Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
2. BEHÖRDEN DER ÜBERGANGSZEIT 1802-1816
2.2. SONSTIGE ENTSCHÄDIGUNGSLANDE
2.2.6. Fürstentum Salm
Fürstentum Salm, Kanzlei
H 501, Fürstentum Salm, Kanzlei
Permalink des Findbuchs


Signatur : H 501

Name : Fürstentum Salm, Kanzlei

Beschreibung :

Einleitung :

Das Fürstentum Salm existierte vom 30.10.1802 bis zum 28.2.1811 im äußersten Westen Westfalens unter der gemeinsamen Herrschaft der Fürstenhäuser Salm-Salm und Salm-Kyrburg. Sein Staatsgebiet deckte sich ungefähr mit dem heutigen Kreis Borken, Hauptstadt war Bocholt. Das Fürstentum Salm gehörte zu den "Napoleonischen Staaten", Pufferzonen zwischen den europäischen Großmächten.

Das Fürstentum Salm war ein Kondominium der Fürstentümer Salm-Salm und Salm-Kyrburg. Die in Realunion zusammengefaßten Herrschaftsbereiche Ahaus-Bocholt-Werth und Anholt sowie später noch Gemen standen unter der gemeinsamen Regierung zweier Linien des Adelsgeschlechtes Salm, des Fürstenhauses zu Salm-Salm und des Fürstenhauses zu Salm-Kyrburg. Die Fürstlich Salmisch Gemeinschaftliche Regierung hatte ihren Sitz im Weißen Stift in Bocholt.

Nach den Verhältnissen des Jahres 1808 war das Fürstentum Salm im Westen, Süden und Osten vom Großherzogtum Berg umgeben. Im Norden grenzte es an das Königreich Holland, im Südosten an das Herzogtum Arenberg.

Das Fürstentum Salm war bis zum Ende des Alten Reiches am 6.8.1806 ein Gliedstaat des Heiligen Römischen Reiches, danach ein völkerrechtlich souveräner Staat, der jedoch faktisch unter starkem französischem Einfluß stand. Im Juni/Juli 1806 gehörte das Fürstentum zu den Gründerstaaten des Rheinbundes. Trotz der Schutz-, Allianz- und Souveränitätsgarantien, die es den Souveränen des Rheinbundes in der Rheinbundakte vertraglich zugesichert hatte, beschloß Frankreich am 13.12.1810 das Fürstentum zu annektieren. Die Besitzergreifung erfolgte am 28.2.1811. Mit den Beschlüssen des Wiener Kongresses von 1815 folgte die Eingliederung in das Königreich Preußen (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrstentum_Salm)

Das alte Repertorium 141 bzw. 141 a war bis 1929 gültig. Vorliegendes Findbuch wurde 1929 von Dr. Krumbholtz verzeichnet. Dieses handschriftlich vorliegende Findbuch B 8 Fürstentum Salm, Kanzlei - Akten wurde mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen eines Projektes im Frühjahr 2010 von Alexander Löckener unter der Betreuung von Thomas Reich mit dem Verzeichnungsprogramm VERA abgeschrieben.

Verweise zwischen einigen Klassifikationen:

zu Kapitel 5 "Beamte": Schul- und Medicinal-Beamte sind teilweise auch unter Schulsachen bzw. Medicinalia zu finden

zu Kapitel 6 "Edikte": Die hier nur summarisch verzeichneten Edikte wurden 1985 dem Bestand "Fürstentum Salm - Kanzlei, Akten" entnommen und zusammen mit Edikten aus dem Bestand "Landsberg-Velen" zum Bestand "Fürstentum Salm, Edikte" formiert (Findbuch B 9).

zur Klassifikation 11.1. "Finanzielle Nachrichten über das Bistum Münster, Preussen (Bistümer Münster, Paderborn usw.) sowie gemeinschaftliche finanzielle Verfügungen von Preussen und Salm“ siehe auch 5.5. ”Finanzbeamte“.

Literatur:

Heinrich Dicke, Die Gesetzgebung und Verwaltung im Fürstentum Salm 1802-1810 (= Beiträge für die Geschichte Niedersachsens und Westfalens ; 33), Hildesheim 1912

Arthur Kleinschmidt, Geschichte von Arenberg, Salm und Leyen, 1789 - 1815, Gotha 1912.

Wilhelm Kohl und Helmut Richtering (Bearb.), Behörden der Übergangszeit 1802-1806, Münster 1964, S. 114-121.

Duco van Krugten, Fürstlich Salm-Salmsches und Fürstlich Salm-Horstmarsches gemeinschaftliches Archiv in der Wasserburg Anholt. 2 Teile, o.O. 1989/1992;

Ergänzungsüberlieferung:

weitere Archivteile, besonders Urkunden der säkularisierten Klöster, Stifter, Schwesternhäuser (Bocholt, Vreden, Groß-Burlo, Bocholt-Marienberg, Borken-Marienbrink) im Fürstlich Salm-Salmschen Archiv in Anholt

Bestell- und Zitierweise:

Fürstentum Salm, Kanzlei - Akten Nr.

Münster, den 20.08.2010

Dr. Thomas Reich

Umfang : 1604 Akten (166 Kartons), Findbuch H 501.



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