Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
3. BEHÖRDEN UND EINRICHTUNGEN DES STAATES UND DER SELBSTVERWALTUNG NACH 1816
3.5. VERKEHRSVERWALTUNG
3.5.1. Bahn und Post
Oberpostdirektion Dortmund
O 003, Oberpostdirektion Dortmund
Permalink des Findbuchs


Signatur : O 003

Name : Oberpostdirektion Dortmund

Beschreibung :

Einleitung :

Über die Entwicklung des Postwesens in Westfalen im allgemeinen gibt die Einleitung zum Aktenverzeichnis der Oberpostdirektion Münster Aufschluss. In preußischer Zeit um 1830 gab es im Regierungsbezirk Arnsberg 10 Postämter (Arnsberg, Dortmund, Hagen, Hamm, Iserlohn, Lippstadt, Schwelm, Siegen, Soest, Unna), die unmittelbar dem Generalpostamt in Berlin unterstanden und zahlreiche, jeweils einem dieser Postämter angeschlossene Postexpeditionen. An den zu Aufsichtszwecken geschaffenen Inspektionsbezirken des Generalpostamtes bildete Westfalen einen Bezirk, der 1847 in einen für das südliche und einen für das nördliche Westfalen aufgeteilt wurde. Zum 1. Januar 1850 trat am Sitze des Regierungspräsidenten in Arnsberg die neue OPD ins Leben, der außer den Postämtern und Postexpeditionen des Regierungsbezirks auch das im Regierungsbezirk Münster gelegene Zweigpostamt Herzfeld unterstellt wurde (über spätere Veränderungen der Bezirksgrenzen siehe Einleitung zur OPD Münster). Nach ihrer Begründung umfasste die Oberpostdirektion Arnsberg 7 Postämter I. Klasse (Arnsberg, Dortmund, Hagen, Hamm, Iserlohn, Siegen, Soest), 3 Postämter II. Klasse (Lippstadt, Olpe, Schwelm), 5 Postexpeditionen I. Klasse und 99 Postexpeditionen II. Klasse. Dazu kam zum 1. Februar 1852 das "Bahnspeditionsamt", später "Eisenbahnpostamt" 9 in Dortmund, das am 8. Juli 1855 nach Soest übersiedelte und Zweigstellen in Elberfeld, Hamm, Hagen und Warburg zugeteilt bekam. Doch wurde es zum 1. Juni 1872 nach Deutz und später nach Köln verlegt. Erst seit dem 1. Juni 1948 besitzt der OPD-Bezirk wieder ein Bahnpostamt, Nr. 14 in Hagen. Um 1900 wies der Bezirk 28 Postämter I. Klasse mit 12 Zweigstellen, 4 Telegraphenämter I. Klasse (Bochum, Dortmund, Hagen und Hamm), 25 Postämter II. Klasse mit 1 Zweigstelle, ein unmittelbar von der OPD ressortierendes Stadtpostamt (Dortmund), 116 Postämter III. Klasse mit 1 Zweigstelle, 205 Postagenturen und 523 Posthilfsstellen (eingeführt 1881) auf.

Der elektrische Telegraphenverkehr, der Anfang der 50er Jahre den bisherigen optischen Telegraphenverkehr ersetzte - als erste Stadt erhielt Hamm, 1856 auch Dortmund eine Telegraphenstation - wurde 1876 der OPD eingegliedert. Um 1900 besaß der Bezirk 4 Telegraphenämter, um 1950 bereits 19 Fernämter und 3 Fernmeldeämter (Bochum, Dortmund, Siegen), denen der Ausbau und die Instandhaltung des gesamten Fernmeldenetzes obliegt. 1923 übernahm die Postverwaltung den technischen Rundfunkbetrieb und 1925 bis 1928 besaß Dortmund auch einen eigenen Rundfunksender. 1909 wurde der Postscheckverkehr eingeführt, zum 1. Oktober 1921 das Postscheckamt in Dortmund für die Regierungsbezirke Münster und Arnsberg errichtet, das jedoch erst 1953 ein posteigenes Gebäude erhalten hat. 1927 bis 1942 befand sich in Dortmund die für die Bezirke von 10 OPD zuständige Kraftfahr-Oberbetriebsleitung Nordwest, zu der u.a. die Hauptwerkstatt für Kraftwagen in Dortmund und zwei Gruppenwerkstätten in Soest und Siegen gehörten.

Die OPD Arnsberg wurde 1850 im Gebäude des Postamts Arnsberg, mit dem sie unter ihrem ersten Leiter auch in Personalunion verbunden blieb, untergebracht, konnte aber bereits nach wenigen Jahren mit Unterstützung der Stadt Arnsberg einen neuen Bau beziehen. Zum 1. August 1895 wurde sie nach dem verkehrsgünstiger gelegenen Dortmund verlegt, wo am 14. August 1895 durch den Generalpostmeister Staatssekretär von Stephan das neue Direktionsgebäude, das zugleich auch das Postamt und das Telegraphenamt Dortmund beherbergte, eingeweiht werden konnte. Das Gebäude war im 2. Weltkrieg zur Hälfte zerstört worden, wurde aber danach wieder in Benutzung genommen. Die Oberpostdirektion Dortmund wurde 1989 aufgelöst.

Verzeichnis der Leiter bzw. Oberpostdirektoren der OPD Arnsberg/Dortmund (seit 1. April 1920 Präsidenten):

1850-1853 Schröder (zugleich Leiter des Postamts Arnsberg)

1853-1859 Krausnick

1859-1862 Wolff

1862-1863 Eickholt

1863-1869 Breithaupt

1869-1873 Schultze

1873-1876 Wittmann

1876-1877 Wendt

1877-1879 Lehmann

1879-1882 Kühl

1882-1884 Köhne

1884-1887 Schultz

1888-1892 Wächter

1892-1896 Vorbeck

1896-1898 Landeck

1898-1900 Rehbock

1900-1915 Paschen

1915-1922 Padberg

1922-1924 Ernst

1924-1927 Lindow

1927-1930 Rothe

1930-1932 Dr. Lünsmann

1932-1937 Schwarz

1937-1945 Hochstrate

1945-1949 Dr. Leinberger

1949- Dr. Martens

1984- Hans-J. Klimek

1988 Siegfried Kutz

Der Bestand "Oberpostdirektion Dortmund" wurde hauptsächlich aus den Zugängen 39/1940, 20/1939, 56/1941, 15/1944, 56/80, 17/81, 64/82, 23/83, 13/89 und 94/91 formiert. Die Akten wurden durch Staatsarchivrat Dr. Korn vorgeordnet. Die vorliegende Klassifikation des Bestandes erfolgte 2008.

Umfang : 1808 Akten (479 Kartons), Findbuch O 003 und Kartei.

Verweise :

Tücking: Die Post im kurkölnischen Sauerlande, in: Heimatliches Monatsblatt für die Geschichte und Heimatkunde des märkischen und kölnischen Sauerlandes, Heft 1 (1927).

Tücking: Zur Geschichte des Postwesens im Sauerlande, in: Heimatliches Monatsblatt für die Geschichte und Heimatkunde des märkischen und kölnischen Sauerlandes, Heft 1 (1927).

Gerding: Grundlagen zur Geschichte des Postwesens im alten Herzogtum Westfalen bis einschließlich 1850, in: Deutsche Postgeschichte, Heft 1, Berlin 1927.

Hirtsiefer, W.: Die Post im Großherzogtum Berg von 1806 bis 1816, in: Bergisch-Jülichsche Geschichtsblätter, Heft 7 (1930).

Hoppe, Karl: Geschichte des Bezirks der OPD Dortmund bis 1850 (ungedrucktes Manuskript)

Hoppe, Karl: Aus alten Akten und Urkunden der OPD Dortmund, in: Archiv für deutsche Postgeschichte, 1. Heft (1956), S. 29 ff.

Oberpostdirektion Dortmund 1850-1950 (Festschrift), Dortmund 1950.

Postgeschichtliche Blätter der Gesellschaft für deutsche Postgeschichte e.V., Bezirksgruppe Dortmund, Dortmund 1954 ff (darin u.a.: Verleihung des Ehrenbürgerbriefes der Stadt Dortmund an den Generalpostmeister von Stephan. II. Entwicklung des Post- und Telegraphenwesens in Dortmund, in: Nr. 3 [Dezember 1954])

Kreuzer, Alfred: Beiträge zu einer westfälischen Postbibliographie, in: Archiv für deutsche Postgeschichte, Heft 1 (1956), S. 31 ff.

Weller, Brigitta: Die Oberpostdirektion Arnsberg/Dortmund, in: Beiträge zur Gerschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 74/75 (1982/83), S. 363-384.

Walters, Heinrich: Post und Telekommunikation im nördlichen Westfalen. Die Oberpostdirektion Münster und die ehemalige Oberpostdirektion Minden, Münster 1990



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