen Verwaltungsstruktur gab es die kirchliche Verwaltungshierarchie. Im Mittelalter gehörte das Siegerland zur Erzdiözese Mainz, speziell zum Archidiakonat St. Stephan in Mainz. Die Grafschaft Wittgenstein und das Siegerland zusammen bildeten eine der drei Dekanate dieses Archidiakonates: das Dekanat Arfeld. Hinsichtlich der Urpfarreien teilte sich das Siegerland in zwei Sendbezirke als Unterabteilungen des Dekanats: die Sedes in Siegen und die Sedes in Netphen. Am Sedes-Sitz fanden die Send- und Rügegerichte der kirchlichen Behörde statt. Als Sendbezirke hatten sie jedoch nichts mit einem bloßen Pfarrsitz gemeinsam. In der Sedes Siegen befanden sich in vorreformatorischer Zeit die Kirchspiele und Pfarreien Siegen, Oberfischbach, Oberholzklau, Ferndorf und Krombach, im Sedes Netphen hingegen die Kirchspiele und Pfarreien Netphen, Irmgarteichen, Hilchenbach und Rödgen.

Der Bruder des Grafen Heinrich III. (*1483, † 1538), Graf Wilhelm von Nassau-Dillenburg, genannt der Reiche (*1487, reg. 1516-1559), erbte 1516 das Dillenburger Land. Er führte dort von 1530 bis 1536 die Reformation ein, behielt aber die alte Kirchenorganisation der Kirchspiele und Pfarreien bei. 1536 wurde die Stelle eines Superintendenten als oberste kirchliche Behörde der nassauischen Ämter Dillenburg und Siegen geschaffen. 1546 erließ Graf Wilhelm von Nassau-Dillenburg (*1487, reg. 1516-1559) eine Kirchen- und Schulordnung. 1570 wurde in Siegen eine eigene Superintendentur geschaffen, die jedoch einem Generalsuperintendenten in Dillenburg unterstellt war. Obwohl 1570 eine lutherische Kirchenvisitationsordnung für Nassau-Dillenburg erlassen wurde, ließ Graf Johann VI. (*1536, reg. 1559-1606) 1573 das calvinistische Glaubensbekenntnis einführen, was wiederum eine Reihe neuer Kirchenordnungen und neuer Einrichtungen zur Folge hatte. In diesem Zusammenhang kam es zur Bildung eigener Kirchspiele und Pfarreien in Freudenberg und Müsen. Bereits kurz nach Einführung der Reformation kam es zu Vereinigung der beiden Kirchspiele Wilnsdorf und Rödgen. Seit 1578 bzw. 1586 bildeten die nassauischen Territorien zusammen mit den Grafschaften Sayn-Wittgenstein, Solms, Wied und Ysenburg eine gemeinsame Generalsynode mit Sitz in Herborn.

Mitte des 16. Jahrhunderts gewann die ottonische Linie der Grafen von Nassau politischen Einfluss europäischer Tragweite. Wie bereits erwähnt, trat der älteste Sohn des Grafen Wilhelms des Reichen, Wilhelm I. ("der Schweiger") (*1533, reg. 1545-1584) das Erbe der Herrschaft Breda und des Fürstentums Oranien an. Als Statthalter der Niederlande führten er und seine Söhne Philipp Wilhelm (*1554, reg. 1609-1618), Moritz (*1567, reg. 1618-1625) und Friedrich Heinrich (*1584, reg. 1625-1647) im Befreiungskrieg von 1568 bis 1648 die Niederlande in die Unabhängigkeit. Die oranische Linie behielt ihren Einfluss und ihre Stellung in den Generalstaaten, die sich 1581 von Spanien losgesagt hatten, auch nach der Ermordung Wilhelms von Oranien 1584 bei. Die Fürsten von Oranien fungierten in den Niederlanden als Generalstatthalter und Generalkapitäne bzw. Großadmiräle. Der Sohn Wilhelms, Moritz von Oranien, legte sogar den Grundstein für die holländische Großmachtstellung im 17. Jahrhundert. Der Urenkel des Prinzen Wilhelms I. von Oranien, Wilhelm III. von Oranien-Nassau (*1650, †1702), der ”letzte Oranier“, erlangte 1688 sogar die englische Krone. Sein niederländisches Erbe fiel jedoch an die Linie Nassau-Diez.

Der jüngere Bruder Wilhelms von Oranien, Graf Johann VI., genannt der Ältere, zu Nassau-Dillenburg (*1536, reg. 1559-1606), konnte nach dem Erlöschen der älteren Beilsteiner Linie im Jahr 1561 wieder die gesamten ottonischen Stammlande in seiner Hand vereinigen. Er gründete 1584 die lange Zeit überregional bedeutsame reformierte Hohe Schule zu Herborn. Nach seinem Tod wurde das Land unter seinen Söhnen aufgeteilt, eine Teilung, die bis 1743 anhalten sollte.

Die Grafschaft bzw. das Fürstentum Nassau-Siegen bis zu ihrem Erlöschen 1606-1743

In seinem Testament hatte Graf Johann VI. den Gepflogenheiten des Hauses Nassau entsprechend den gräflichen Besitz unter seinen Söhnen aufgeteilt, die alle eine militärische Ausbildung in den Niederlanden und eine sorgfältige Erziehung und Bildung im Sinne des Calvinismus genossen hatten. Graf Johann VII. (*1561, reg. 1606-1623) erhielt Siegen, Graf Wilhelm Ludwig (*1560, reg. 1606-1620) bekam Dillenburg, Graf Georg (*1562, reg. 1606-1623) die Herrschaft Beilstein, den Westerwald, das Amt Burbach, den Hickengrund und das Stuhlgebiet, Graf Ernst Kasimir (*1573, reg. 1606-1632) die Grafschaft Diez und Graf Johann Ludwig (*1590, reg. 1606-1653) Hadamar, Ellar, die Esterau sowie ein Viertel an Camberg, Altweilnau und Kirberg. Hier eine Übersicht der nach 1606 entstandenen Territorien und deren Verbleib bzw. Anfall:

Nassau-Hadamar, jüngere Linie (1607-1711), 1629 katholisch, 1650 gefürstet, 1711 geteilt, 1743 ganz an Diez

Nassau-Siegen, (1607-1623), 1623 geteilt in:

Nassau-Siegen, reformierte Linie (1623-1734), 1664 gefürstet, fällt

an Siegen (katholisch)

Nassau-Siegen, katholische Linie (1623-1743), 1652 gefürstet,1743 an Diez

Nassau-Dillenburg, (1607-1620), von Beilstein beerbt

Nassau-Beilstein, jüngere Linie, ab 1620 Nassau-Dillenburg, jüngere

Linie (1607-1739), 1652 gefürstet, 1739 an Diez, und

Nassau-Diez (1607-1890)

Die Söhne des Grafen Johann VI. von Nassau-Dillenburg regierten anfänglich noch gemeinschaftlich, schlossen jedoch 1607 einen Erbverein, der 1618 und 1636 noch einmal erweitert wurde. Graf Johann VII. nahm 1607 das ehemalige Amt Siegen in Besitz und wurde Gründer der Siegener Linie des nassauischen Gesamthauses. Um eine weitere Aufsplitterung seines Territoriums für die Zukunft zu vermeiden, bestimmte Graf Johann VII. in seinem Testament vom 8. April 1607 seinen ältesten Sohn aus erster Ehe, Johann, als seinen alleinigen Nachfolger. Die Primogenitur sollte in der Erbfolge der Grafschaft Nassau-Siegen fortan oberstes Gesetz sein. In der Grafschaft selbst blieben unter Johann VII. die überkommenen Verwaltungsstrukturen vorerst bestehen. Auf der Burg Siegen amtierte ein Amtmann und Befehlshaber im Auftrag des Grafen. Ferner gab es einen Kanzler mit Sekretär(en), Räte, Hofmeister und diverse Spezialbeamte am Hof des Landesherrn, die zum Teil mehrere Ämter in Personalunion innehatten. Zur obersten Verwaltung gehörten zum Beispiel auch die Rentmeister und Kellner, Landschreiber und (Kammer-)Sekretäre. An nachgeordnetem Verwaltungspersonal gab es die Schultheißen und Gerichtsknechte in der Stadt Siegen und in den Ämtern und Gerichten zu Siegen vor dem Hain (Haingericht), Netphen, Hilchenbach, Ferndorf-Krombach, Freudenberg und später Vierdorfschaften.

Graf Johann VIII. von Nassau-Siegen (*1583, reg. 1623-1638), ältester Sohn des Grafen Johann VII. von Nassau-Siegen, lag sowohl religiös als auch politisch überhaupt nicht auf der Linie seines Vaters. 1608 trat er heimlich zum katholischen Glauben über, 1612/13 dann offiziell. 1614 wechselte er vom traditionellen Heeresdienst in den Niederlanden über in den militärischen Dienst des Herzogs von Savoyen, von 1615-1617 in den Dienst des französischen Königs. Die neuen Dienstherren waren alle katholische Landesfürsten. Angesichts der politischen und militärischen Ausrichtung Johanns VIII. wuchsen die Bedenken des calvinistisch erzogenen Vaters. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Graf Johann VII. der 1617 abgegebenen Versicherung seines ältesten Sohnes misstraute, im Falle der Thronfolge den Bekenntnisstand seiner Grafschaft beizubehalten. Er ließ am 15. November 1617 sein Testament von 1607 kassieren und ein zweites aufsetzen, welches zwar die Primogenitur aufrecht erhielt, jedoch für den Fall einer erzwungenen Rekatholisierung des Landes mit Verlust der Erbschaft drohte. Diese Maßnahme verstand sich offenkundig als Drohung gegenüber seinem ältesten Sohn, es mit dem katholischen Glaubensbekenntnis nicht zu übertreiben. Doch Johann VIII. ging seinen eigenen Weg. Er heiratete 1618 die reich begüterte Prinzessin Ernestine Yolande von Ligne (*1594, †1668) und trat gegen den Willen seines Vaters zur katholischen Kirche über. Auf Betreiben seiner calvinistisch erzogenen Kinder, die um ihr Erbe bangen mussten, hob Graf Johann VII. schließlich in seinem dritten und zugleich letzten Testament vom 3. Juli 1621 zur Sicherung des reformierten Glaubens die von ihm selbst eigeführte Primogeniturordnung auf und verfügte stattdessen die Aufteilung der Grafschaft Nassau-Siegen in drei Stammteile wie folgt:

1.Graf Johann VIII. (Nassau-Siegen) erhielt a) Schloss und Haus Siegen und die dortigen gräflichen Besitzungen, b) das Amt Netphen mit Ausnahme einiger Orte, c) das ehemalige Amt und Gericht Siegen vorm Hain mit den Kirchspielen Rödgen, Wilnsdorf und Siegen ohne das Amt der Vierdorfschaften.

2.Graf Wilhelm (Nassau-Hilchenbach) erhielt a) Haus und Hof Ginsberg, b) die Ämter Hilchenbach und Ferndorf-Krombach, c) die Orte Kredenbach, Bottenbach, Buschhütten des bisherigen Amts Netphen und die Orte Ruckersfeld und Oechelhausen.

3.Alle Söhne aus zweiter Ehe, darunter auch Johann Moritz, erhielten a) als Residenz das ehemalige Franziskanerkloster in Siegen, b) das Amt Freudenberg, c) vom Haingericht die rechts der Sieg gelegenen Orte Niederschelden, Trupbach, Seelbach, Klafeld und mehrere Hütten und Hämmer sowie d) das Amt der vier Dorfschaften.

Jeder Stammteil hatte folgende Rechte: Oberherrlichkeit und Gerechtigkeit, Weisungsbefugnis (Gebot und Verbot), Untergericht, Jagd, Fischerei und Bergwerk. Gemeinschaftlich waren zu regeln: a) Huldigungen, Lehen und Belehnungen, b) Verwaltung der Kirchen, Schulen, Hospitäler (besonders des Stifts Keppel, c) die Stadt Siegen mit einem gemeinschaftlichen Stadtschultheißen als landesherrlichen Beamten sowie die Einnahmen aus der Stadt, d) die Kriminalgerichtsbarkeit, e) die gesamte Gesetzgebung und f) die Kanzlei mit Kanzler und Sekretär.

Die ohnehin schon territorial bescheiden und damit wirtschaftlich und finanzpolitisch nicht sehr stark ausfallende Grafschaft Nassau-Siegen war durch die Aufteilung in drei Stammteile so filetiert worden, dass aus einem Kleinstaat drei Kleinststaaten geschaffen worden waren. Deren Finanzkraft musste in der Folgezeit so gering ausfallen, dass eine standesgemäße Hofhaltung der Grafen in weite Ferne rückte, wenn nicht andere Einkommensmöglichkeiten gesucht wurden. Auch sollte die prätendierte Kleinstaaterei dazu führen, dass die Grafen der Stammteile sich mit Prozessen überhäuften. Meist ging es um Besitz, Rechte, Schulden, Ansprüche und Versorgungsdetails. Dabei blieb die Zugehörigkeit einzelner Ortschaften zu den Ämtern kein starres System. In den folgenden Jahrzehnten kam es im Rahmen von Hausverträgen gelegentlich zu Änderungen, so dass sich Ämter hinsichtlich der Anzahl ihrer Gemeinden vergrößerten oder verkleinerten.

Noch bevor Graf Johann VII. von Nassau-Siegen am 27. September 1623 verstarb, ging sein katholisch gesinnter Sohn Johann VIII. daran, das väterliche Testament von 1621 anzufechten und stattdessen dem kassierten Testament von 1607, das ihm die Alleinherrschaft des Landes zugestanden hatte, Geltung zu verschaffen. Nach dem Tod seines Vaters schloss er im Januar 1624 mit Graf Wilhelm von Nassau-Hilchenbach und mit der verwitweten Gräfin Margaretha von Nassau-Siegen (*1583, †1638), geborene Prinzessin von Holstein-Sonderburg-Plön, als Vertreterin der Kinder aus der zweiten Ehe Verträge, die im Wesentlichen Schuldenangelegenheiten regelten. Allerdings konnte Graf Johann VIII. den Kaiser für sich gewinnen, der es angesichts der durch den Krieg geschwächten reformierten Kräfte des Hauses Nassau später annullierte. Bereits 1624 wiederrief Johann VIII. seine einstigen Versprechungen über die Beibehaltung des reformierten Bekenntnisses in seinem Territorium und begann unverzüglich mit der Rekatholisierung seiner Grafschaft. Wesentliche Hilfe leisteten ihm dabei die 1626 nach Siegen geholten Jesuiten, ab 1632 auch die Franziskaner. Als der Kaiser ihm nach Verabschiedung des Restitutionsediktes von 1629 die von Graf Johann VI. eingezogenen Klostergüter der Grafschaft Diez zurückerstattete, war Graf Johann VIII. endgültig auf dessen politische Seite zurückgekehrt. Er setzte nunmehr alles daran, seine protestantischen Brüder und Verwandten, die von kaiserlicher Seite des Hochverrats bezichtigt wurden, aus ihrem Besitz und ihren Gerechtsamen zu verdrängen. Maßgeblich dem diplomatischen Geschick des Grafen Johann Ludwig von Nassau-Hadamar, dem Jüngsten Sohn Graf Johanns VI. zu Nassau-Dillenburg, war es zu verdanken, dass 1629 dem Haus Nassau weiteres Unheil erspart blieb. Doch auch Johann Ludwig unterlag der Gegenreformation und konvertierte zum katholischen Glauben, wodurch eine zweite Teilgrafschaft auf die habsburgische Linie einschwenkte. Ihm ging es nun darum, bei den Verhandlungen in Wien die in Nassau-Diez befindlichen Klöster in seinen Besitz zu bringen. Dagegen protestierte wiederum Kurtrier, weil die katholischen Grafen von Nassau-Siegen und Nassau-Hadamar den Klosterbesitz nicht den alten Orden zurückgeben, sondern den Jesuiten und damit der katholischen Schulbildung überlassen wollten.

Nach der Niederlage des böhmischen Königs Friedrich I. (*1596, reg. 1618-1620, †1632) kam es zur Schwächung der Protestanten und damit der reformierten ottonischen Linien des Hauses Nassau, die über die Dauer des Krieges vor einer konfessionellen und politischen Zerreißprobe standen. Leidtragende war die Bevölkerung der nassauischen Grafschaften, die über die Dauer des Krieges Kontributionen, Einquartierungen und Truppendurchmärsche ertragen mussten. Mit dem Eingreifen des Königs Gustav II. Adolph von Schweden (*1594, reg. 1611-1632) in den Dreißigjährigen Krieg 1630 ergriffen die protestantischen Grafen zu Nassau die Gelegenheit, ihre Interessen gegen ihre katholischen Verwandten durchzusetzen. Namentlich Graf Ludwig Heinrich von Nassau-Dillenburg (*1594, reg. 1623-1662), Sohn des Grafen Georg von Nassau-Beilstein, diente auf Seite Schwedens, solange das Kriegsglück anhielt. Nach der Niederlage der Protestanten in der Schlacht bei Nördlingen am 6. September 1634 sah sich Graf Ludwig Heinrich jedoch zu einer politischen Kehrtwende gezwungen, um nicht sein Territorium einzubüßen. 1635 trat er auf die Seite des Kaisers über und stellte ihm Truppen zur Verfügung. Durch den Wechsel der politischen Seiten konnte Graf Ludwig Heinrich am wirkungsvollsten den Ansprüchen seiner katholischen Verwandten in Siegen und Hadamar entgegentreten. Auch verhinderte er, dass ihn das Schicksal ereilte wie seinen Verwandten aus der walramischen Linie, deren Territorien vom Kaiser konfisziert worden waren. Überhaupt sahen besonders die Grafen Johann VIII. von Nassau-Siegen und Ludwig Heinrich von Nassau-Dillenburg durch die Einziehung der walramischen Territorien eine günstige Gelegenheit, ihre Besitzungen zu erweitern bzw. abzurunden. Erst nachdem Kaiser Ferdinand III. (*1608, reg. 1637-1657) die Grafen der walramschen Linie 1640 amnestiert hatte, waren die Arrondierungspläne der katholischen Grafen zu Nassau-Siegen und Nassau-Dillenburg vorerst gescheitert.

Nach dem Tod des Grafen Johann VIII. von Nassau-Siegen 1638 wurde dessen noch minderjähriger katholisch erzogener Sohn Johann Franz Desideratus (*1627, reg. 1638-1699) designierter Nachfolger. Bis zu dessen Volljährigkeit führte eine vormundschaftliche Regierung unter seiner Mutter Ernestine Yolande Prinzessin von Ligne die Regierungsgeschäfte in Nassau-Siegen.

Am Ende des Dreißigjährigen Krieges waren die Territorien der ottonischen Linien Nassaus wirtschaftlich und finanziell erschöpft sowie stark verwüstet. Aufgrund der konfessionellen Spaltung des Grafenhauses hatten sich tiefreichende Zwistigkeiten nicht nur unter den Landesherren, sondern auch in der Bevölkerung verfestigt. In Nassau-Siegen hatten es weder Graf Johann VIII., noch die vormundschaftliche Regierung seines minderjährigen Sohnes vermocht, die katholische Gegenreformation vollständig durchzuführen. Vielmehr wurde die konfessionelle Spaltung der Grafschaft Nassau-Siegen endgültig, als der reformierte Bruder des Grafen Johann VIII., Johann Moritz (*1604, †1679), der Rekatholisierung seines Landesteils entgegensteuerte und 1649 Ansprüche aus dem Testament seines Vaters von 1612 mit kaiserlicher Zustimmung durchsetzen konnte. Johann Moritz von Nassau-Siegen gehörte zu den schillerndsten Persönlichkeiten des Hauses Nassau-Siegen. Er hatte viele Jahre im Dienst der niederländischen Westindienkompanie gestanden und wurde als Begründer von Moritzburg (Recife) in Brasilien bekannt. Er war ein Freund des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (*1620, reg. 1640-1688) und bekleidete zahlreiche Ämter in brandenburgischen Diensten.

Das kaisertreue Verhalten der ottonischen Linien während des Dreißigjährigen Krieges belohnte Kaiser Ferdinand III. nach dem Westfälischen Frieden mit einer Reihe von Standeserhöhungen. Als erster Nassauer Graf erhielt Johann Ludwig von Nassau-Hadamar 1650 die Reichsfürstenwürde. Ihm folgten am 25. November 1652 Johann Moritz von Nassau-Siegen, Ludwig Heinrich von Nassau-Dillenburg, Wilhelm Friedrich von Nassau-Diez und Johann Franz von der katholischen Linie Nassau-Siegen. 1654 erhielten die Nassauer Fürsten Sitz und Stimme im Reichstag als Reichsfürsten in der Reihenfolge Nassau-Hadamar, Nassau-Dillenburg, Nassau-Siegen, Nassau-Diez. Am 6. Mai 1664 wurde auch den restlichen Grafen der reformierten Linie Nassau-Siegens die Fürstenwürde übertragen. Finanzielle oder wirtschaftliche Vorteile ergaben sich aus den Standeserhöhungen nicht.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg begannen die Grafen und Fürsten der ottonischen Linien mit dem Wiederaufbau ihrer Territorien. Sie erließen zahlreiche Gesetze und Verordnungen, um die Wirtschaft, Gesundheitsfürsorge, Kirchenzucht und Moral der Bevölkerung zu heben. Allerdings ergriffen die Fürsten auch Maßnahmen zum Ausbau ihrer Territorialherrschaft. Aufgrund der vorherrschenden Entvölkerung kauften sie massiv brachliegende Grundstücke, Wälder, Mühlen, Höfe und Dörfer innerhalb ihres Herrschaftsbereichs auf, um eigene Hofgüter und Vorwerke einzurichten oder um ihre Jagdgebiete zu erweitern. Diese Maßnahmen - vor allem die Verpachtung herrschaftlicher Güter und Gefälle - ließen die staatlichen Einnahmen der Fürsten allmählich wieder ansteigen, die ihrerseits in die Hofhaltung investierten und ihre Territorien ganz im Sinne absolutistischen Denkens verwalten ließen.

Nachteilig für das allgemeinbildende Schulwesen waren die territoriale und konfessionelle Aufsplitterung der nassauischen Territorien sowie der Dreißigjährige Krieg. Bis zum Ende des Krieges hatten sich in den Teilgrafschaften eigene Schulsysteme entwickelt. In den rekatholisierten Grafschaften/Fürstentümern Nassau-Siegen und Nassau-Hadamar wirkten Jesuiten und Franziskaner im Sinne der Erziehung der Gegenreformation. Die Hohe Schule Herborn hatte indessen ihre Bedeutung als geistiges Zentrum des deutschen Calvinismus verloren.

Hemmend auf die wirtschaftliche Gesundung der nassauischen Fürstentümer wirkten sich seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ausbrechende Streitigkeiten um die Erbfolge bzw. Sukzessionen der ottonischen Fürsten aus. Erlosch eine Linie, beanspruchten sofort die verbliebenen Häuser Anrechte auf Gebiete, Einkünfte und Besitztitel. Besonders heftig fiel der Erbfolgestreit 1702 aus, nachdem Wilhelm III. von Nassau-Oranien als Statthalter der Vereinigten Niederlande und König von England ohne männliche Nachkommen verstorben war. Um den oranischen Erbteil stritten nicht nur die nassauischen Fürsten, sondern auch die Könige von Frankreich und Preußen. Wilhelm III. von Nassau-Oranien hatte sein Patenkind Johann Wilhelm Friso von Nassau-Diez (*1687, reg. 1696-1711) zum Nachfolger seiner oranischen Besitzungen auserkoren. Dagegen protestierte der katholische Fürst Wilhelm Hyacinth von Nassau-Siegen (*1666, reg. 1699-1743), weil laut Hausverträgen die ältere, das heißt die Siegener Linie zunächst erbberechtigt war. Wilhelm Hyacinths Pläne wurden jedoch durchkreuzt, als König Ludwig XIV. von Frankreich (*1638, reg. 1643-1715) das Fürstentum Orange kurzerhand für die französische Krone einnahm. 1713 fiel Oranien im Rahmen des Friedens von Utrecht endgültig an Frankreich und schied damit aus dem Heiligen Römischen Reich aus.

Die Hofhaltung, mit der Wilhelm Hyacinth seinen Anspruch auf die oranische Erbschaft unterstreichen wollte, die Reisen und Geschenke kosteten weit mehr als die Einnahmen aus dem katholischen Landesteil Nassau-Siegens erbrachten. Der Fürst nahm daher beachtliche Kapitalien bei den Frankfurter Bankiers De Rhön und Schonemann auf, verpfändete die Dörfer Wilnsdorf und Wilgersdorf für 20.000 Taler und erhöhte drastisch die Steuern im ganzen Land. Eine weitere Einnahmequelle (die seinen Ruf im Lande weiter schadete) waren Strafgelder in unerhörter Höhe.

Fürst Wilhelm Hyacinth von Nassau-Siegen war von Natur aus keine einfache Persönlichkeit. Er war ein Querulant, jähzornig und krankhaft ehrgeizig. Das waren offenkundige Eigenschaften, die auch die eigene Familie an ihm fürchtete, vor allem dann, wenn in der großen Politik die Dinge nicht so liefen, wie er es sich ausgemalt hatte. Hierzu zählten Huldigungsdifferenzen mit den reformierten Fürsten von Nassau-Siegen, Sukzessionsstreitigkeiten wegen des erledigten Stammteils des reformierten Fürsten Moritz und wegen des Hilchenbacher Stammteils, erbrechtliche Auseinandersetzungen mit den Kindern seines Vaters aus letzter Ehe sowie wegen der oranischen Erbschaft nach dem Tod Wilhelm III. von Nassau-Oranien als König von England. Seine Verschwendungssucht und offenkundige Unfähigkeit, sein Territorium wirtschaftlich und finanziell zu stärken, machten die Lage nicht einfacher. Als sein reformierter Verwandter Fürst Friedrich Wilhelm I. Adolf von Nassau-Siegen (*1680, reg. 1691-1722) auch noch sein Missfallen vor allem wegen der Sukzession und Sequestration des Hilchenbacher Stammteils erregte, ließ er kurzerhand die Kanonen seines Schlosses auf den Sitz seines Vetters richten, um seine Macht zu demonstrieren. Daraufhin trug Fürst Friedrich Wilhelm I. Adolf von Nassau-Siegen seine Klage in der Ständeversammlung des Westfälischen Reichskreises vor. Als Wilhelm Hyacinth 1705 am Wiener Hof um Unterstützung seiner Erbansprüche bezüglich des Hilchenbacher Stammteils warb, besetzten in der Zwischenzeit preußische Truppen Siegen. Getrieben von Misswirtschaft und unerträglichen Religionsverhältnissen, nutzten besonders reformierte Bevölkerungsteile die Gunst der Stunde und plünderten während der Abwesenheit des katholischen Fürsten dessen Schloss in Siegen. Die Folge war, dass Fürst Wilhelm Hyacinth beim Reichshofrat gegen seinen reformierten Vetter Klage wegen Landfriedensbruchs und wegen Invasion seines Landes durch preußische Truppen erhob.

Die Reihe der Klagen über das harte und intolerante Verhalten des katholischen Fürsten und seiner Regierung rissen nicht ab. Der Kaiser sah sich gezwungen, den Religionsfrieden in Nassau-Siegen zu sichern und Maßnahmen gegen die ruinöse Finanzpolitik des katholischen Fürsten und seiner Berater zu ergreifen. Im Auftrag des Reichshofrats wurde die Stadt Siegen am 15. Juli 1706 erneut durch Truppen aus Pfalz-Neuburg und Preußen besetzt. Der Kanzler Wilhelm Hyacinths, de Colomba, der an den unerträglichen Zuständen wesentlichen Mitanteil hatte, wurde verhaftet und mit Urteil vom 20. Dezember 1710 lebenslang aus dem Deutschen Reich verbannt. Wilhelm Hyacinth sah sich gezwungen, angesichts des fremden Militärs vorübergehend zu seinem Vetter Franz Alexander (*1674, reg. 1679-1711) nach Hadamar zu flüchten.

Die anhaltende Unzufriedenheit vor allem der evangelischen Bevölkerung provozierte schließlich 1707 eine offene Revolte im katholischen Teil Nassau-Siegens, bei der Fürst Wilhelm Hyacinth am 29. März 1707 einen mutmaßlichen Anführer der Aufständischen, Friedrich Flender von der Hardt, ohne jegliche Verhandlung enthaupten ließ. Diesen Vorfall nahm Kaiser Joseph I. (*1676, reg. 1705-1711) als Anlass, Wilhelm Hyacinth seines Fürstentums verlustig zu erklären. Es wurden zwei kaiserliche Räte als Verwalter des katholischen Landesteils Nassau-Siegens eingesetzt. Die Geschäfte für sie übernahm fortan eine kaiserliche Administrationsregierung in Siegen.

Infolge des Verlustes seines Fürstentums war Fürst Wilhelm Hyacinth politisch gesehen erledigt. Er erhielt ein jährliches Deputat von 4.000 Talern, während das restliche Vermögen für die Ansprüche der Stiefmutter und Geschwister, der Gläubiger und als Ehrenschuld gegen die Familie des Friedrich Flender verwendet wurde. Weder seine Beschwerde an den Kaiser noch beim Reichstag zu Regensburg auf Restitution führten zum Erfolg. 1713 wurde ihm der Titel Graf von Chalon, welchen er ebenfalls führte, durch Frankreich aberkannt, welches durch den Frieden von Utrecht das Fürstentum Orange und die Herrschaften Chalon und Chatel erhalten hatte. Wilhelm Hyacinth verdingte sich anschließend in spanischen Diensten und versuchte noch jahrzehntelang, sein Fürstentum rückerstattet zu bekommen.

Mit dem Tod des Fürsten Franz Alexander von Nassau-Hadamar am 22. Mai 1711 stand die Erbfolge des erledigten Fürstentums an. Die ottonischen Linien in Dillenburg, Diez und Siegen verwalteten es zunächst gemeinsam, mussten sich jedoch mit der Witwe und den Töchtern des Fürsten Franz Alexander erbrechtlich auseinandersetzen. 1717 kam es schließlich zur Erbteilung Nassau-Hadamars. Der katholische Landesteil Nassau-Siegens erhielt Stadt und Schloss Hadamar, einige Orte aus der Dehrner Zehnt und aus dem Kirchspiel Zeuzheim. Der reformierte Landesteil Nassau-Siegens bekam ebenfalls Orte und Höfe aus dem Dehrner Zehnt, Nassau-Diez die Kirchspiele Hellenhahn, Elsoff (Westerwald), Rennerod, Rotenhain und Höhn zu Holzenhausen, Seck und Dapperich. An Nassau-Dillenburg fiel das Amt Mengerskirchen und die Kirchspiele Lahr und Frickhofen. Der Streit um das Hadamarsche Erbe drohte jedoch zu eskalieren, weil Fürst Wilhelm Hyacinth diese Aufteilung des erledigten Fürstentums ablehnte. Vielmehr trieb er den Prozess vor dem Reichshofrat an und zwang die streitenden Parteien, sich Verbündete unter den katholischen und protestantischen Reichsständen zu suchen. Auf Seiten der katholischen Fürsten von Nassau-Siegen ergriffen die Kurfürsten von Köln, Trier und Pfalz Partei, die protestantischen Fürsten zu Nassau-Siegen, Nassau-Diez und Nassau-Dillenburg fanden Unterstützung beim König in Preußen und beim Landgrafen von Hessen-Kassel. Alle beteiligten Parteien verfolgten dabei eigene Interessen. Der Hadamarsche Sukzessionsstreit hielt auch noch an, nachdem der Kaiser 1728 der Landesteilung zugestimmt hatte.

Die 1730er Jahre waren für das Fürstentum Nassau-Siegen einschneidend. 1734 verstarb der letzte Fürst der reformierten Linie, Friedrich Wilhelm II. von Nassau-Siegen (*1706, reg. 1722-1734). Gegen den Wiederstand der evangelischen Bevölkerung traten die katholischen Fürsten Emanuel Ignatius (*1688, reg. 1727-1735) und Franz Hugo (*1678, reg. 1727-1735), beide Halbbrüder des im Exil sitzenden und ebenfalls Ansprüche erhebenden Fürsten Wilhelm Hyacinth, das Erbe des reformierten Landesteils an. Nach dem Tod der beiden katholischen Fürsten 1735 besetzten Truppen aus Nassau-Dillenburg und Nassau-Diez umgehend das Fürstentum Nassau-Siegen. In Siegen ließen die Fürsten von Nassau-Dillenburg und Nassau-Diez eine Deputationsregierung errichten, die 1737 für ein Jahr lang noch einmal einer kaiserlichen Deputationsregierung weichen musste. Als am 28. August 1739 Fürst Christian von Nassau-Dillenburg (*1688, reg. 1701-1739) starb, fiel dessen Erbe an Nassau-Diez.

Fürst Wilhelm IV. von Nassau-Diez (*1711, †1751) musste sich nunmehr mit dem noch in Spanien aufhaltenden Fürsten Wilhelm Hyacinth auseinandersetzen, der selbstredend seine durchaus berechtigten Erbansprüche erhob. Beide Fürsten einigten sich 1741 dahingehend, dass Wilhelm Hyacinth das Fürstentum Hadamar zugesprochen bekam und tatsächlich dorthin zurückkehrte. 1742 entsagte er gegen geldliche Entschädigung endgültig der Herrschaft für sich und sein Geschlecht über den katholischen Landesteil Nassau-Siegens. So fielen zwei der drei Stammteile des Fürstentums an das einzig noch bestehende Geschlecht der nassauisch-ottonischen Linie, an die Fürsten von Nassau-Diez. Als Wilhelm Hyacinth am 18. Februar 1743 in Hadamar verstarb, wurde Fürst Wilhelm IV. von Nassau-Diez Alleinerbe aller ottonischen Fürstentümer. Zwar waren die Teilfürstentümer seit 1606 wieder in der Hand eines regierenden Fürsten vereinigt, doch gehörte auch zu dessen Erbe eine ungeheuer große Schuldenlast der erledigten Fürstenhäuser, deren Tilgung trotz großer Anstrengungen in den folgenden Jahrzehnten nicht wirklich gelang.

Das Fürstentum Siegen unter Verwaltung Nassau-Oraniens von 1743 bis 1806

Nach dem Tod des letzten Fürsten von Nassau-Siegen, Wilhelm Hyacinth, fiel das erloschene Teilfürstentum 1743 an Fürst Wilhelm IV. von Oranien und Nassau-Diez. Dieser trug nunmehr den Titel eines Fürsten von Nassau-Oranien. Die seit 1606 getrennten ottonischen Stammlande Nassaus befanden sich damit wieder in den Händen eines regierenden Fürsten, der sich aber meist in den Niederlanden aufhielt. Für die Teilfürstentümer Dillenburg, Diez, Siegen und Hadamar wurde umgehend eine funktionsfähige gemeinschaftliche Verwaltung geschaffen. Bereits 1742 wurde Dillenburg neuer Zentralort und Sitz der Regierung für alle ottonischen Teilfürstentümer, indem Fürst Wilhelm IV. von Nassau-Oranien die Landesregierung, die Justizkanzlei, das Oberkonsistorium und die Rent- und Hofkammer als obere Landesbehörden dort unterbringen ließ. Die Landesregierung in Dillenburg unterhielt wiederum den Kontakt zur Deutschen Kanzlei in Den Haag. Der Rentkammer wurden zunächst über das Finanzwesen hinausreichende Funktionen in der Forst-, Kommerzien-, Bergwerks- und Hüttenverwaltung zugewiesen. 1748 plante man die Errichtung einer Kommission, die regelmäßig Waldbegehungen durchführen sollte, um den zunehmenden Forstfrevel einzudämmen. In diesem Rahmen wurden seit 1751 unter Leitung des Offiziers Johann Henrich von Pfau die Waldgebiete der Teilfürstentümer vermessen und kartographisch erfasst. 1765 wurde für das Berg- und Hüttenwesen, dem wichtigsten in Nassau unter staatlicher Regie betriebenen Gewerbezweig, eine aus dem Ressort der Rentkammer entnommene besondere Bergwerks- und Hüttenkommission in Dillenburg errichtet. Ihr nachgeordnet war das Bergverhör in Siegen, eine Art Bergamt. Es setzte sich aus den beiden Bergmeistern des unteren und oberen Reviers, einem Hüttenkommissar und einem so genannten Bergverhör-Accessisten als Gerichtsbeamten zusammen. In den einzelnen Revieren standen gewählte Bergschöffen in den Gerichtsverhandlungen am Berggericht den landesherrlichen Beamten zur Seite.

Auf der mittleren Verwaltungsebene richtete man Unterdirektorien ein: in Siegen für die Teilfürstentümer Siegen und Dillenburg, in Diez für die Teilfürstentümer Diez und Hadamar. Die Mittelbehörden sollten die durch den Zusammenschluss der Teilfürstentümer entstandenen Probleme koordinieren und abstellen. Allerdings kam es 1781 zur Auflösung des Unterdirektoriums zu Diez, da man offenbar dessen Funktion in Frage gestellt hatte. In Siegen blieb hingegen das Unterdirektorium bis in die Ära Napoleon bestehen.

Entgegen der mittleren war die untere Verwaltungsebene in den Teilfürstentümern unterschiedlich strukturiert. In Nassau-Diez und Nassau-Dillenburg bestand die alte Ämterorganisation fort. In Nassau-Siegen und Nassau-Hadamar fasste man 1743 per Regulativ die bisherigen Ämter zu Amtskollegien mit Sitz in Siegen bzw. in Hadamar zusammen. Aufgrund eingehender Kritiken seitens der Untertanen wurden per Regulativ 1775 die alten Ämterstrukturen wieder eingeführt, ohne allerdings die Unterdirektorien abzuschaffen. Diese fungierten vielmehr als erste Instanz für Angelegenheiten aus den Ämtern. Im Fürstentum Siegen sollten 1775 das Amt vor dem Hain mit dem Amt der Vierdorfschaften, das Amt Hilchenbach mit einem Teil des Niedergerichts Netphen und das Obergericht Netphen mit dem Restteil des Niedergerichts Netphen vereinigt werden, doch kam es nicht zur Umsetzung der Verordnung.

Im Zuge der Vereinheitlichung bzw. Zusammenlegung der Verwaltungen führten die Zentralbehörden in Dillenburg das Schriftgut der Registraturen aus den Teilfürstentümern zusammen. Im Vordergrund für diese Maßnahme standen weniger historisch-wissenschaftliche Gesichtspunkte, sondern vielmehr rechtliche und administrative Belange, indem man schnelleren Zugriff auf älteres Verwaltungsschriftgut bekam. Die Neuordnung der Bestände übernahm der Jurist Anton Ulrich von Erath (1709-1773), der bis 1747 in braunschweigischen Diensten gestanden hatte, um dann als Regierungsrat und Archivar in Dillenburg zu fungieren. Nach dem Siebenjährigen Krieg wurden alle Archivalien in einem speziellen Archivgebäude in Dillenburg, welches 1765/66 errichtet worden war, zusammengeführt. Es war das erste Archivgebäude seiner Art im Nassauischen und firmierte als Oranien-Nassauisches Archiv zu Dillenburg.

Nach dem Erlöschen des Siegener Fürstenhauses durchlebte das Teilfürstentum Siegen bis zur Eingliederung in die preußische Provinz Westfalen eine nassau-oranische und eine großherzoglich-bergische Staatlichkeit. Diese war von den entfernt regierenden Fürsten und ihren Verwaltungsbeamten im Nassauischen, aber auch von den Interessen der vormundschaftlich regierenden Fürsten geprägt. Wilhelm Carl Heinrich Friso, so die eigentlichen Vornamen des Prinzen, war am 1. September 1711 in Leeuwarden geboren. Sein Vater war Johann Wilhelm Friso (1687-1711), Fürst von Nassau-Diez, Fürst von Oranien und Statthalter von Friesland, seine Mutter Prinzessin Marie Luise von Hessen-Kassel. Fürst Johann Wilhelm Friso war sieben Wochen vor der Geburt seines Sohnes bei einer Bootsüberfahrt ertrunken. Als Neugeborener war Wilhelm Carl Heinrich Friso daher bereits dessen Erbe in Friesland und im Fürstentum Nassau-Diez. Über seinen Vater hatte er auch Erbansprüche auf die kontinentalen Titel und Ländereien des 1702 verstorbenen Königs Wilhelm III. von England, insbesondere auf das Fürstentum Oranien. Schon 1702 wurden die väterlichen Erbansprüche aber von König Friedrich I. in Preußen und von Fürst Wilhelm Hyacinth von Nassau-Siegen angefochten, die ihrerseits Ansprüche auf Oranien erhoben. Erst der Frieden von Utrecht 1713 schuf eine zufriedenstellende Regelung für alle Erbberechtigten. Die Ländereien des Fürstentums Orange fielen an Frankreich. Wilhelm Carl Heinrich Friso wurde der formelle Titel des Fürsten von Oranien zuerkannt. Er nannte sich fortan Fürst von Oranien-Nassau und betitelte entsprechend seines Fürstentums Nassau mit dem Regierungssitz in Diez seinen Besitz als ”Fürstentum Oranien-Nassau“.

Infolge des frühzeitigen Todes seines Vaters stand Wilhelm Carl Heinrich Friso zunächst unter der Vormundschaft seines Großvaters mütterlicher Seite, des Landgrafen Karl von Hessen-Kassel (*1654, reg. 1670-1730). Landgraf Karl hatte besonderes Interesse an der Sicherung des Diezer Erbes und ging Koalitionen mit Brandenburg, den Niederlanden und England gegen König Ludwig XIV. von Frankreich ein. Auch in militärstrategischer Hinsicht kam der Niedergrafschaft Katzenelnbogen mit der Festung Rheinfels und den nassauischen Fürstentümern an der Lahn große Bedeutung zu. Für das Fürstentum Nassau-Diez hatte die vormundschaftliche Regierung zur Folge, dass es in das Bündnisgeflecht zwischen Hessen-Kassel, Brandenburg und England eingebunden wurde. Nach Erreichung seiner Volljährigkeit setzte Fürst Wilhelm Carl Heinrich Friso alles daran, die ehemals starke Stellung des Hauses Oranien in den Niederlanden wiederzuerlangen. Mit Preußen einigte er sich am 14. Mai 1732 wegen des oranischen Erbes und überließ dem preußischen König das Fürstentum Mörs, die Grafschaften Lingen und Montfort sowie die Herrschaften Turnhout und Herstal. Beide Seiten kamen überein, in Titel und Wappen das Fürstentum Oranien zu benennen und aufzuführen.

Zur Festigung seiner englisch-oranischen Beziehungen heiratete Wilhelm Carl Heinrich Friso 1734 Prinzessin Anna, die älteste Tochter des britischen Königs und Kurfürsten Georg II. von Braunschweig-Lüneburg (*1683, reg. 1727-1760). Damit knüpfte er zwar an die Politik der Oranier an, hatte aber gegen republikanische Strömungen in den Niederlanden so stark anzukämpfen, dass er zeitweilig eine Rückkehr in die Stammlande (Nassau-Diez) in Betracht zog. 1736 schloss er mit Nassau-Saarbrücken und Nassau-Dillenburg einen ausschließlich die männliche Sukzession vorsehenden Erbvertrag, gegen den er schon bald Bedenken äußerte, da ihm eine Tochter geboren wurde. Um seine Erbfolge zu sichern, ersuchte er beim Kaiser die Anerkennung der weiblichen Erbfolge und die Umwandlung seiner Stammlande in Reichslehen, was einer Trennung seines Hauses von den übrigen nassauischen Linien bedeutete. Die Verwandten Wilhelms IV. von Nassau-Oranien durchschauten dessen Pläne und es kam zu einem Prozess mit Nassau-Saarbrücken vor dem Reichshofrat. Während Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt vertraglich regelten, wie die Inbesitznahme des Fürstentums Nassau-Diez im Fall des Ausbleibens eines männlichen Erbes auszusehen hätte, wurde 1748 der Sohn Wilhelm geboren, der als Wilhelm V. Batavus (*1748, 1751-1806) die Erbfolge in Nassau-Oranien antrat. Als Wilhelm IV. von Nassau-Oranien 1751 verstarb, war dessen einziger Sohn knapp vier Jahre alt. Die Regierung übernahm erst einmal vormundschaftlich seine Mutter Anna (1709-1759). Nach deren Tod traten die Herzöge Karl und Ludwig Ernst von Braunschweig-Lüneburg an ihre Stelle als Vormünder für Wilhelm V.

Die Gebiete des Fürstentums Nassau-Oranien waren während des Siebenjährigen Krieges politisch unterschiedlich orientiert. Die republikanischen Kräfte in den Niederlanden sympathisierten bei Ausbruch des Krieges mit Österreich und Frankreich. Nassau-Dillenburg musste als Mitglied des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises Truppen für die Reichsarmee gegen Preußen stellen. Und die vormundschaftliche Regierung stand auf der Seite König Friedrichs II. von Preußen. Nach dem Krieg hielt Nassau-Oranien den Hohenzollern die Treue. Unterstrichen wurde dies mit der Eheschließung des Fürsten Wilhelm V. von Nassau-Oranien mit Prinzessin Friederike Wilhelmine, einer Nichte Friedrichs des Großen, im Jahr 1767.

Seit etwa 1770 durchlebten die ottonischen Stammlande Nassaus eine Reformphase in der Verwaltung. Ursächlich dafür waren in erster Linie kameralistische Bemühungen um die Vermehrung der Einkünfte und Anhebung der allgemeinen Wohlfahrt. Träger der Reformen waren vielfach erfahrene Beamte an der Spitze der Landesverwaltung in Dillenburg, wie zum Beispiel Johann Eckhard Spanknabe, Anton Ulrich von Erath oder Carl Heinrich von Rauschard. 1772 wurde eine Medizinalordnung erlassen, 1774 eine Brandversicherungsanstalt eingerichtet und 1775 die Pfarrerwitwen- und Waisenkasse zur Beamtenwitwen- und Waisenkasse erweitert. Auch der Landwirtschaftsreform widmete die Regierung in Dillenburg größere Aufmerksamkeit. Um eine moderne Landwirtschaft zu entwickeln, musste das in Nassau-Dillenburg verbreitete Realteilungs- und Erbleihesystem überwunden werden. Auf eine spezielle Denkschrift des Regierungsrats Johann Friedrich Eberhard reagierte die Regierung zu Dillenburg 1775 und erließ in der Folgezeit zahlreiche Verordnungen zur Besserung, der Wiesen, des Ackerbaus und der Viehhaltung. Durch das Konsolidationsgesetz von 1784 setzte auch allmählich die Flurbereinigung ein. Zur Hebung der Sitte und Moral erließ die Regierung 1777 eine neue, durchaus pietistisch beeinflusste Kirchenordnung. Bedeutsam war auch die Berufung des ehemaligen Reichskammergerichtsassessors Georg Ludwig Ernst von Preuschen zu Liebenstein 1778 zum Geheimen Rat und Regierungspräsidenten, der aufklärerische Gedanken und eine größere Effektivität in die Verwaltung einbrachte. Preuschen verfasste 1779 eine große Reformdenkschrift über die gesamte Verwaltung Nassau-Oraniens. Zu seinen Kritikpunkten gehörten die ungleiche Größe der Ämter, Mängel am Polizeiwesen, die unzureichenden Schul- und Bildungsverhältnisse und die häufigen Frondienste. Verbesserungen sollten außerdem in der Landwirtschaft, im Gewerbe und im Straßenbau erfolgen. Ebenfalls 1779 erließ Fürst Wilhelm V. die Generalzunftartikel für die nassauischen Territorien nach dem Vorbild Preußens und Badens. Auch die Reformen im Justiz-, Medizinal- und Fürsorgewesen kamen in den letzten beiden Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts voran. Angestrebt wurde eine Vereinheitlichung der Rechtsordnung für die ottonischen Stammteile. In der Reformphase der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erließ die Dillenburger Regierung 1770 auch eine Hypothekenordnung, der 1775 eine Kontraktenordnung folgte. So fortschrittlich das Reformwerk in Gänze war, auf dem Gebiet der frühen Industrialisierung sollte es an zu starker Reglementierung und an den einsetzenden Kriegsereignissen in den 1790er Jahren scheitern.

Politisch schwierig gestaltete sich für Fürst Wilhelm V. von Nassau-Oranien die Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs und dann der französischen Revolution. 1776 versuchte er gegen den Widerstand der republikanischen Kräfte in den Niederlanden und der vom Amerikahandel profitierenden Kaufleute, als Statthalter neutral zu bleiben, um England nicht zu provozieren. Mit Hilfe Preußens gelang es ihm, 1787 tatsächlich den Widerstand der Republikaner bzw. Patrioten in den Niederlanden zu brechen. Infolge der Französischen Revolution verlor Fürst Wilhelm V. von Oranien-Nassau seinen Einfluss in den Niederlanden. Nachdem 1793 die Französische Republik den Niederlanden den Krieg erklärt hatte und die Batavische Republik ausgerufen worden war, musste er 1795 mit seiner Familie nach England fliehen. Außerdem lasteten auf den nassauischen Stammlanden während der Koalitionskriege immer wieder Truppendurchmärsche, Kontributionen und Einquartierungen. Wilhelm V. kehrte erst 1801 nach Dillenburg zurück. Zwar konnte er im europäischen Kräftespiel keine weitreichenden territorialpolitischen Ziele durchsetzen, doch gelang es immerhin seinem Gesandten, Regierungsrat Passavant-Passenberg, Preußen für eine Parteinahme zugunsten Nassaus bei den Verhandlungen um die Entschädigung für die Statthalterschaft der Niederlande zu gewinnen. Diese sahen vor, ihm als Entschädigung das Gebiet der ehemaligen Abteien Fulda und Corvey und weitere Ländereien als nunmehr weltliches Fürstentum zu übertragen. Um die Verhandlungen nicht scheitern zu lassen, hatte Preußen die vorgesehenen Gebiete militärisch besetzen lassen. Wilhelm V. akzeptierte das Verhandlungsergebnis, das ihn als Fürst von Fulda, Fürst von Corvey, Graf von Dortmund und Herr von Weingarten einsetzte, zu Beginn des Jahres 1802. Er erhielt damit eine amorphe bzw. eine nicht zusammenhängende Entschädigungslandmasse, zu der konkret die Territorien des Hochstifts Fulda, Höxter mit der Abtei Corvey, Dortmund, Dietkirchen, Weingarten in Oberschwaben, St. Gerold in Vorarlberg, Hofen am Bodensee und die Propstei Bandern am Oberrhein gehörten. Wilhelm V. führte seitdem den Titel eines Fürsten von Nassau-Oranien-Fulda. Die genannten Entschädigungsgebiete trat er am 29. August 1802 an seinen Sohn Wilhelm Friedrich (*1772, reg. 1806-1843) ab, der bis 1806 dann den Titel eines Fürsten von Nassau-Oranien-Fulda führte und vorübergehend für die Seite Napoleons Partei ergriff.

Das Siegerland in der Landesverwaltung und Behördenorganisation im Großherzogtum Berg 1806 bis 1813

Nach dem Tod Wilhelm V. am 9. April 1806 übernahm Wilhelm Friedrich die Regierung eines Vaters und amtierte als Prinz Wilhelm VI. von Oranien-Nassau. Mit Beginn des Koalitionskriegs 1806 wurde ihm das Kommando über eine preußische Division aufgetragen. Nach der Schlacht bei Jena am 15. Oktober kapitulierte er anschließend mit 10.000 Mann in Erfurt. Wegen seines Engagements für Preußen erklärte ihn Napoléon Bonaparte (*1769, †1821) seiner Länder für verlustig, so dass ihm nur seine Privatbesitzungen in Posen und Schlesien blieben. 1809 trat er als Freiwilliger in das Heer des Erzherzogs Karl von Österreich-Teschen (*1771, †1847), in dem er an der Schlacht bei Wagram am 5./6. Juli 1809 teilnahm. Anschließend sah sich Wilhelm VI. gezwungen, nach England auszuweichen. Die Gunst der Stunde während des Befreiungskriegs ausnutzend setzte er, als sich im November 1813 beim Eindringen der Preußen in Holland das Volk gegen die französische Herrschaft erhob, am 30. November 1813 mit Hilfe der britischen Marine in Scheveningen über, um seine Ansprüche in den Niederlanden geltend zu machen. Der Wiener Kongress beschloss besonders wegen des diplomatischen Geschicks seines Vertreters Hans Christoph Ernst von Gagern (*1766, †1852) die Vereinigung Belgiens und Lüttichs mit den Vereinigten Niederlanden zu einem Königreich. Wilhelm VI. von Nassau-Oranien wurde am 30. März 1814 unter dem Namen Willem I. in der Nieuwe Kerk in Amsterdam als Souveräner Fürst der Niederlande inthronisiert. Seine Erblande in Deutschland, zu denen auch das ehemalige Fürstentum Siegen gehörte, musste Willem für Luxemburg, das am 22. Juli 1815 dem Deutschen Bund einverleibt wurde und das er im Mai zum Großherzogtum erhoben hatte, an Nassau und Preußen abtreten.

Infolge des durch Machtspruch Napoleons verfügten Verlusts seiner Gebiete war Fürst Wilhelm VI. von Nassau-Oranien-Fulda seit Ende 1806 nicht länger Landesherr über die ottonischen Stammlande und der 1802 erworbenen Entschädigungsländer. Das Fürstentum Siegen wurde, wie Nassau-Dillenburg, dem wenige Monate zuvor gegründeten Großherzogtum Berg zugeschlagen. Das Fürstentum Siegen ordnete sich in die nach französischem Vorbild geschaffene bergische Verwaltungsorganisation ein. Es bestand hier im Arrondissement Siegen des Departements Sieg von 1806 bis 1813 fort. Dem Arrondissement Siegen stand als oberster Beamter ein Unterpräfekt vor. Von Ende 1806 bis zum 7. April 1809 war Friedrich Heinrich Graf von Borcke (*1776, †1825) Präfekt des Siegdepartements, ihm folgte bis zur Aufhebung des Großherzogtums Berg Johann Anton Schmitz (*1770, †1857).

Das Departement Sieg umfasste hauptsächlich diejenigen Ländereien, die im Zuge der Bildung des Rheinbundes am 12. Juli 1806 zu dem aus den ”Herzogtümern Kleve und Berg“ unter Napoleons Schwager Joachim Murat gebildeten Großherzogtum Berg hinzukamen. Es handelte sich dabei hauptsächlich um die der Mediatisierung zum Opfer gefallenen nassau-oranischen Fürstentümer Siegen, Dillenburg, Hadamar und Beilstein, während Nassau-Diez an das Herzogtum Nassau fielen.

Mit der durch den kaiserlichen Kommissar Jacques Claude Beugnot durchgeführten Einführung der Departementsstruktur im Großherzogtum durch ein Dekret Napoleons vom 14. November 1808 umfasste das Departement Sieg rund 133.000 Einwohner auf 39 Quadratmeilen. Verwaltungssitz (Chef-lieu) war nicht Siegen, sondern der ehemalige nassauisch-oranischen Regierungssitz Dillenburg. Das Departement Sieg umfasste die beiden Arrondissements (Bezirke) Dillenburg und Siegen.

Das Arrondissement Dillenburg hatte 58.044 Einwohner und wurde in sieben Kantone gegliedert (Einwohnerzahlen 1808):

1.Kanton Dillenburg (11.524 Einwohner) mit den Mairien: Dillenburg, Eibach, Haiger und Ebersbach

2.Kanton Driedorf (7.621 Einwohner) mit den Mairien: Driedorf, Mengerskirchen und Elsoff

3.Kanton Hadamar (11.311 Einwohner) mit den Mairien: Hadamar, Offheim, Zeuzheim, Lahr und Frickhofen

4.Kanton Herborn (8.039 Einwohner) mit den Mairien: Herborn, Hörbach, Bicken und Eisemroth

5.Kanton Rennerod (10.959 Einwohner) mit den Mairien: Rennerod, Marienberg, Höhn und Emmerichenhain

6.Kanton Runkel (3.867 Einwohner) mit den Mairien: Schupbach und Schadeck

7.Kanton Westerburg (4.723 Einwohner) mit den Mairien: Westerburg und Gemünden (die ehemalige Grafschaft Westerburg)

Am 17. Dezember 1811 wurde der Kanton Westerburg in den Kanton Rennerod und der Kanton Runkel in den Kanton Hadamar eingegliedert.

Das Arrondissement Siegen hatte 75.026 Einwohner und wurde in sieben Kantone gegliedert (Einwohnerzahlen 1808):

1.Kanton Eitorf (12.147 Einwohner) mit den Mairien: Eitorf, Herchen, Ruppichteroth und Much

2.Kanton Gummersbach (13.697 Einwohner) mit den Mairien: Gimborn, Gummersbach, Marienheide, Neustadt, Ründeroth

3.Kanton Homburg (9.163 Einwohner) mit den Mairien: Drabenderhöhe, Marienberghausen, Nümbrecht, Wiehl

4.Kanton Netphen (11.783 Einwohner) mit den Mairien: Ferndorf, Hilchenbach, Irmgarteichen und Netphen

5.Kanton Siegen (11.194 Einwohner) mit den Mairien: Freudenberg, Siegen, Weidenau, Wilnsdorf

6.Kanton Waldbröl (14.358 Einwohner) mit den Mairien: Dattenfeld, Denklingen, Eckenhagen, Morsbach und Waldbröl

7.Kanton Wildenburg (2.684 Einwohner) mit der Mairie: Friesenhagen

Der Kanton Wildenburg wurde 1811 mit dem Kanton Siegen zusammengelegt.

Bedeutungsvoll war die nach französischem Vorbild geschaffene Neuordnung im Großherzogtum Berg. Im Siegerland wurden alle städtischen Privilegien der Städte Siegen, Hilchenbach und Freudenberg sowie alle Zunftprivilegien aufgehoben. Die Besoldung der Beamten, die bisher Angelegenheit des Landesherrn gewesen war, oblag nunmehr den Ämtern und Gemeinden. Im Gerichtswesen entsprachen die Friedensgerichte in den Kantonalorten Siegen und Netphen den Kantonsgrenzen. Der Appellationsgerichtshof für alle Kantone des Siegdepartements hatte seinen Sitz in Dillenburg. In Letzter Instanz wurden Gerichtsentscheidungen in der Hauptstadt des Großherzogtums Berg, in Düsseldorf, getroffen.

Das Siegerland unter erneuter nassau-oranischer Verwaltung bis zum Übergang an Preußen 1814-1816

Im Zuge des Befreiungskrieges wurden die Arrondissements Dillenburg und Siegen von preußischen und russischen Truppen besetzt, wodurch die staatliche Zugehörigkeit zum Großherzogtum Berg pro forma erlosch. Das Siegerland kam gleich den anderen nassauischen Territorien wieder in den Besitz des Prinzen Wilhelm VI. von Oranien zurück. Von 1814 bis 1816 befand sich das Gebiet des ehemaligen Fürstentums Siegen also noch einmal unter nassau-oranischer Verwaltung, welche die französischen Verwaltungsstrukturen schrittweise aufhob und die administrativen Verhältnisse der vorbergischen Zeit wieder aufleben ließ. Im Zuge des Wiener Kongresses fielen bereits am 29. Juli 1815 größere Teile des Siegerlandes an Preußen, das besonderes Interesse an der Erwerbung des erz- und industriereichen Landes gezeigt hatte. Zunächst wurde das Siegerland der preußischen Rheinprovinz, Regierungsbezirk Ehrenbreitstein, zugeschlagen. Nachdem der Prinz von Oranien Luxemburg gegen seine nassauischen Stammgebiete eingetauscht hatte, kam es zwischen dem Herzogtum Nassau, dem Erben aller oranischen Besitzungen, und Preußen zu einem umfassenden Gebietsaustausch. Nassau erhielt zur Abrundung seines Gebietes zwischen Lahn und Sieg versprengt liegende preußische Gebiete, Preußen bekam dafür das wirtschaftlich begehrte Siegerland. Ausgenommen waren 25 Gemeinden, die in den Ämtern Burbach und Wilnsdorf sowie in den Kirchspielen Irmgarteichen und Netphen lagen. Diese Abtrennung löste Widerstände im Siegerland aus, weil historisch gewachsene Strukturen zu zerreißen drohten. Der Unmut endete, nachdem weitere Tauschverhandlungen zwischen Nassau, Preußen und Hessen-Kassel dazu führten, dass am 14. Dezember 1816 diese 25 Gemeinden zum Siegerland zurückkamen. Die Gebietsteile des ehemaligen Fürstentums Nassau-Siegen, des Freien Grundes und des Hickengrunds gingen in dem neu geschaffenen preußischen Kreis Siegen auf. Für kurze Zeit gehörte der Kreis Siegen dem Regierungsbezirk Koblenz der Rheinprovinz an. Doch bereits 1817 wurde er dem Regierungsbezirk Arnsberg der Provinz Westfalen angegliedert.

Bestandsgeschichte

Tektonik und Umfang der Bestände des Fürstentums Nassau-Siegen

Die Bestände des Fürstentums Siegen setzen sich aus zwei Schichten zusammen. Die erste Schicht ist die Überlieferung der Verwaltungsbehörden unter der Bestandsbezeichnung ”Fürstentum Siegen, Landesarchiv“. Sie ist unterteilt in einen Urkunden- und in einen Aktenbestand: der Bestand ”Fürstentum Siegen, Landesarchiv - Urkunden“ umfasst 726 mittelalterliche und frühneuzeitliche Urkunden, der Bestand ”Fürstentum Siegen, Landesarchiv - Akten“ enthält größtenteils Akten (2647 Verzeichnungseinheiten) aus der Zeit der selbständigen Verwaltung des Fürstentums Siegen ab 1606, dagegen vergleichsweise nur wenige aus der nassau-dillenburgischen Zeit des Amts Siegen vor 1606 und für die Zeit der vereinigten nassau-oranischen Länder nach 1743.

Die zweite Schicht betrifft die Zeit der Verwaltung des Teilfürstentums Siegen unter Nassau-Oranien von 1743 bis 1816 (mit Unterbrechung 1806-1813). Diese Überlieferung setzt sich aus einem Urkundenbestand und zwei Aktenbeständen zusammen: ”Fürstentum Siegen, Oranien-Nassauische Behörden - Urkunden“ mit 84 Verzeichnungseinheiten, ”Fürstentum Siegen, Oranien-Nassauische Behörden, Zentralbehörden in Dillenburg“ mit 587 Verzeichnungseinheiten und ”Fürstentum Siegen, Oranien-Nassauische Behörden, Siegener Behörden“ mit 768 Verzeichnungseinheiten. Während die genannten Urkundenbestände chronologisch gegliedert wurden, können die Sachgruppen bei den Aktenbeständen sowohl chronologisch als auch alphabetisch geordnet sein.

Die Entstehung der heutigen Urkunden- und Aktenbestände des Fürstentums Siegen

Die Urkunden und Akten des ehemaligen Fürstentums Nassau-Siegen, wie sie heute im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen verwahrt werden, entstanden in den verschiedenen Verwaltungsorganisationen vor, während und nach der Eigenstaatlichkeit Nassau-Siegens. Sie wurden in den gräflichen bzw. später fürstlichen Kanzleien der Regierungen zu Dillenburg und Siegen, aber auch in den nachgeordneten Verwaltungszweigen der oberen, mittleren und unteren Behördenorganisation gebildet. Die Entstehung des Teilfürstentums Siegen 1606 hatte zur Folge, dass die dortige gräfliche Kanzlei und Regierung rechtsrelevante und geschäftlich wichtige Unterlagen aus Dillenburg abzog, um diese in die eigene Registratur einzubinden und gegebenenfalls fortzuführen. Die Spaltung Nassau-Siegens in drei Stammteile und die konfessionelle Aufspaltung nach 1623 wirkte sich kontraproduktiv auf das Weiterbestehen einer Gesamtregistratur aus. Gewisse Zuständigkeiten wurden gemeinschaftlich geklärt, andere hingegen blieben Angelegenheiten der Teilfürstentümer und fanden ihren schriftlichen Niederschlag in den dortigen Registraturen. Erst nach dem Aussterben der ottonischen Linien in Hilchenbach (1642), Hadamar (1711), Siegen (reformierter Teil, 1734) und Dillenburg (1739) fiel das letzte verbleibende Teilfürstentum Nassau-Siegen mit dem Tod des katholischen Fürsten Wilhelm Hyacinth 1743 an die Linie Nassau-Diez, welche alle nassau-ottonischen Besitzungen nunmehr vereinigte. Den üblichen Gepflogenheiten der Verwaltungen folgend wurden die Akten und Urkunden aller Landesteile immer an den Regierungs- und Verwaltungshauptsitz des Rechtsnachfolgers gebracht. Die in Siegen bei den obersten Verwaltungen vorhandenen Unterlagen schaffte man zeitnah nach Dillenburg, dem Sitz der nassau-oranischen Regierung. Hier wurden sie zunächst im Schloss zusammen mit anderen nassauischen Registraturen verwahrt. Während des Siebenjährigen Krieges brachte man die nassauischen alten und nassau-oranischen neuen Registraturen in der Oberen Orangerie zu Dillenburg, danach im Schloss Beilstein und schließlich wieder in der Oberen Orangerie unter. Um die vielen alten Registraturen aus Dillenburg, Hadamar, Siegen und Diez besser zu handhaben, wurde 1765/66 in Dillenburg ein eigenes Archivgebäude errichtet, das nassau-oranische Archiv zu Dillenburg. Verdienste in diesem Zentralarchiv erwarb sich der Jurist Anton Ulrich von Erath (*1709, †1773). Er trennte Urkunden und Akten, ordnete und verzeichnete das Archiv nach alphabetisch gegliederten Stichworten, wobei er rudimentär die Zusammenhänge der alten Teilarchive berücksichtigte.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahm die territoriale Entwicklung der Teilfürstentümer Nassau-Oraniens eine ungeahnte Wendung, die sich äußerst negativ auf das Dillenburger Archiv auswirken sollte und im Grunde genommen eine Odyssee seiner Bestände einleitete. Die Fürstentümer Nassau-Dillenburg und Nassau-Siegen gingen 1806 in der Verwaltungsorganisation des Großherzogtums Berg auf, dessen Hauptstadt Düsseldorf war. Beide ehemaligen Fürstentümer gehörten nunmehr zum so genannten Sieg-Departement mit Sitz des Präfekten in Dillenburg. Das genannte Departement gliederte sich wiederum in die Arrondissements Dillenburg und Siegen. Beiden Arrondissements stand ein Unterpräfekt vor.

Die Angliederung Nassau-Dillenburgs und Nassau-Siegens an das Großherzogtum Berg hatte für das Dillenburger Archiv fatale Auswirkungen. Was eigentlich historisch zusammengehörte und nach 1743 vereinigt worden war, wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts besonders durch Umbrüche in Verwaltung und Staatlichkeit getrennt. Zahlreiche Hausakten des entthronten Prinzen von Nassau-Oranien wurden ausgeliefert und nach Oranienstein gebracht. Große Teile der laufenden Registratur der ehemaligen Regierung zu Dillenburg nahm die bergische Regierung für sich in Anspruch. Nicht ausgeschlossen ist, dass Teile des Dillenburger Archivs nach 1806 auch an andere Verwaltungen von Staaten gingen, die nunmehr für die Gebiete ehemaliger nassau-ottonischen Fürstentümer zuständig geworden waren. Das Archivgebäude in Dillenburg wurde nach 1806 von der bergischen Regierung beschlagnahmt und in ein Justizgebäude umfunktioniert. Das Archiv wurde ausgelagert und im Marstall sowie im Reithaus mehr schlecht als recht untergebracht. Durch die Abgabe besonders wichtiger Familiensachen an das fürstlich-oranische Haus und durch die hervorgerufene Unordnung infolge ihrer Auslagerung hatte das Dillenburger Archiv erstmals Einbußen erlitten.

Nach dem Ende des Großherzogtums Berg Ende 1813 gelangte das Siegerland zurück an den früheren Landesherrn, Fürst Wilhelm VI. von Oranien, der als Ergebnis der Verhandlungen des Wiener Kongresses große Teile das ehemaligen Fürstentums 1815 im Tausch an Preußen abtrat. Preußen erwarb 1815 und 1816 darüber hinaus den Freien Grund Selbach und Burbach und die vier im Hickengrund gelegenen nassauischen Dörfer Holzhausen, Niederdresselndorf, Oberdresselndorf und Lützeln. Aus dem ehemaligen Fürstentum und den erworbenen Ländereien wurde 1816 der Kreis Siegen gebildet, der bis Anfang 1817 dem Regierungsbezirk Koblenz der Provinz Großherzogtum Niederrhein (1815-1822) angehörte, dann aber auf Betreiben des ersten Oberpräsidenten von Westfalen, Ludwig Freiherr Vincke (*1884, †1844), und mit Zustimmung des Kölner Oberpräsidenten Friedrich Ludwig Christian von Solms-Laubach (*1769, †1822) 1817 dem Regierungsbezirk Arnsberg und damit der Provinz Westfalen zugeschlagen wurde.

Der Anfall der nassau-oranischen Gebiete an das übrige Herzogtum Nassau 1815/16 hatte zur Folge, dass aus dem einstigen nassau-oranischen Landesarchiv zu Dillenburg ein Filialarchiv wurde. Infolge der Erhebung des Archivs zu Idstein zum Zentralstaatsarchiv des Herzogtums Nassau wurden nämlich aus Dillenburg wichtige Archivalien zur nassauischen Gesamtgeschichte abgegeben. Auch das neu entstandene Königliche Haus der Niederlande erhob weitere Ansprüche auf große Teile der oranischen Hausakten und bekam diese nach Den Haag überwiesen. Auch die Einbindung des Siegerlandes in die Provinz Westfalen hatte zur Folge, dass die das Fürstentum Nassau-Siegen betreffenden Archivalien dauerhaft von den Archivalien der übrigen ottonischen Linien getrennt wurden. Auch hier hatte das Filialarchiv zu Dillenburg weitere Abgaben zu leisten.

Das Dillenburger Filialarchiv wurde Mitte des 19. Jahrhunderts durch weitere Abgaben an das Nassauische Zentralarchiv in Idstein so empfindlich beschnitten, dass es fast völlig an Bedeutung verlor und schließlich nur noch nebenamtlich betreut wurde. Nach der Annexion Nassaus durch Preußen im Jahr 1866 folgte das baldige Ende des Dillenburger Filialarchivs. Bereits 1868 gingen dessen letzte Bestände nach Idstein, dessen Archiv wiederum 1881 nach Wiesbaden verlagert wurde. Heute befindet sich der größere Teil des alten Dillenburger Archivs im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, ein etwas geringerer Teil im Königlichen Hausarchiv in Den Haag. Die Siegener, nunmehr im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen befindlichen Bestände bilden hingegen den kleinsten Teil der nassau-ottonischen Überlieferung.

Der Weg der Siegener Archivalien von Dillenburg nach Münster

Die das Fürstentum Siegen betreffenden Archivalien sollten - so der Plan Preußens - erst einmal von Dillenburg in ein Archivdepot nach Arnsberg geschafft werden, also an den zuständigen Verwaltungssitz einer Regierung des Rechtsnachfolgers. Die Verhandlungen wegen der Übergabe der Siegener Archivalien begannen bereits 1817 und zogen sich über viele Jahrzehnte hin. In der damaligen Korrespondenz unterschied man in der Regel zwischen Urkunden und Akten. 1829 lassen sich die ersten Siegener Urkunden bei der Regierung in Arnsberg nachweisen, wohin sie wegen des ”Domanial-Interesses“ gebracht worden waren. 1832 kamen sie schließlich zusammen mit einer sie grob erschließenden Abgabeliste in das wenige Jahre zuvor gegründete Provinzialarchiv in Münster an. Bei einer dortigen Bestandsrevision wurde festgestellt, dass manche in der Abgabeliste aufgeführte Stücke fehlten. Einige von ihnen befanden sich noch bei der Regierung in Arnsberg.

Während die Übernahme der Siegener Urkunden durch das Provinzialarchiv voranschritt, kam es zu Verzögerungen bei den Akten. Wie sich herausstellte, lagen diese 1832 in Siegen im Landratsamt, verpackt in Kisten auf einem offenen Flur vor den Geschäftsräumen des Landrats Wolfgang Friedrich von Schenck (*1768, †1848). Allerdings gab es für sie bereits ein Repertorium bzw. eine Abgabeliste. Oberpräsident Vincke sowie die Archivare Ferdinand Kersten (*1770, †1851) und Heinrich August Erhard (*1793, †1851) plädierten jedoch vor dem Transport der Akten von Siegen nach Münster für eine Aussonderung. Dabei sollte Schriftgut separiert werden, das die Verwaltung noch benötigte und Eingang in die Registraturen der Regierung zu Arnsberg und andere Stellen finden sollte. Dies betraf insbesondere Bausachen von Kirchen und Kapellen sowie Schulsachen. Außerdem gab es nicht archivwürdiges Schriftgut, welches kassiert, und archivwürdiges Schriftgut, das nach Münster in das Provinzialarchiv verbracht werden sollte. Die Aufgabe der Aussonderung in Siegen übertrug man dem ehemaligen Domänenrentmeister Diez, der in Netphen wohnte. Dieser sollte Bewertungsvorschläge unterbreiten, die anschließend vom Provinzialarchiv in Münster zu genehmigen waren. Um die Aufgabe zu bewältigen, wurden die in Siegen lagernden Akten nach Netphen gebracht, wo Diez die entsprechenden Aussonderungsvorschläge erarbeitete und nach und nach über die Regierung Arnsberg an den auch an solchen Details sehr interessierten Oberpräsidenten Vincke und an das Provinzialarchiv in Münster schickte. Ein Teil der Akten gelangte auf diesem Weg tatsächlich nach Münster, ein anderer Teil ging als Vorakten in die Registraturen der laufenden Verwaltung: in die Kirchen- und Schulregistratur und die Domänen- und Forstregistratur der Regierung Arnsberg, aber auch in das Rentamt Siegen, in das Bergamt Siegen, in die Forstinspektion Siegen und in das Landratsamt Siegen. Teile dieser Registraturen kamen Jahre später als Archivgut nach Münster, wo sie dem Provenienzprinzip folgend erst einmal den Beständen der genannten Behörden zugewiesen worden.

Die Geschichte der späten Spaltung: Bestandsgeschichte in Münster

Das reine Provenienzprinzip wurde bei der Bildung der Siegener Bestände im 19. Jahrhundert nicht konsequent angewandt. Selbst bei den Nachträgen wurde es oft und zum Teil bewusst nicht berücksichtigt. Im Grunde genommen setzen sich die Siegener Bestände aus einer Vielzahl von Akten und Urkunden zusammen, die in den verschiedensten Behördenorganisationen aus der Zeit vor, während und nach der territorialen Selbstständigkeit entstanden. Was 1834 tatsächlich in Münster ankam, waren Archivalien, die sich durch die spezifische Geschichte des Fürstentums Siegen von anderen Landesarchiven unterschieden. Sie bilden den Kern dessen, was heute in Münster als ”Fürstentum Siegen, Landesarchiv“ mit den beiden Teilbeständen an Urkunden und Akten liegt, aber durch den Umzug nach Dillenburg und später nach Münster nicht mehr gut nach Provenienzen aus den einzelnen Behörden Rent- und Hofkammer, Justizkanzlei, Oberkonsistorium und Landesregierung zu trennen war. In Münster fiel die Entscheidung für die Bildung eines Mischbestands, in den auch die Überlieferungen der einzelnen Ämter Siegen, Hilchenbach, Krombach, Ferndorf, Freudenberg, Netphen und des Vierdorfschaften eingingen.

Die in Dillenburg zwischen 1743 und 1806 entstanden Urkunden und Akten wurden im Staatsarchiv Münster erst in den 1960er Jahren auf Veranlassung des Archivars Dr. Helmut Richtering (1924-1993) aus den so genannten Nachakten des Landesarchivs Siegen herausgelöst. Sie sind zusammen mit den nassau-oranischen Vorakten der Regierung Arnsberg sowie Akten aus dem Rentamt Siegen und dem Landratsamt Siegen in den neuen Bestand ”Fürstentum Siegen, Oranien-Nassauische Behörden“ mit seinen drei Teilbeständen eingegangen. Insbesondere der Teilbestand ”Zentralbehörden in Dillenburg“ muss in Zusammenhang mit seinem in Wiesbaden liegenden Pendant (Abt. 172 Regierung Dillenburg) gesehen werden. Die Archivalien wurden im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts in Dillenburg nach Belegenheitsprinzip, d.h. nach dem Ort, den sie betrafen, auseinander sortiert und teils nach Wiesbaden, teils nach Münster verbracht. Titelaufnahmen, Provenienzbestimmung und erste Gliederung der Bestände ”Fürstentum Siegen, Oranien-Nassauische Behörden, Siegener Behörden“ und ”Fürstentum Siegen, Oranien-Nassauische Behörden, Zentralbehörden in Dillenburg“ wurden im Sommer 1965 von den Referendaren Dr. Nordsiek, Dr. Sagebiel und Dr. Wolf unter Anleitung des Archivars Dr. Richtering vorgenommen, der das Ganze dann noch einmal überarbeitete und einen Anhang hinzufügte. Details darüber befinden sich in den älteren Repertorien.

Darüber hinaus wurden in Münster ebenfalls in den 1960er Jahren noch die Akten des Freien Grunds Sel- und Burbach (641 Akten, Laufzeit 1444-1846) aus dem Siegener Landesarchiv und seinen Nachakten heraus in einen eigenen Bestand ausgegliedert. Der Freie Grund war insofern etwas Besonderes, als er seit dem Mittelalter bis zum Kauf durch Preußen 1816 ein Kondominat zwischen Nassau und dem Hause Sayn bildete. Erst 2009 wurden die Akten der Mittelrheinischen Reichsritterschaft (84 Akten, Laufzeit 1325-1800) in Umsetzung älterer Pläne des Hauses aus dem Bestand ”Fürstentum Nassau-Siegen, Landesarchiv - Akten“ herausgelöst und als eigener kleiner Bestand etabliert. Die Mitglieder der mittelrheinischen Reichsritterschaft im Fürstentum Siegen bildeten eine besondere Schicht von Adligen, die im Auftrag des Kaisers Reichssteuern erhoben. Die Auseinandersetzung um die Anerkennung ihrer Reichsunmittelbarkeit dominiert die Akten des Bestands, der sich fast nur aus Prozessakten zusammensetzt.

Auch die Überlieferung der beiden geistlichen Institutionen des Fürstentums Siegen, des als Prämonstratenserinnenkloster gegründeten späteren Damenstifts Stift Keppel mit seinen Teilbeständen sowie ein kleiner Teil der Urkunden des von 1626 bis 1771 bestehenden Jesuitenkollegs Siegen wurde dem Bestand ”Fürstentum Siegen, Landesarchiv“ entnommen und eigens gebildeten Beständen zugeordnet.

In der sogenannten Übergangszeit gehörte Siegen von 1806 bis 1813 zum Großherzogtum Berg und innerhalb dieses Staates zum Siegdepartement (ohne Burbach, aber mit Homburg und Gimborn-Neustadt). Der Bestand ”Großherzogtum Berg“ ist erst 1951 im Staatsarchiv Münster aus späteren Abgaben der Regierungen Münster und Arnsberg gebildet worden. Das Geheime Ratskolleg Dillenburg wurde 1814 als Oberbehörde für die 1813 bis 1816 wieder von Oranien-Nassau übernommenen Landesteile aus dem Siegdepartement errichtet. 1816 wurde es dem Königreich Preußen bzw. dem Herzogtum Nassau angegliedert. Preußen hatte am 31. Mai 1815 vom König der Niederlande die nassau-oranischen Stammlande sowie die 1813 an Oranien gekommenen Herrschaften Westerburg und Schadeck sowie Wied-Runkel erhalten, am gleichen Tag diese Territorien aber an das Herzogtum Nassau abgetreten. Unberührt von diesem Tausch waren Teile des Fürstentums Nassau-Siegen sowie die Ämter Burbach und Neunkirchen.

Erst 2010 wurde der Bestand ”Fürstentum Oranien-Nassau, Geheimes Ratskolleg Dillenburg“ dem Bestand ”Fürstentum Siegen, Oranien-Nassauische Behörden, Zentralbehörden in Dillenburg“ entnommen.

Überlieferung zum Siegerland seit 1816

Der Kreis Siegen als unterste staatliche Verwaltungsinstanz nahm seit seiner Einbindung in die Provinz Westfalen einen festen Platz in deren Verwaltungsstrukturen ein. Ihm vorgesetzt waren staatliche Verwaltungs- und spezielle Fachbehörden. Betreffe des Siegerlandes besonders nach 1816 befinden sich in folgenden Archivbeständen:

Oberpräsidium Münster

Regierung Arnsberg

Kreis Siegen

Katasterbücher im Regierungsbezirk Arnsberg und Katasterkarten

Polizeipräsidium Hagen

Kreispolizeibehörde Siegen

Bau-Inspektion, Staatshochbauamt Siegen sowie Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Niederlassung Siegen

Oberfinanzdirektion Münster

Finanzamt Siegen

Kreisamt für gesperrte Vermögen Siegen

Landwirtschaftliche Kreisstelle Siegen-Wittgenstein

Wiesenbaumeister Siegen

Forstamt Siegen-Netphen mit Vorgängern

Domänenrentamt Siegen

Oberbergamt Bonn

Altes Bergamt Siegen

Bergamt Siegen

Arbeitsamt Siegen

Staatliches Umweltamt Siegen

Gewerbeaufsichtsamt Siegen

Telegrafenbauamt Siegen

Provinzialschulkollegium

Staatliches neusprachliches Mädchengymnasium Siegen

Oberlandesgericht Hamm

Landgericht Siegen

Landgerichte, Rückerstattungen

Generalstaatsanwaltschaft Hamm

Staatsanwaltschaft Siegen

Amtsgericht Siegen mit den Vorgängern Kreisgericht sowie Land- und Stadtgericht Siegen

Arbeitsgericht Siegen

Justizvollzugsanstalt Siegen

Personalakten.

Auch einige das Siegerland betreffende Nachlässe und ein Hofarchiv liegen in Münster:

Nachlass Johann Heinrich Reifenrath und Friedrich Reifenrath

Hof Heistern

Sammlung Hermann Jüngst.

Zahlreiches Material befindet sich ebenfalls in der Kartensammlung A und in der Sammlung Katasterkarten K.

Die Altverzeichnung und die Neuverzeichnung der Bestände ”Fürstentum Siegen, Landesarchiv- Akten“ und ”Fürstentum Siegen, Oranien-Nassauische Behörden“

Wie bereits erwähnt, hatte bereits Anton Ulrich von Erath die Grundlage der Verzeichnung des nassau-oranischen Landesarchivs gelegt, indem er die Urkunden und getrennt davon die Akten bis 1743 verzeichnet hatte. Die Akten, die er selbst zum Teil formiert hatte, waren von ihm innerhalb der Bände chronologisch geordnet und auf seine Weisung hin teilweise gebunden worden. Die Folge seiner Arbeiten war, dass er manche Zusammenhänge zerriss. Welche Schwierigkeiten aus seiner Arbeitsweise und Systematik erwuchsen, hat Rouven Pons anschaulich beschrieben sowie den Umgang mit diesem Erbe durch seinen Nachfolger Karl Otto Heinrich von Rauschard (1750-1796) thematisiert.

Hatte man nach der Abgabe der Archivalien an Preußen 1832 in Eraths Findmitteln jeweils notiert ”an Preußen abgegeben“, waren die Urkunden zusammen mit einem Abgabeverzeichnis nach Münster geschickt worden. Sie wurden dort mit ihren Nummern, die Erath vergeben hatte und die durch das Zerreißen zu Springnummern geworden waren, als Regesten verzeichnet. Diese Verzeichnung war die Grundlage einer Neuverzeichnung mit durchgehender Neunummerierung durch den Archivar Heinrich August Erhard im Jahre 1835. Dessen Verzeichnung der Urkunden bis 1500 wurde wiederum überholt durch das von Friedrich Philippi erstellte Siegener Urkundenbuch von 1877 bzw. 1927. Die Regesten der jüngeren Urkunden verharren indessen noch auf dem Stand der älteren hundertachtzig Jahre alten Verzeichnung. Die Urkunden des Stifts Keppel liegen in einer Verzeichnung aus dem 19. Jahrhundert vor, die 1877 und 1927 für die Zeit bis 1500 durch das Siegener Urkundenbuch verbessert und für die Urkunden ab 1502 eine Neuverzeichnung durch den Staatsarchivassessor Dr. Franz Böhm und den Siegener Dr. Fischer im Jahr 1939 erfuhr.

Den Akten erging es in Münster lange Zeit nicht besser: Die von Erath bis 1743 erfassten und die neueren Akten bis 1806 wurden, wie erwähnt, in Münster im Bestand ”Fürstentum Siegen, Landesarchiv - Akten“ zunächst zusammengefasst. Zu diesen gibt es die zitierten Abgabeverzeichnisse des Rentmeisters Diez aus Netphen, der zwischen Akten unterschied, die nach Münster ins Archiv kamen, und solchen, die an verschiedene, genau von ihm bezeichnete preußische Behörden geschickt wurden. In Münster wurde auf dieser Grundlage um 1890 ein handschriftliches Findbuch erstellt, das bis zur Retrokonversion 2008 in dieser Form in Gebrauch war und im Laufe der Zeit viele Nachträge und Berichtigungen erfuhr, außerdem durch die Abspaltung diverser Aktenbestände ab 1743 und der Akten des Stifts Keppel in Teilen obsolet wurde. Immerhin konnte das retrokonvertierte und somit für das digitale Zeitalter vorbereitete Findbuch 2010 bereits über das Internet zugänglich gemacht werden, obwohl eine moderne Erschließung ein dringendes Desiderat blieb. Als die Bestände Fürstentum Siegen, Oranien-Nassauische Behörden mit den drei Teilbeständen Urkunden, Zentralbehörden in Dillenburg und Siegener Behörden in den 1960er Jahren aus dem Landesarchiv herausgelöst wurden, erfuhren auch sie jeweils eine Neuverzeichnung. In Münster wurden die Archivalien also geordnet, es wurde Bestandsbildung betrieben und ein Urkundenbuch herausgegeben. Verzeichnet wurden die neu gebildeten Bestände, nicht aber der ”Urbestand“, der trotz aller Abspaltungen der größte blieb, Fürstentum Siegen, Landesarchiv - Akten, der auf dem Stand von ca. 1890 über gut 120 Jahre benutzt wurde. Das Findbuch A 413 "Fürstentum Siegen, Oranien-Nassauische Behörden, Siegener Behörden" wurde im Herbst 2010 von Markus Gerhards-Padilla unter der Betreuung von Thomas Reich mit dem Verzeichnungsprogramm VERA abgeschrieben. Bis dahin waren die Akten Bestandteil des maschinenschriftlichen Findbuchs A 412 Bd. 1 (S. 102-179). Die Signaturenkonkordanz aus A 412 Bd. 2 wurde von Matthias Beckenuyte in das Findbuch übernommen. Thomas Reich hatte diesen Bestand teilweise neu geordnet und wenige Akten nachverzeichnet.

Eine Neuverzeichnung der Siegener Aktenbestände erfolgte schließlich in den Jahren 2014-2017 durch den Archivar Jens Heckl. Sie betraf die Bestände ”Fürstentum Siegen, Landesarchiv - Akten“, Fürstentum-Siegen, Oranien-Nassauische Behörden, Zentralbehörden Dillenburg“, ”Fürstentum Siegen, Siegener Behörden“ und ”Mittelrheinische Reichsritterschaft“. Da aufgrund der vorliegenden neu zu verzeichnenden Aktenmengen eine Einzelblattverzeichnung binnen kurzer Zeit nicht realisierbar ist, wurde ein für künftige Forschungen akzeptabler Mittelweg gewählt, der sich von der Altverzeichnung gravierend unterscheidet und besonders das digitale Zeitalter berücksichtigen soll. Unter weitgehender Beibehaltung der bestehenden inhaltlichen Gliederung/Klassifikation der Aktenbestände wurden alle Aktentitel modernisiert und dem tatsächlichen Inhalt der Akten angepasst. Außerdem wurden Laufzeiten korrigiert und ergänzt sowie durchaus umfangreiche Enthält-Vermerke erstellt. Bei diesen Enthält-Vermerken wurde darauf Wert gelegt, möglichst wichtige Vorgänge inhaltlich zu erfassen, aber auch besondere Einzeldokumente hervorzuheben. Im Hinblick auf verwaltungs-, herrscher-, diplomatie-, orts- und familiengeschichtliche Fragestellungen wurden neben den sachthematisch bezogenen Enthält-Vermerken separiert auch die Namen der wichtigsten Korrespondenten zu den jeweiligen Akten erfasst, meist in Zusammenhang mit ihrer Funktion/Profession und dem Ort, von dem ihre Korrespondenz ausging. Der Bestand ”Fürstentum Siegen, Landesarchiv - Akten“ wurde darüber hinaus mit neuen Signaturen versehen. Anstelle der alten, mehrgliederigen Signaturen trat eine fortlaufende Signierung. Eine entsprechende Konkordanz zwischen alten und neuen Signaturen wurde verfasst.

Durch die beim Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden angesiedelte und seit dem 4. November 2015 freigeschaltete Archivdatenbank Nassau-Oranien, in der auch die nassauischen Bestände des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen eingebunden sind, ist es nunmehr virtuell möglich, einen Gesamtüberblick über die auf mehrere Archivstandorte verteilte nassauische Überlieferung zu bekommen.

Alte Findmittel, Ergänzungsüberlieferungen und ausgewählte Literatur

Alte Repertorien zum Fürstentum Siegen:

··Alte Findbücher Nr. 332: Fürstentum Siegen, Landesarchiv, 1856. Enthält: Repertorium mit Ablieferungsverzeichnis.

·Alte Findbücher Nr. 333: Fürstentum Siegen, Landesarchiv, um 1800. Enthält: Fragment (keine nähere Bestimmung möglich).

·Alte Findbücher Nr. 334 (1833-1840)

·Alte Findbücher Nr. 812: Fürstentum Siegen, Landesarchiv, 1890. Enthält: Archivisches Findbuch mit zahlreichen Nachträgen. Als Kopie bis 2009 gültiges Findbuch (A 411).

··

·

·Ergänzungsüberlieferung in der Abteilung Westfalen des Landesarchivs NRW:

··Urkundenabschriften und Aktenauszüge 1224-1801, Bergbausachen, Notizkalender des Fürsten Johann Moritz 1671 in Msc. VII Nr. 6501 bis 6517 (Fürstentum Nassau-Siegen).

··

·

·Sonstige Archive:

··Staatsarchive Darmstadt und Wiesbaden: Sonstige nassauische Grafschaften, Mittelrheinische Reichsritterschaft.

·Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien: Insbesondere die Bestände Reichskammergericht und Reichshofrat.

··

·

·Ausgewählte Literatur:

··Achenbach, Heinrich von: Geschichte der Stadt Siegen, 2 Bde., Siegen 1894.

·Bald, Ludwig: Das Fürstentum Nassau-Siegen. Territorialgeschichte des Siegerlandes (Schriften des Instituts für geschichtliche Landeskunde von Hessen und Nassau 15), Marburg 1939.

·Becker, Emil: Beiträge zur Geschichte des Archivs und der Kanzlei des nassau-ottonischen Hauses zu Dillenburg, in: Siegerland 18 (1936), S. 63-72, 97-106138-147, Siegerland 19 (1937), S. 15-27, 54-61, 82-96.

·Behr, Hans-Joachim: ”Zu rettung deren hart getruckten Nassaw-Siegischen Unterthanen“. Der Niederrheinisch-Westfälische Kreis und Siegen im 18. Jahrhundert, in: Jahrbuch für Westfälische Kirchengeschichte 85 (1991), S. 159-184.

·Black-Veldtrup, Mechthild: Ein langer Weg. Nassau-Siegener Archivalien im Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen in Münster, in: Rouven Pons (Hg.): Nassau und Oranien in der Frühen Neuzeit. Erweiterter Tagungsband des Symposiums im Hessischen Hauptstaatsarchiv am 5. November 2015, Wiesbaden 2017.

·Eiler, Klaus: Nassauische Grafschaften, in: Winfried Speitkamp (Hg.), Handbuch der hessischen Geschichte. Band 3. Ritter, Grafen und Fürsten - weltliche Herrschaften im hessischen Raum ca. 900-1806 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 63), Marburg 2014, S. 3-92.

·Geschichtswerkstatt Siegen. Arbeitskreis für Regionalgeschichte e.V. (Hg.): Siegener Beiträge. Jahrbuch für regionale Geschichte, Bände 1-21 (1996-2016).

·Güthling, Wilhelm: Geschichte der Stadt Siegen im Abriß, Siegen 1955.

·Lademacher, Horst: Oranien-Nassau, die Niederlande und das Reich. Beiträge zur Geschichte einer Dynastie (= Niederlande-Studien 13), Münster 1995.

·Ludorff, Albert: Die Bau und Kunstdenkmäler des Kreises Siegen (= Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Band 12: Kreis Siegen), Münster 1903.

·Menk, Gerhard: Die oranisch-nassauischen Archivalien in der frühen Neuzeit. Überlieferung, Erschließung, Forschungsfragen, in: Een vorstelijk Archivaris. Opstellen vor Bernard Woelderink, Zwolle 2003, 217-223.

·Petri, Franz: Das Siegerland und Westfalen, in: ders. (Hrsg.), Zur Geschichte und Landeskunde der Rheinlande, Westfalens und ihrer westeuropäischen Nachbarländer, Bonn 1973.

·Pfau, Dieter, Zeitspuren in Siegerland und Wittgenstein. Früh- und Hochmittelalter 750-1250, Bielefeld 2009.

·Philippi, Friedrich (Hg.): Siegener Urkundenbuch (bis 1500), 2 Bde., Siegen 1887/1927.

·Pons, Rouven: Das zerrissene Archiv. Die wechselhafte Geschichte des Alten Dillenburger Archivs (1743 - nach 1950), in: Siegerland 91 (2014), S. 81-100, Siegerland 92 (2015), S. 31-48.

·Spielmann, Christian: Geschichte von Nassau, 3 Bde., Wiesbaden, Plaum und Montabaur 1909-1926.

·Werd, Guido de (Red.): Soweit der Erdkreis reicht. Johann Moritz von Nassau-Siegen 1604-1679, Kleve 1980.

Zitierweise:

Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen (kurz: LAV NRW W) Fürstentum Siegen, Oranien-Nassauische Behörden, Siegener Behörden Nr. …

Umfang : 768 Akten (79 Kartons), Findbuch E 404 mit Signaturenkonkordanz.



Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken