Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
4. NICHTSTAATLICHES SCHRIFTGUT
4.3. GEWERBEBETRIEBE, ADELIGE HÄUSER, FAMILIEN, HÖFE
4.3.2. Adelige Häuser, Familien, Höfe
Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.)
Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Botzlar / Urkunden
U 133u, Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Barnsfeld - Urkunden
Permalink des Findbuchs


Signatur : U 133u

Name : Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Barnsfeld

Beschreibung :

Einleitung :

Das Archiv des Hauses Barnsfeld (vgl. Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen 46. Bd. Kreis Borken, Münster 1954, S. 412 ff), das im Kirchspiel Ramsdorf liegt, ist im wesentlichen ein Archiv des Barnsfelder Zweiges der münsterschen Erbmännerfamilie von der Tinnen und der mit ihr verwandten Familien.

Das Gut war durch die Heirat der Nesa von Berntfeld, Tochter des Drosten Gerhard v. B. und seiner Ehefrau Jutta v. Hövel, mit Bernhard von der Tinnen (+ 1542), einem Sohn Johanns von der Tinnen und seiner Ehefrau Gertrud v. Kerckerinck, 1511 an diese Familie gelangt. Bernhard brachte einen Teil des um Münster gelegenen Familienbesitzes mit, insbesondere die Lehngüter in Nienberge und Altenberge. Der Sohn des Ehepaars Johann v. d. Tinnen (+ 1558), der mit Anna de Wendt zu Holtfeld (Ehevertrag 1543 Juni 18) verheiratet war, hatte neben 9 Töchtern nur einen Sohn, Bernsfeld v. d. Tinnen, gegen den seine Ehefrau Anna von der Ruhr wegen Verweigerung der Ehe klagte. Als Erbin trat an seine Stelle die ursprünglich in den geistlichen Stand getretene Tochter Dorthea. Sie heiratete Dietrich v. Hetterscheid, der zahlreiche Güter aus dem Niederrheingebiet, zum Teil aus ehemaligem Besitz der Familie v. Velradt gt. Meuter, in die Ehe brachte. Nach seinem Tode (Testament 1593 Febr. 1) fielen diese Stücke an die Witwe, die sie im Vertrage von 1619 Nov. 19 ihrem zweiten Ehemann Rosier de Wendt zu Delwig schenkte. Die nach der Eheschließung Dorotheas dem Ehepaar Bernsfeld v. d. Tinnen und Anna v. d. Ruhr geborene Tochter Agnes heiratete Balthasar v. Lieskirchen. Erbin der barnsfeldischen Gütermasse wurde jedoch laut Testament 1628 Febr. 4 der Witwe Dorothea de Wendt Johann von Rhemen. Die Berechtigung hierzu leitete sich aus der Ehe der Tochter Johanns v. d. Tinnen, Elisabeth, einer Schwester der Dorothea, mit Johann v. Rhemen zu Eveking (1583) her. Mit den Erben von Lieskirchen fand eine Auseinandersetzung statt.

Als der Enkel dieses Ehepaars, Anton Otto Rudolf von Rhemen zu Barnsfeld starb (1705), fiel der Besitz an seine Schwester Elisabeth Theodora, die 1702 Johann Gerhard von Dinklage (dieser in 2. Ehe) heiratete. Nachdem ihr einziger Sohn 1715 starb, wurde 1715 der Stiefsohn der Witwe, Arnold Nikolaus Hugo v. Dinklage, Erbe der Güter.

Der Besitz war damals bereits stark verschuldet. 1743 kaufte Hermann Anton Bernh. Frhr. v. Velen einen Teil der Barnsfeldischen Lehengüter in den Ksp. Ramsdorf und Velen. Ein Teil der Allodialgüter, die 1743 der Domherr Anton Heinr. Herm. v. Velen gekauft hatte, fielen 1746 ebenfalls an Hermann Anton. 1748 erwarb er im Konkursverfahren den Rest und ergriff 1750/52 Besitz.

Münster/Westf., den 3. Dez. 1958

Dr. Kohl

Hinweis:

Das alte Urkunden-Findmittel enthält teilweise Handzeichnungen der Siegel (vgl. jeweils Bemerkung).

Umfang : 737 Urkunden, Findbuch U 133u.



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